... gabelte sich mein Lebensweg plötzlich in zwei Richtungen. Ich holte tief Luft und wählte den Pfad, der mich in die Fremde führte. Nach Wahrheit und Wissen strebend gelangte ich an einen Ort, an dem die Menschen saure Gurken frittieren und es ständig heiß ist...
28.10.2006
Katzenjammermonolog
24.10.2006
Madison im Herbst

Heute könnt Ihr hier nur ein paar Fotos vom herbstlichen Madison sehen. Ich bin leider viel zu sehr im Stress, um mehr zu schreiben. Stecke gerade mitten in meiner Studie und wollte noch mal ein paar herbstliche Madisonbilder online stellen, bevor der Winter hier total einbricht. Es hat letzte Woche nämlich schon geschneit (aber nur ein bisschen und der Schnee ist auch nicht liegen geblieben, aber immerhin Schnee). Naja, wir sind halt in Wisconsin!
Hier sind die Herbstbilder:
Hier ein Foto von der State Street mit dem Kapitol im Hintergrund

Dies ist noch mal Lake Menona. Mittig im Hintergrund kann man das Kapitol sehen und hinten rechts ist Van Hise, das Gebäude, in dem sich die Deutsche Fakultät befindet.

Und hier ist das Ergebnis meines amerikanischen Kochversuchs. Nein, falsch. Das ist nicht "Das Grauen - Dritter Teil", denn das hat ausnahmsweise geschmeckt (hab ja auch ich gekocht *grins*). Was Ihr hier seht ist Twice-Baked Acorn Squash. Das ist so eine Art Kürbis, den man zuerst im Backofen gart und dann aushüllt und entweder mit Honig, Zimt, getrockneten Preiselbeeren und Nüssen würzt (siehe links) oder mit Zwiebeln, Kräutern und Käse überbackt (siehe rechts). Hmmm lecker! Und im Hintergrund sieht man auch noch meinen geliebten Pumpkin Spice Tea.

Oh, und hier noch mal ein Bild von Frida. Hat nicht wirklich was mit Herbst zu tun, aber sie ist doch sooooooo süß (- besonders mit dem Schlappohr)!!!

22.10.2006
Das Grauen - Zweiter Teil

18.10.2006
... und auf einmal stand da ein Feuerwehrmann vor meiner Tür
Wir merken uns also:
Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Feuer her (- oder zumindest ein Feueralarm).
17.10.2006
An alle, die mir besorgte Emails wegen meines Autos geschickt haben:

