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02.07.2012

Getting a new driver's license in the South

One day, when I was still relatively new to the South, I had to get a new driver’s license. So, I went to the local DMV. Upon my arrival, I was greeted by a huge hand-written sign that read “Public display of profanity is a misdemeanor and will be prosecuted.”

“Ooookay, well then”, I thought and stepped inside where about 8 more of these signs plastered the walls. Something told me that this office often has to deal with profanity.

I was still wondering if the neon orange walls might have something to do with that, when an officer handed me the license application forms and told me– just in case I hadn’t gotten the message yet –that I am not supposed to use any profanities when filling out the forms in the waiting room.

The waiting room was a small room next door and the walls were no longer neon orange with handwritten signs on it, but instead a poster read “Stop domestic violence against women and children in the rural south”. Since I was the only customer at the DMV, there wasn't really any waiting on my part, so I just completed the forms:

No – I don’t have a middle name,
No – I am not a US citizen
No – I would not like to register to vote,
but
Yes, - I would like to donate my organs in case of a fatal accident.

Turns out that if
No - I don’t have a middle name and
No – I don’t have US citizenship and
No – I don’t register to vote Republican
then
NO - they also don’t want my organs in case of a fatal accident.

Fine! If I end up as road pizza, I’ll take my Germanic flesh and blood – or whatever might be left of it – and I’ll have it shipped back to Europe. Thank you very much!

I was still recovering from the fact that my precious gift of life for some profanity using Mississippian was denied when the officer called me to step up to the counter for some questioning and picture taking.

Seriously, is it really possible to look good in a license picture if you’ve just been asked about your height and weight? - I don’t think so.

So, there was really nothing I could do. I blame the orange walls for my skin looking purple and a couple other things in my life. When I was finally handed my license, it took a lot of willpower to suppress my urge to publicly display profanity. Suddenly, everything made sense. 

02.06.2009

There is absolutely nothing wrong with your car.

"There is absolutely nothing wrong with your car."

- That's what the mechanic at the dealership said after looking for 3 hours for the reason why my car stuttered and jumped like the Easter Bunny when I tried to drive it to the garage.

16.05.2009

Nahtoderlebnis

Da sitze ich heute nichts Böses ahnend in meinem Wohnzimmer und schreibe fröhlich munter an meiner Dissertation. Na gut, fröhlich munter war es nicht gerade... eher kurz vorm Nervenzusammenbruch stehend, aber das tut eigentlich nichts zur Sache hier.

Ich sitze also so da und schreibe unschuldig an meiner Dissertation als ich kurz aufgucke und eine riesige grüne Couch auf mich zu gesegelt kommt. Nein, nicht was Ihr jetzt denkt. Ich hatte keine Flasche Rotwein zum besseren Fluss der Dissertationsgedanken geköpft und die Couch war auch keine Halluzination meines verqueren Akademikergehirns. Meine Übermieter waren mitten beim Einzug.

Über die Jahre hinweg hatte ich ja immer wieder sehr viel "Glück" mit Mietnachbarn. Da war die Nachbarin, die wegen eines verbrannten Keks in der Mikrowelle die städtische Feuerwehr mitsamt Löschzug anrollen lies, die Übermieterin, die mich mit nächtelangen Telefonaten regelmäßig um den Schlaf brachte, und natürlich der Nachbar, der nach geschätzten 50 Lenzen immer noch im Studentenwohnheim wohnte und jeden Abend für exakt 30 Min. Herrenbesuch empfing (20.45h-21.15h, jeden Abend ein neuer Herr). Aber bisher hatte noch keiner dieser Nachbarn einen Anschlag auf mein Leben verübt (wenn man mal von dem Vorfall mit der Feuerwehr und den Gang Tags an meiner Hintertür absieht...).

Irgendwie hatte ich auch immer angenommen, dass, falls ich jemals von einem der hiesigen Amis umgebracht würde, das Mordinstrument ein Gewehr oder eine Armbrust sein würde, die ein verrückter Student in die Klasse mitgebracht hätte, oder zumindest ein blutiges Jagdmesser. Aber doch keine grüne Couch!