Heute wurde meine Mailbox nicht nur von den üblichen Spammails überflutet, sondern ich habe auch ein paar *sehr* besorgte Emails wegen meines Autos und dessen Ölstand bekommen - und die waren nicht alle nur von meinem Vater (nur 2 davon). An dieser Stelle möchte ich meine besorgten Blogleser auch darauf hinweisen, dass dieser Blog eine Kommentarfunktion am Ende jedes Beitrags besitzt, und ich mich sehr über Kommentare freuen würde.
Aber nun zum Update über mein kleines krankes Äuteken:
Da ich am Sonntagabend leider keine Sternschnuppe mehr erspähen konnte, sieht es sehr schlecht für mein Auto aus. Als ich es in die Werkstatt gebracht habe, und dem Mechaniker mal wieder meine Imitation von Autogeräuschen vorgemacht habe, meinte der nur: „You have a very interesting car.“ Was er eigentlich damit sagen wollte, war: „Da haben Sie aber einen ziemlich großen Sch... Schrotthaufen!“ (frei übersetzt)
Nachdem er mein Auto dann von oben bis unten durchgecheckt hat, hab ich am Abend wieder mit dem Mechaniker am Telefon gesprochen. Es war ein ziemlich langes Telefongespräch! Während er mir vorgelesen hat, welche Teile alle an meinem Auto total kaputt sind, etwas kaputt sind, in den nächsten Monaten voraussichtlich kaputt gehen werden und an meinem Auto praktisch schon gar nicht mehr vorhanden sind, habe ich es geschafft, Abendbrot zu machen, die Hausaufgaben meiner Studenten zu korrigieren und wenn ich ihn nicht irgendwann unterbrochen hätte, wäre es mir auch gelungen, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Der hat gar nicht mehr aufgehört zu reden. Ich wusste nicht, dass ein Auto aus so vielen Teilen besteht. Leider muss ich auch zugeben, dass ich ca 95% von dem, was er mir erzählt hat nicht verstanden habe und wahrscheinlich auch nicht auf Deutsch verstanden hätte.
Nur eins ist klar gewesen: Das Öl, um das sich so viele Leute Sorgen gemacht haben, war wirklich das kleinste Problem. Scheinbar ist es okay für Öl nach einer Weile braun zu werden. Und dass ich in den letzten 2 Jahren auch keinen Ölwechsel hab machen lassen, lag auch daran, dass ich nie sehr weit mit dem Wagen gefahren bin. Es kommt ja nicht so sehr auf das Alter des Öls an, sondern wie weit man damit fährt – und ich fahre schließlich nicht jeden zweiten Monat 8 Stunden lang um den halben Lake Michigan nach Ann Arbor wie das so manche anderen Leute tun! ;o)
Ich glaube, das Weiteste, was ich je gefahren bin, war bis zur Bavaria Sausage Kitchen. Ja, es gibt hier in einem Vorort einen kleinen deutschen Laden, in dem man Überraschungseier für fast $3 pro Stück kaufen kann. 1 Mal pro Jahr verschlägt es mich dahin. Dort bestaune ich erst mal die ganzen deutschen Produkte, die ungefähr 6 mal so teuer sind wie zu Hause und kaufe dann immer eine Mini-Mini-Miniflasche Curryketchup für $5, denn ohne guten Curryketchup kann man einfach keine leckere Hackfleischsoße für Spaghettis machen – das weiß doch wohl jeder. Und ohne leckere Spaghettis kann keiner von mir verlangen, noch länger in den USA zu bleiben.
Wo war ich? – Ach ja, mein Auto:
Also das Öl wurde trotzdem gewechselt. Das eigentliche Problem ist allerdings die Lenkung und so ziemlich jedes kleine Teilchen oder Schräubchen, das damit zusammen hängt. Von den Gummidichtungen bis zur Hydraulik – alles im Eimer. Naja, ich hab den guten Mechaniker dann mal gaaaaaanz vorsichtig gefragt, welche Teile auf seiner 100 Dinge-die-an-diesem-Auto-total-über-der-Wupper-sind Liste denn die größte Gefahr für Leib und Leben darstellen würden und was davon ABSOLUT notwendig wäre, zu reparieren. Er hat dann ein paar Dinge aufgezählt und mir einen Kostenvoranschlag gemacht, der ungefähr dem Wert meines Autos im heilen Zustand entsprechen würde. Man könnte also sagen, dass mein Auto offiziell tot ist.
Daraufhin habe ich eine schlaflose Nacht damit verbracht, mir zu überlegen, was ich machen soll:
Soll ich mein Auto von seinen Leiden erlösen und es endlich verschrotten?
Soll ich es reparieren lassen?
Soll ich mir von meinen letzten paar Pfennigen ein neues gebrauchtes Auto kaufen (was wahrscheinlich genauso ein Schrotthaufen sein würde, denn –hallo- ich bin 28, immer noch Studentin – ergo ich bin arm wie eine Kirchenmaus!)?
Oder soll ich mir, wie jeder normale Europäer, wieder das Laufen angewöhnen?
Keine leichte Entscheidung, sag ich Euch. Naja, ich habe mich dann schweren Herzens dazu entschlossen, das Auto doch noch mal reparieren zu lassen. Ich hoffe, dass es wenigstens noch so lange am Leben erhalten werden kann, bis der Winter vorbei ist. Die Entscheidung mag für manche vielleicht wirtschaftlich nicht ganz nachvollziehbar sein, aber im Moment habe ich weder die Zeit noch das Geld, mir ein anderes Auto zu suchen. Und wer immer noch meint, es würde sich nicht lohnen, das Auto reparieren zu lassen, hat wahrscheinlich auch noch nie den Winter in Wisconsin erlebt und musste noch nie schwere Einkaufstaschen bei minus 20 Grad Celsius durch meterhohen Schnee zu Fuß nach Hause schleppen. Ich durfte das 3 Jahre lang in meiner Vor-Auto-Zeit machen und das ist ein Erlebnis, das ich nicht noch mal wiederholen möchte. Ich saches Euch: Man glaubt ja gar nicht, wie schnell so Nasenhaare gefrieren können.
Naja, so steht es also um mich und mein Auto. Während meine lieben Eltern ihre Koffer für ihren Spanienurlaub packen, werde ich mir jetzt einen Pumpkin Spice Tea kochen, mich in meine Bettdecke einkuscheln und mich fragen, warum ich unbedingt hier studieren musste, wo es im Winter so kalt wird und man unbedingt ein Auto braucht.
P.S.: Dies wäre übrigens eine wirklich gute Gelegenheit, hier ein paar aufmunternde Kommentare für mich zu hinterlassen!
15.10.2006
... und jetzt schreibt sie schoooon wieder von ihrem Auto
Also zurück zu meinem Auto:
Morgen habe ich mit meinem Auto einen Termin in der Werkstatt. Ja, ich weiss, schoooon wieder. Die Leute da kennen schon jedes Schräubchen an meinem Auto.
In dieser Woche hat es angefangen beim Lenken immer wie ein wildes Schwein zu quietschen und die Kühlflüssigkeitsanzeige leuchtet immer auf. Aber, da an meinem Auto immer gleich mehrere Sachen kaputt gehen – sonst würde sich die Fahrt zur Werkstatt ja nicht lohnen – hat es angefangen, beim Fahren auch immer so ein klopfendes Geräusch zu machen. Schwer zu beschreiben.
Ich hab mal einen der wenigen Mitstudis, die sich mit Autos auskennen, gefragt, was das denn sein könne. Er hat sich zuerst über meine Immitation von Autogeräuschen kaputtgelacht und meinte dann, ich hätte wahrscheinlich zu wenig Öl im Wagen.
Zugegeben, das könnte auch erklären, warum meine Öllampe ständig aufleuchtet....
Hmm!...
Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass die Öllampe schon aufleuchtet, seitdem ich das Auto habe und es deshalb schon mehrmals in der Werkstatt durchgecheckt wurde. Vorsichtshalber hab ich dann doch mal den Ölstand nachgesehen, denn schließlich hab ich den Wagen schon seit 2 Jahren und noch nie einen Ölwechsel machen lassen. Ds Ergebnis: Ich habe zwar noch genug Öl, aber irgendetwas sagt mir, dass Öl nicht braun und klumpig sein sollte.
Ich hab meinen Mitstudi dann auch gefragt, ob er meint, dass die Sache mit der Lenkung lebensgefährlich sei. Nicht, dass ich gegen den nächsten Baum fahre, weil ich nicht mehr lenken kann. Aber der Mitstudi hat mich nur fassungslos angestarrt und meinte, ich solle mir darüber mal keine Gedanken machen, denn wenn ich nicht sofort wegen des Öls in die Werkstatt fahren würde, würde mir die Karre eh bald um die Ohren fliegen (wie immer frei übersetzt aus dem Englischen).
Naja, auf jeden Fall bin ich deshalb schon eine Weile nicht gefahren und morgen bringe ich den Wagen in die Werkstatt, damit die dort die lebensrettenden Massnahmen einleiten können. Ich habe nämlich so den schlimmen Verdacht, dass mein Auto zusammen mit meiner traurig dreinblickenden Zimmerpflanze einen kollektiven Selbstmord plant. Und das muss schließlich verhindert werden.
Allerdings glaube ich, dass meinem Auto höchstens noch ein Wunder helfen kann. Da kommt es also wie gerufen, dass es in dieser Woche einen Meteorschauer vom Halleyschen Kometen geben soll. Wenn mich also heute Abend noch jemand suchen sollte: Ich sitze in meinem Auto und halte verzweifelt Ausschau nach Sternschnuppen!
09.10.2006
Kunterbunter Herbst in Wisconsin