Aber besagte Couch kam heute Nachmittag auf mich zugesegelt. Meine netten, aber von-Physik-oder-anderen-Naturgesetzen-nicht-den-leisesten-Schimmer-habenden Nachbarn waren auf die glorreiche Idee gekommen, einen Flaschenzug zu konstruieren, um ein Sofa über ihren Balkon (der direkt über meinem liegt) in ihre Wohnung zu verfrachten. Das wäre ja vielleicht auch gut gegangen, wenn man die ganze Sache ein wenig durchdacht und anders angegangen wäre. Aber, da die Menschen es in diesem Teil der USA nicht so ganz mit dem Denken haben, sah ich die Couch schon mit einem großen Knall mein Balkonfenster zerschmettern und in meinem Wohnzimmer landen. Todesmutig warf ich meinen üppigen Körper im Bruchteil einer Sekunde auf meinen Laptop um mein Wertvollstes (Dissertation!) der Nachwelt zu erhalten. Aufgrund meiner rubenesken Figur schaffte ich es sogar, neben meinem Computer auch noch ein paar Lehrbücher abzuschirmen als es plötzlich einen lauten Knall gab. Die Couch war nicht durch mein Fenster gesegelt, aber wie durch ein Wunder auf meinen Balkon herniedergekracht und auf meinem frisch umgetopften Lavendel gelandet. Na super!

Während ich noch auf meinem Computer lag und vorsichtig durch meine halbgeschlossenen Augen die Couch anblinzelte, klopfte es schon an meiner Tür. Vorsichtig erhob ich mich und ging sicher, dass sich weder mein Compi noch ich mir irgendwelche lebensgefährlichen Verletzungen zugezogen hatten. Immer noch benommen öffnete ich die Tür und wurde fast von einer Gruppe Undergrads umgerannt, die mich zur Seite stießen und wie die Lemminge quer durch meine Wohnung in Richtung Balkon marschierten. Dort fingen sie an, die Couch zu heben und stoßen und schieben. Während ich daneben stand und mich von dem Schock erholte, fast von einer grünen Couch erschlagen worden zu sein, babbelten die Lemming-Undergrads die ganze Zeit etwas von "einziehen" und "7-foot couch" und "erste eigene Wohnung" und "Party-Time". Irgendwann krachte die Couch dann über mein Balkongeländer ein Stockwerk in die Tiefe und genauso schnell wie die Lemming-Undergrads in meine Wohnung gekommen waren, marschierten sie auch wieder hinaus. Immer der Couch nach.

Es wird wirklich Zeit, dass ich umziehe! Hatte ich erwähnt, dass es heute schon wieder geschneit hat? Im MAI!!!

12.09.2008

The Good News

So, nachdem ich hier in der Einsamkeit gelandet bin, habe ich mich erst mal bei diesem Internet Service angemeldet, der einem Filme ins Haus schickt, die man so lange gucken kann wie man will, no late fees... ihr wisst schon, was ich meine...
Meine "Queque" habe ich mit typischen chickflicks gefüllt, romantischen Komödien und so, von denen ich teilweise nie zuvor gehört hatte.

Diese Woche flattert mir endlich so ein Filmchen ins Haus. Ich habe es mir also mit einem schönen Gläschen Wein vor dem Fernseher gemütlich gemacht, mich zurück gelehnt und auf den Film gefreut. Da stellte sich heraus, dass es sich nicht nur um ein Dating Movie handelt, sondern um eine Mormon Dating Comedy - wobei es sein könnte, dass die Comedy-Einlagen nicht als solche von den Machern gedacht waren. Ich lag jedenfalls vor Lachen unterm Tisch. Der witzigste Film, den ich seit langem gesehen habe!

Dabei ist mir auch aufgefallen, dass ich hier noch gar keine Mormonen auf Mission gesehen habe. Scheinbar hat deren Kirche ein Einsehen gehabt und schickt keine Leutchen hier in die Wildnis. Mir taten die armen Jungs ja schon immer in Wisconsin leid, denn es gibt bestimmt interessantere Orte seine Mission erfüllen zu dürfen als Wisconsin. Es waren z.B. mal welche bei uns in Deutschland:

Mormonen: Guten Tag! Wir bringen Ihnen die Gute Nachricht.