Meine liebste Jahreszeit ist der Herbst. Allerdings meine ich damit nicht den grauen Herbst bei uns zu Hause, sondern den bunten Herbst mit Sonnenschein und Blättern, die in den verschiedensten Gelb-, Rot- und Orangetönen leuchten.
Und hier sind sie. Die allerschönsten Herbstfarben in Wisconsin:
Man stelle sich hier leuchtende Herbstfarben vor. Irgendwie können diese Fotos gar nicht die wunderschönen Farben wiedergeben, die wir gesehen haben. Schade.
Leider war die Sonne verschwunden, als wir in Wausau ankamen. Auf dem Weg dorthin hatten wir blauen Himmel. Dann haben wir kurz zum Lunchen in Steven`s Point angehalten, (wo fast jedes Geschäft und Lokal auf Point endet z.B. Barber Point, Central Point, etc.). Als wir aus dem Einbahnstraßengewirr wieder herausgefunden hatten, war die Sonne weg. Sowas aber auch!
Hier sieht man, dass Wisconsin doch eher zu den flacheren Staaten gehört. :o)

Zu meiner großen Überraschung gab es auf dem Rib Mountain sogar ein kleines Felsenmeer - fast so wie zu Hause!


Einen Thron, extra für mich, gab es natürlich auch dort:

06.10.2006
Das Grauen hat einen Namen: Cookie Dough Ice Cream
Mittlerweile wissen ja auch schon die meisten Deutschen aus Film und Fernsehen, was Halloween ist. In ein paar kurzen Sätzen: An Halloween verkleiden sich die Amis als Geister, Gespenster, Zombies und Hexen und versuchen sich gegenseitig Angst einzujagen. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten fast so wie bei uns in Deutschland zu Karneval oder St. Martin. Nur, dass hier in Amerika zu Halloween alles auf gruselig gemacht ist. Da mir Verkleiden nicht so liegt, schreibe ich jetzt mal etwas über die wirklich gruseligen Sachen hier in Amerika, nämlich über das amerikanische Essen.
Versteht mich bitte nicht falsch. Ich mag amerikanisches Essen. Aber damit meine ich nicht die wabbeligen Hamburger bei McDoof, sondern richtiges Essen, wie z.B. apple crisp, green bean casserole oder mesquite chicken wraps. Und nach jahrelanger systematischer Desensibilisierung gelingt es mir nun sogar, ein Erdnussbutter-und-Marmelade-Butterbrot zu essen ohne dabei einen starken Würgereiz zu bekommen. Trotzdem finde ich amerikanisches Essen irgendwie gruselig. Etwas gruselig zu finden und etwas zu mögen schliesst sich ja nicht unbedingt gegenseitig aus.
Der Grund dafür, dass ich amerikanisches Essen gruselig finde, mag zunächst einmal daran liegen, was mir als Kind so alles übers Essen erzählt wurde. So hat mir meine Oma z.B. immer gesagt, ich dürfe beim Plätzchen backen in der Adventszeit nicht so viel rohen Teig naschen, da man davon Würmer im Magen bekommt. Okay, so ganz hab ich das nie geglaubt, ...aber man weiß ja nie. Schliesslich hat meine Oma bei so manchen anderen Sachen doch Recht behalten. Und als ich hier so eines Tages nichts böses ahnend an der Tiefkühltheke im Supermarkt meines Vertauens vorbeifahre, trifft mich fast der Schlag: Cookie Dough Ice Cream!
Leute, ihr werdet es kaum glauben, aber die verkaufen hier rohe Plätzchenteig-Eiskrem!!! Ich musste mir die Packung erst ein paar Mal durchlesen bis ich das wirklich fassen konnte. Da packen die Amis doch tatsächlich kleine rohe Plätzchenteigstücke in ihr Vanilleeis. Wie soll man denn dann bitteschön noch Plätzchen daraus backen? Oder soll man den Teig etwa roh essen und davon Würmer bekommen? Also wenn das nicht gruselig ist!
Aber da ich ja angehende Wissenschaftlerin bin, habe ich mich natürlich gleich zu einem völlig uneigennützigen Selbstversuch zur Verfügung gestellt, in dessen Verlauf ich eine Packung Cookie Dough Ice Cream über einen Versuchszeitraum von 1 Woche konsumiert habe. Als ich gerade eben gefallen daran zu finden begann, musste ich den Versuch leider frühzeitig abbrechen, weil ich 2 Pfund zugenommen hatte. Ich finde, das ist mindestens genauso gruselig wie Würmer!!! Naja, wenigstens konnte ich beweisen, dass die deutschen Omis nicht völlig umsonst ihre Enkel vor den kulinarischen Hochgenüssen des Teignaschens zu bewahren versuchen.
Mittlerweile bin ich die 2 Pfund vom Cookie-Dough-Ice-Cream Selbstversuch auch wieder los und kann mich somit wieder richtigen Studien widmen und deshalb...
...Fortsetzung folgt (– vielleicht)
02.10.2006
... und dies ist genau der Grund, warum es Sinn macht, Deutsch im englischsprachigen Ausland zu studieren
30.09.2006
Kleines Auto-Update
Auf meinem Weg zur Werkstatt gab mir auf einmal eine Frau, die im Wagen neben mir an der Ampel stand, Zeichen, ich sollte mein Fenster runter machen und deutete auf meine Motorhaube.
Ich dachte schon: "Oh je, was ist denn jetzt noch kaputt." und checkte schnell nach aufsteigendem Qualm aus der Motorgegend. Aber da war alles in Ordnung.
Also ließ ich das Fenster vorsichtig einen kleinen Spalt runter.* Die Frau grinste mich breit an und meinte dann:
"Schönes Auto! So eins hab ich auch mal gefahren ... vor 20 Jahren."**
"Na super!" dachte ich mir und nickte ihr freundlich zu.
"Eine echte Antiquität. Das ist ein richtig gutes Auto. Funktioniert denn noch alles?"
Ich musste mich schwer zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Ich lächlte ein wenig und schüttelte mitleidig den Kopf.
"Nein. Bin gerade auf dem Weg zur Werkstatt. "
"Oh!" Die Frau schien ein wenig irritiert. "Aber das Auto hat doch so einen guten Motor. "
"Ja", antwortete ich. "Der Motor ist so ziemlich das Einzige, was noch nicht kaputt gegangen ist."
Zum Glück wurde in diesem Moment die Ampel grün und wir fuhren weiter in getrennte Richtungen.
Ein paar Ampeln weiter musste ich wieder anhalten. Zwei junge Männer im Collegealter gingen an mir vorbei und als sie mein Auto sahen, sagte der eine auf einmal:
"Oh cool! Ein Audi der alten Schule! (original Wortlaut: "An old-school Audi!") Die sieht man nicht mehr so oft. Starkes Auto!"
Ich mag mich irren, aber es war mir so, als ob mein Auto ein stolzes Schnurren von sich gab, als die Ampel wieder umschaltete und wir weiterfuhren.
Die Werkstattleute meinen übrigens, den Fehler gefunden und behoben zu haben. Auch wenn ich da sonst immer sehr misstrauisch bin (zu viele schlechte Erfahrungen), habe ich beschlossen ihnen zu glauben. Zum Glück habe ich seitdem auch keine obszönen Gesten mehr von meinem Auto erleben müssen. Toi, toi, toi!
Fazit der Geschichte:
Ich werde meine Antiquität wohl doch noch ein wenig behalten.
* Keine Angst, Mutti. Ich lasse keinen wildfremden Leuten an der Ampel die Fenster runter. Es war nur ein klitzekleiner Spalt, die Frau saß in einem riesigen SUV mit zwei Kindern auf dem Rücksitz und auch sonst war weit und breit kein böser Mann zu sehen.
** Alles auf Englisch natürlich.
26.09.2006
Meet Bobo and Frida

Bobo ist ein Loofa Dog, d.h. ein Hundespielzeug, dass durch eine Fernsehreklame zu unerwarteter Popularität gelangt ist. In der Werbung rennt ein kleiner Dackel mit Bobo durch die Gegend bis Bobo total zerfetzt ist und im Müll landet. Das Frauchen geht dann mit dem Hund in eine Zoohandlung, wo der Verkäufer den Hund fragt: "Where is Bobo?", worauf hin der Hund ihm den traurigsten Dackelblick der Welt zuwirft. Also wird ein neuer Bobo gekauft und an der Kasse wird der Dackel mitsamt dem neuen Bobo im Maul eingescannt. Total süß!!!!

Frida und Bobo probieren die Löffelchenstellung aus.
(Bobo stellt sich dabei allerdings noch etwas steif an.)
Einer meiner Studenten hat behauptet, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass das tägliche Betrachten von süßen Welpen das Herzinfarktrisiko erheblich senkt. Oder war das doch das Trinken von Rotwein???
20.09.2006
Von Faulkner, Dust Bunnies und fremden Dimensionen
Leute, die noch nie Studenten waren, wissen das Ausmaß dieser Handlung vielleicht nicht einzuschätzen, aber lasst es Euch gesagt sein:
Es ist physikalisch unmöglich eine Studentenwohnung sauber zu halten.
Sämtliche Staub- und Schmutzartikel des Universums scheinen sich von meiner kleinen Wohnung wie von einem schwarzen Loch angezogen zu fühlen. Und obwohl ich es eigentlich besser wissen sollte, verbringe ich jede Woche viel zu viel Zeit damit, gegen besagte Gesetze der Physik zu kämpfen, um meinen Traum von einer sauberen Wohnung nicht völlig zu begraben.
Heute habe ich den Boden gefegt, gesaugt und gewischt. Ich habe mir selbst so einen Swiffer zugelegt und bin wie wild durch meine Wohnung geswiffert. Trotzdem behaupten böse Zungen immer wieder, dass ich in meiner Wohnung Wollmäuse züchten würde.
Wollmäuse? Bei mir? Unmöglich!
Die gemeine europäische Wollmaus ist gar nicht in diesen Breitengraden ansässig. Wenn überhaupt, dann kann man bei mir nur das Nordamerikanische Dust Bunny finden. Aber auch das halte ich nur für ein bösartiges Gerücht. Soweit ich weiß, ziehen Dust Bunnies luxeriösere Apartments, mit Stereoanlagen, Breitbildfernsehern und TiVos vor und damit kann ich nun leider doch nicht dienen.
Außerdem würde sich das äußerst menschenscheue Dust Bunny durch meinen Staubsauger bestimmt in seinem Paarungsverhalten gestört fühlen. Wer jemals Bekanntschaft mit einem amerikanischen Staubsauger gemacht hat, weiss wovon ich spreche. Die Dinger sind so laut wie ein Panzer und fast so schwer wie eine Harley Davidson. Und wie so vieles in Amerika, haben die auch ganz schön Schmackes in sich. Einmal über das Elektrokabel gesaugt und das halbe Kabel ist futsch (- wirklich so passiert bei einem anderen Versuch, Ordnung in meiner Wohnung zu schaffen. Das Kabel ließ sich aber mit Isolierband wieder reparieren.).
Früher habe ich es ja nie für möglich gehalten, dass man mit einem Staubsauger wie im Film einen kleinen Hamster aufsaugen kann, aber ich sag es Euch: Mit diesen Dingern hier - no problemo! Keine Angst, ist noch nicht wirklich so passiert! Nicht, dass irgendein Blogleser auf die Idee kommt, mir den Tierschutzbund auf den Hals zu hetzen, der dann meine Staubsaugerbeutel nach aufgesaugten Kleintieren durchwühlt und noch mehr Chaos in meiner Wohnung anrichtet. Das wäre doch irgendwie kontraproduktiv.... Naja, zurück zum Thema, denn was ich eigentlich nur sagen wollte: Bei diesen Staubsaugern hätte so ein kleines unschuldiges Dust Bunny nicht die geringste Überlebenschance.
Aber der Staub ist nicht das einzige Problem. Wo wir vorhin schon von schwarzen Löchern gesprochen hatten: Wenn meine Wohnung wirklich ein schwarzes Loch für Staub und Unordnung darstellt, dann ist das Zentrum ohne Zweifel meine Schreibtischschublade, d.h. es sieht aus wie eine Schreibtischschublade. In Wirklichkeit ist es jedoch das Tor zu einer fremden Dimension. Was man auch in diese Schublade hineinlegt, verschwindet unwiederbringlich und taucht erst wieder in einem anderen Sonnensystem auf. Dort wundern sich wahrscheinlich kleine grüne Männchen, woher die ganzen Notizen über Faulkners „The Sound and the Fury“ kommen und was ihnen der große Autor mit diesem Werk sagen will.
Liebe kleine grüne Männchen, habt keine Angst. Ihr seid nicht die einzigen in diesem Universum, die den Sinn dahinter nicht ganz verstehen können.
Naja, leider ist im Moment dieses Tor zu einer fremden Dimension auch vollig ausgelastet und deshalb stapeln sich in meiner Wohnung überall Bücher, Artikel, Hausaufgaben von meinen Studenten und Unterrichtsmaterialien.
Mittlerweile betrachte ich diese Sachen schon gar nicht mehr als Unordnung, sondern vielmehr als Dekoration oder als Accessoires, die in Farbe und Stil perfekt auf das allgemeine Thema meiner Wohnung, "totales Chaos", abgestimmt sind. Andere Leute haben auf ihrem Esstisch eine Vase mit frischen Schnittblumen kunstvoll arrangiert - ich lager dort einen Stapel Artikel über Zweitspracherwerb. Wo bei anderen Menschen bestickte Kissen das Sofa zieren, verleihen die bunten Graphen meiner letzten Studie der Sitzgruppe einen besonderen Akzent. Und gerade eben habe ich meine frisch gespülten Teller so kunstvoll in meiner Spüle zum Trocknen aufgestellt, dass man sie mit halbgeschlossenen Augen fast für ein modernes Kunstwerk halten könnte.
Dazu sage ich nur: Mission erfüllt.
Und wieder einmal ist es mir gelungen, mein Apartment vom Staub zu befreien und somit alle Gesetze der Physik zu überlisten. Für heute ist die Welt (und besonders meine Wohnung!!!) wieder in Ordnung.
Doch morgen wartet schon die nächste Herausforderung auf mich: Zeitreisen.
Mit etwas Glück schaffe ich es vielleicht gleichzeitig, Hausaufgaben zu kontrollieren, an meiner Studie zu arbeiten und nebenbei noch eine halbe Stunde im Fitnessstudio zu trainieren. Drückt mir die Daumen, denn wenn etwas schief geht, lande ich vielleicht auch in einer anderen Dimension und muss mit kleinen grünen Männchen Faulkner diskutieren.
17.09.2006
Wochenendabstecher in die Schweiz