Nachbarin: Ach, näh! Sindse Zeugen Jehowas oder wat?

Mormonen: Wir kommen von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Nachbarin: Wir kaufen nix. Wo issn Ihr Wachturm?

Mann der Nachbarin aus dem Hintergrund: Wer isset denn?

Nachbarin: Ach, dat sind nur de Zeuchen.

Mormonen: Wir kommen von der Kirche der...

Mann der Nachbarin aus dem Hintergrund: Mache Tür nich auf. Wir sind nich zu Hause.

Nachbarin zu Mormonen: Wir sind nich zu Hause.

Mormonen gucken.

In dem Moment kommt andere Nachbarin vorbei.

Nachbarin 2: Tach Elfi! Wer sind denn die zwei schicken jungen Herren.

Mormonen in weißem Hemd mit Krawatte und mit breitem Grinsen im Gesicht: Guten Tag!

Nachbarin 1: Ach, dat sind nur de Zeuchen.

Mormonen: Wir sind keine Zeu....

Nachbarin 2 zu Mormonen: Ach näh, lass mar stecken, wir sind alle Katholen hier.
Fuchtelt mit dem Zeigefinger vor den Gesichtern der Mormonen rum:
Und dat wollt ich Ihnen schon immer mal sachen - dat Ihr Eure Kinner sterben lässt, von wechen keine Bluttransfusion und so, dat is auch nich richtig, woll. Da kommt Ihr auch nich innen Himmel von. Zu Nachbarin 1:
Bis später Elfi!
Nachbarin 2 stapft wütend davon.

Mormonen: Aber wir sind keine Zeugen Jehovas. Wir sind Mormonen.

Nachbarin 1 schlägt den Mormonen die Tür vor der Nase zu.

In dem Moment aus einem anderen Nachbarhaus:

Nachbarin 3: Kommnse ruhig zu mir! Ich zeich Ihnen Fotos von meinen Enkeln und koch uns'n schönes Käffken.

Mormonen: Danke, aber wir sind Mormonen. Wir trinken keinen Kaffee.

Nachbarin 3: Ach, nu stelln Se sich nich so an. Ihr Prophet, der Mohammed, der hat schließlich auch schon Kaffee getrunken.

Und in dem Moment verschwanden die Mormonen mit Nachbarin 3 im Nebenhaus.

Was danach geschah, weiß keiner so genau. Die Mormonen hat man jedenfalls in unserer Nachbarschaft nie wieder gesehen. Nachbarin 2 behauptet, Nachbarin 3 steht jetzt ab und zu vor der Moschee, in der Hoffnung, Ihren Freunden die neuesten Fotos von den Enkeln zeigen zu dürfen, aber ich halte das für ein Gerücht...

12.06.2008

Wie man einen Tornado überlebt...

In letzter Zeit erreichen mich immer wieder Emails von besorgten Freunden, die in den Nachrichten von dem Wetter im Mittleren Westen gehört haben.

Bäcker M. aus G. schreibt:
"... hier mal kurz und knapp gefragt, ist viel von Wisconsin abgesoffen oder war es nur in gewissen Ortschaften???"

Freundin W. aus O. ist auch besorgt:
"Steht Dein Haus noch?"

An alle die sich um mein Haus und den Rest von Wisconsin Sorgen gemacht haben: Ja, es steht noch, Wisconsin ist noch nicht (ganz) abgesoffen und wie durch ein Wunder lebe ich auch noch. Allerdings habe ich daran auch schwer gearbeitet und heute 2 Stunden während eines Tornados mit 3 anderen Leuten unter einem kleinen Schreibtisch in einem dunklen Hinterbüro gehockt...

Es fing alles damit an, dass meine Freundin S. neue Schuhe brauchte. Wer mich kennt, weiß, dass ich niemals eine gute Möglichkeit zum Shoppen auslassen würde. Also, auf ging's zur Outlet Mall.

Vielleicht hätten wir schon umdrehen sollen, als es so stark zu regnen anfing, dass ich am Rand der Interstate anhalten musste. Hmmm. Oder spätestens als man die Interstate wegen Überflutungen sperrte...

Aber wir haben es nicht getan. Wir sind nicht umgekehrt.

Wir waren auf einer Mission. So ein paar kleine Überflutungen und Unwetterwarnungen können sich nicht zwischen zwei Frauen und dem Verlagen nach silberne Sommersandalen mit hohe Absätze drängen. Shopping ist wie ein Überlebensinstinkt, der einen immer vorwärts treibt. Bei uns Frauen ist das hormonell bedingt.

So kamen wir also irgendwann bei der Outlet Mall an und haben es auch tatsächlich geschafft durch ungefähr 10 Geschäfte zu bummeln, als plötzlich die Sirenen losheulten und man im 11. Geschäft die Tür hinter uns verriegelte. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass wir uns mitten in einer Tornadozone befanden und für die nächsten 45 Min. besser im Laden bleiben sollten bis der Tornado vorbeigezogen sei.

Gefangen in einem Geschäft. A dream come true - wenn wir nicht gerade in einem Kinderbekleidungsgeschäft gewesen wären.

Bevor ich demnächst noch mehr besorgte Emails bekomme:
Nein, der Klapperstorch zieht keine Kreise über meinem (noch) unbeschädigten Haus und auch bei meiner Freundin hat er noch nicht zum Landeanflug angesetzt. Aber es gibt da ja ein paar Kinder im Freundes- und Verwandtenkreis, die demnächst Geburtstag haben...

Während meine Freundin genervt am Legotisch Platz nahm und die Minuten zählte, bis der Tornadoalarm wieder aufgehoben werden sollte, nutzte ich die Zeit sinnvoll, um meine neueste Mission zu planen: Sämtliche europäische Verwandtschaft im Alter von 5 Jahren und darunter mit amerikanischer Kindermode aus chinesischer Herrstellung auszustatten. Die Mission wäre auch fast geglückt, wenn nicht plötzlich die Lichter zu flattern angefangen hätten und eine hysterische Verkäuferin uns Hollywood-reif befohlen hätte:

Take cover! The Tornado is coming right at us!

So schnell schien er aber doch nicht zu kommen, denn sie hatte noch genug Zeit, uns durch einen Lagerraum in ein winziges Büro im Ladeninneren zu führen.

Als Studentin habe ich ja schon viele überfüllte Büros gesehen. Auch "kreatives Chaos" ist kein neues Konzept für mich. Besagtes Büro war allerdings so winzig und voller Ramsch, dass wir erst den Bürostuhl und ein paar Kisten rausräumen mussten, bevor wir zu viert in diesen Schuhkarton von Raum passten. Überall waren Regale und Kisten mit Krimskrams und Ordnern. Eine rechteckige Hallogenlampe baumelte nur noch durch zwei schwache Schrauben gehalten von der Decke. Normalerweise habe ich ja keine Probleme mit kleinen Räumen, schließlich wohne ich ja auch in einer Studentenbude, aber in diesem Büro hätte ich auch ohne Tornado Angst gehabt, dass mir jeden Moment etwas auf den Kopf fällt.

Naja, ich konnte noch gerade eben das Chaos über mir begutachten, da fiel auch schon der Strom komplett aus und die Verkäuferin meinte, wir sollten uns doch alle unter den Schreibtisch hocken. Zehn Sekunden später als sie eine Taschenlampe anknipste kauerten beide Verkäuferinnen unter dem Schreibtisch, während meine Freundin und ich nicht so richtig wussten was mir machen sollten.

Meine Freundin rollte mit den Augen:
I grew up in Florida and we never freaked out like this just because of a Tornado.

Hmmm, I am a little worried that the desk might collapse above my head. erwiderte ich.

No, the desk is sturdy. meinte die Verkäuferin und wackelte an dem Schreibtisch, der dabei ein lautes und sehr beunruhigendes Knacken von sich gab.