Dieses Wochenende war ich in New Glarus, einem kleinen Ort ca. 45 Autominuten von Madison entfernt. New Glarus wurde 1845 von Schweizern besiedelt, die eigentlich ganz schnell den typischen American Way of Life übernommen haben. Naja, und nach über hundert Jahren in Amiland, hatten sie sich dann so an die amerikanischen Bräuche und materialistische Lebensweise gewöhnt, dass sie sich wohl überlegt hatten, selbst aus ihren schweizer Wurzeln Geld zu schlagen. Und so wurde in den 60er Jahren kurzerhand ein schweizer Architekt bestellt, der das halbe Städtchen zu einer Disneyland-Version der Schweiz umgebaut hat.

Naja, wie man sieht ist den Amis das auch ganz gut gelungen, nur so eine Kuh ist mir in der richtigen Schweiz noch nie über den Weg gelaufen. Aber die kannte ich ja schon aus Madison.

Zu meinem großen Bedauern hatten wir leider in diesem Jahr schon das Heidi Festival verpasst. Naja, man kann nicht alles haben. Dafür fand ich eigentlich die schweizerisch-reformierte Kirche ganz schön:
Von innen hatte sie zwar eher einen amerikanischen Charakter...

... aber wenn man genau hinguckte, fand man auch hier den schweizer Einfluss:

Auch sonst versuchen die Amerikaner alles authentisch zu gestalten. Die Preise in den Restaurants entsprechen direkt dem teuren schweizer Vorbild und auch die Straßen sind zweisprachig ausgeschildert. Selbst die Schweizerin in dem Souvenirladen war super nett zu meinen amerikanischen Freunden, guckte mich aber noch nicht mal mehr an, nachdem sie mitbekommen hatte, dass ich Deutsche bin. Genauso wie in der Schweiz.
Ich musste mich daher schwer beherrschen, um nicht doch eine Milka-Schokolade zu kaufen, obwohl sie meine Lieblingssorte "Erdbeer-Joghurt" dort hatten. Allerdings konnte ich einfach nicht an einer Karte vorbeigehen, die ich dann schliesslich doch für einen kranken Freund kaufen musste. (Check your mail box, Jim Bob.) Der Kartentext lautet:
"Herzliche Wünsche
Es geht alles vorüber
Es geht alles vorbei
Bald gibt´s wieder Wurst
Statt bitterer Arznei.
Gute Beßerung" (Alfred Mainzer)
Die Karte wurde in Spanien für einen New Yorker Verlag auf Deutsch gedruckt und ich nehme mal an, dass sie nur die Wurst erwähnen und das "ß" mit eingebaut haben, um die Karte authentischer wirken zu lassen. Dabei gibt es in der Schweiz noch nicht mal ein "ß". Aber es hätte mich auch nicht gewundert, wenn sie noch ein paar Umlaute mehr mit eingebaut hätten, denn hier am Flughafen in Madison gibt es auch einen "Würststand" und in der Eisdiele verkaufen sie hier "Germanchökolätekäke" als Eissorte, was übrigens sehr gut schmeckt. Mmmh!
Die einzig wahre Entäuschung in New Glarus waren die Berge. Die waren nämlich... naja... nicht vorhanden. Wisconsin ist nämlich doch eher flach. Aber es hat mich auch nicht weiter gestört, da ich ja schon als Kind immer mit meinen Eltern in den Alpen wandern musste und das immer totlangweilig fand.
So insgesamt hat mir New Glarus echt sehr gut gefallen. Und vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, doch noch mal das Heidi Festival zu besuchen. Ich wollte doch so gern einen Ami jodeln hören!
Bist Du mein Traummann? Are you the man of my dreams?
1. He must have a male cat that is named after a philosopher, author or another great thinker. The cat must also have red and white fur and an uneven number of stripes on its tail. (okay, okay, the first three points on this list are kind of negotiable)
2. … Alternatively, it would also be fine with me if he had a Golden Retriever that listens to the name “Nifkin”.
3. His appearance must have a strong resemblance to at least (!) one of the following people: Brad Pitt, John Travolta, Tom Cruise, Kevin Costner, Richard Gere, George Clooney, Ben Affleck, Hugh Grant … (this point is definitely negotiable, though).
4. He should have the gift to make my heart skip a beat whenever he smiles at me. (This point is not negotiable!)
5. Once in a while, he should give me flowers just because he loves me. And even if the flowers only bloom for a day, he should buy them anyway to show that even a short moment is worth for him to show me his love.
6. He should know which books I am reading and be able to discuss them with me.
7. His voice should be deep and soft and his words like a warm blanket wrapped around my soul when he talks to me.
8. He should have strong arms to hold me, a wide chest to lean against and a soft belly to cuddle with.
9. His eyes should be big, deep and sparkle. The color does not matter so much, but they need to be full of dreams and see beyond the surface of people and things.
10. He should miss me when I am not around and think of me the last moment before he falls asleep at night and the first moment he wakes up in the morning.
11. He should be kind and loving.
12. He should be tender.
13. He should be grateful to have me.
14. He should be able to apologize and accept apologies.
15. He should accept me with all my faults and flaws, just as I would do that for him.
16. He should call me, before I get the chance to give him a call.
17. We should be able to learn from each other. He should be able to talk about things that make me curious, things that I had never thought about before. But he should also listen to what I can teach him and what I have to say about the world.
18. He should equally participate in housework and chores.
19. He needs to love children and want children of his own (someday).
20. He should love the ocean side, the salty air and the ticklish feeling of sand beneath his toes.
21. He must have the mercy to believe that there is a higher force than human. He does not need to have the same faith as I do, even though that would be a plus, but at least he needs to respect my faith.
22. He needs to believe in the good (of people, the universe, life etc.).
23. He should write me love letters that make my eyes fill with tears and goose bumps cover my arms when I read them.
24. He should secretly keep mementos from dates we went on and never tell his friends about our intimate moments.
25. He should love movies (yes - that includes chick flicks), malls (at least once in a while), coffee shops and Panera Bread (of course).
26. He should keep a journal.
27. He needs to own at least one pair of black shoes, a pair of khakis and a tie that he can knot without my help, but he should not wear these things together.
28. He needs to play a musical instrument, preferably the piano, the saxophone or a string instrument.
29. He must have a spark of Abenteuerlust inside his chest that urges him to explore the world around us - near and far. Besides, he should have a genuine interest in the culture and history of places.
30. He should still own a teddy bear from his childhood.
31. Sometimes he should have worries or insecurities but he should not be scared to reveal these emotions to me.
32. In 40 years, he should be the man in the family portrait sitting next to me surrounded by our children and grandchildren.
33. Somehow, my hormones and I like guys with a five o’clock shadow and/ or glasses. (Go figure!)
34. We feel even more attracted to guys that use after shave, because then I can smell him in places he stayed even if he has left them a while ago. (This point is a big must! – And who says you can only use after shave after you shaved?!)
35. He should ask me at least twice a day (in the morning and at night) “How are you doing?” but more importantly he should really care about what I answer to this question.
36. He should stand behind me when I present my work in public, next to me when we walk through life together and step in front of me when he sees the opportunity to follow his dream.
37. He should have a plan, ambitions and ideas about the future, our future, and talk to me about them.
38. He should care about me, not about how others might perceive me.
39. He should never try to change me. Especially not if he does never listens to suggestions for change himself.
40. He should not talk about his former girlfriends and never mention them, when I do not ask about them (in other words: never).
41. He should not be perfect and (even more importantly) not act as if he were.
42. He should court me, fight for me, respect me and wait for me.
43. He should be a gentleman, because a gentleman is a person that makes everyone else feel comfortable in his presence.
44. Every morning, when he wakes up next to me, he should feel like he found his place in this world.
45. He must love me. (Believe it or not: This last point has proven itself to be the most unrealistic demand on this list and is the main reason why I am still single. But hey, I am an optimistic person!)
What I do NOT care about is:
- his car
- his favorite sports team
- (too many) muscles
- and any kind of sound that he can produce with body parts that do not belong to the voice apparatus and that are not meant to be used for the purpose of communication
If you think you match the above description keep on reading…
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
CONGRATULATIONS!
Among the 3,238,280,893 males currently residing in the Milky Way,
YOU HAVE BEEN SELECTED
to be my new BOYFRIEND!
To start your new and better life as soon as possible, give the nicest girl that ever walked this planet a hint and leave a comment on her blog at your earliest convenience:
11.09.2006
Über die große Macht der kleinen Dinge
Wie die Meisten wahrscheinlich wissen, habe ich mir hier vor ca. 2 Jahren ein gebrauchtes Auto zugelegt. Ein Auto ist in Amerika so ziemlich unabdingbar, denn schliesslich leben wir hier nicht nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch im Land der zu Fuß unerreichbaren Möglichkeiten. Ohne Auto läuft hier nix. Allerdings läuft bei mir mit Auto leider auch nix. Ganz besonders nicht mein Auto. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, frage ich mich als erstes: „Na, wird er´s wohl heute tun???“ Und die Antwort meines Autos ist leider viel zu oft: „Och nööö du, heute mal nicht!“
Okay, zugegeben: Das Auto ist mittlerweile 20 Jahre alt, was in Autojahren wahrscheinlich schon fast an die 100 reicht und in Klimaverhältnissen wie in Wisconsin die durchschnittliche Lebenserwartung eines Kraftfahrzeuges um ca. 10 Jahre übersteigt. Trotzdem! Mein „Äutecken“ lebt erst seit 2 Jahren hier im wunderschönen Dairy State und sollte eigentlich noch ein bisschen durchhalten, zumindest bis ich Nr. 8 auf meiner Liste (siehe rechts) abgehakt habe. Aber Pustekuchen.
Als ich heute Nachmittag losfahren wollte, hat es mir den Finger gezeigt. Na gut, es war der Scheibenwischer. Aber es hätte genauso gut der Finger sein können. Als ich nämlich versuchte den Motor anzuschmeissen, bewegte sich der Wischer ganz gekonnt bis senkrecht nach oben und blieb dort stehen. Solidarischerweise dachte sich just in diesem Moment wahrscheinlich auch der Fensterheber: „Och, dann bleib ich auch mal stehen.“ Wie im Schock starrte ich den Scheibenwischer an und dachte: „Nicht schooon wieder!“
Seit ca. 1/2 Jahr streiken nämlich der Scheibenwischer und Fensterheber ab und zu, wenn es mal anfängt zu regnen. ...Oder wenn die Sonne scheint und wir hohe Luftfeuchtigkeit haben. ...Oder wenn es neblich ist. ...Oder wenn sie auch sonst keine Lust haben.
Mittlerweile bin ich stinksauer. Die einzige Aufgabe eines Scheibenwischers ist es, bei Regen die Scheiben zu wischen. Er muss keine Doktorarbeit über das Motivationsverhalten von Fremdsprachenlernern verfassen, er muss nicht 22 Studenten mit den Ablautregeln der Konjugationen des Deutschen vertraut machen und es wird auch nicht von ihm verlangt, ein Miniseminar über die kulturelle Identität der Deutschen abzuhalten. Alles, was er tun muss ist sich von rechts nach links zu bewegen, WENN ES REGNET. Und tut er es? Natürlich nicht. Solange es nicht regnet ist alles kein Problem. Er schwingt fröhlich hin und her als ob er mir zuwinken würde und sagen wollte: „Guck mal, guck mal, was ich kann!“ Aber wenn es dann anfängt zu regnen und ich ihn brauche, streikt das blöde Ding! Na super!
Also hab ich mir im Internet angelesen, wie man eine Sicherung auswechselt und welches Kontaktspray man wo und wie reinspritzen muss, damit ich mein Auto wieder halbwegs benutzen kann. Okay, das war keine große Aktion, aber seit ich dieses Auto habe, wundern sich die Betreiber der AAA Webseite (amerikanischer ADAC) wahrscheinlich, warum sie plötzlich 5-mal so viele Klicks auf ihre Seite über Autoselbstreparaturen verzeichnen können als noch vor 2 Jahren. Zugegeben, ich bin hierher gekommen, um was zu lernen, aber ich hatte da mehr an angewandte Linguistik und weniger an Automechanik gedacht. Naja, wenigstens konnte ich so mein englisches Vokabular ein wenig erweitern. Und ich liebe mein Auto. Fest steht jedoch, sollte ich jemals wieder Wörter wie „Nockenwellen“ oder „Kurvengetriebe“ im Wörterbuch nachschlagen müssen, nehme ich mir auch gleich die Zeit, um zu lernen, wie der Ami „Autopresse“ übersetzt.