Thanks, we're fine.
Meine Freundin und ich nahmen auf dem Boden vor dem Schreibtisch Platz, wo wir die nächsten Stunden verweilen sollten. Da der Strom ausgefallen war und sich in dem fensterlosen Büro alles andere nur keine Batterie für das Radio befand, hatten wir auch keine Ahnung, ob die Wetterlage sich veränderte. Über die Handys wurden wir durch die Mütter der Verkäuferinnen und die Security Guards darüber informiert, dass bereits ein Tornado in der Nähe eingeschlagen hätte und sich noch weitere auf dem Weg zu uns befänden.

Was mich an Amerikanern ja immer wieder sehr beeindruckt, ist, dass sie in jeder Situation Small Talk machen können. IN JEDER SITUATION. Das sieht ungefähr so aus:

Verkäuferin: So, where are you guys from?

Freundin: Germany.

Verkäuferin: Oh, interesting. If the storm sounds like a fright train coming right at us, I want you all to cover your heads. So, hmmm Germany. So what brings you to the states?

Alles klar. Und da sagen die Leute immer, Amerikaner wären oberflächlich. Wie die nur darauf kommen...???

Nachdem wir schon über eine Stunde in besagtem Büro saßen, haben wir auch mal den East Side Guy ans Telefon bekommen, der uns freundlicherweise über die Wetterentwicklung auf dem Laufenden hielt: Wir befanden uns mitten zwischen mehreren Tornados, es sollte demnächst auch bei uns hageln und die Polizei hatte fast alle Straßen in der Umgebung wegen Überflutungen gesperrt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage und meines Fahrstils (völlig überflüssige Bemerkung seinerseits) würde er uns doch raten, irgendwo in Deckung zu bleiben und nicht nach Hause zu fahren...

Eine Stunde später waren wir zu Hause.

Die Läden hätten eh nicht mehr geöffnet, so dass uns im Prinzip nichts mehr in der Mall hielt. Außerdem waren die Chancen größer in dem winzigen Büro von einer herabfallenden Kiste erschlagen zu werden, als auf offener Landstraße von einem Tornado getroffen zu werden.

Um es also noch mal ganz deutlich zu sagen: Mir geht es gut, mein Haus ist weder überflutet noch weggeweht und außer ein paar silbernen Sommersandalen, die mir zumindest heute vergönnt blieben, fehlt mir absolut nichts.

18.08.2007

The Gastblogger is sick.

Yeah, I know, it came as a shock to me, too. We all knew it had to happen sooner or later. It was just a matter of time. We all had hoped that it wouldn't come that soon, but it did. The inescapable has finally happened:

He caught a cold.

Now all our readers will probably ask themselves: Why, oh why? Why the Gastblogger? Why did it have to happen in the prime of his life? Why now? Why him and not Nici?

But as sad as it is: It just happened.

The doctors and specialists are still searching for the cause of this sudden cold that attacked the Gastblogger without warning.
It could be his family history of colds.
It could also be his deprivation of vitamins due to a (extremely male) diet that consists of 95% meat and absolutely no fruits or vegetables.
It could also be the fact that he spent the last week searching the garbage for new/used living room furniture that other students had left on the sidewalks. All that searching and collecting must have worn him out. Plus it was raining cats and dogs....
Hmmm. A team of experts is still looking for answers to this mysterious illness.
I guess, we'll never know.

On top of this he has an upset stomach. But clearly, this is totally his own fault:
He bought a donut at a gas station.

I mean, HELLO? It's like he has learned nothing from years and years of watching the Simpsons. All the hours he spent in front of the TV instead of studying for his PhD, all the time hoping that some of the educational content of a yellow cartoon family would rub off - all for nothing. Apu and his Kwik-E-Mart: It's like they never existed.

We're all speechless. His parents made him attend the best schools in the country and abroad, his old roommate left him a TV, so that he didn't have to miss a single episode of the Simpsons and what does he do with this world of endless opportunities:
He goes out and buys a DONUT from a GAS STATION! And worst of all: HE ATE IT!!!

I know, I know, I was horrified, too, when I learned all of that. Still, we are friends and what do you do when a friend is sick: You call him and check if he needs anything:

Hi!

Uahhhha (moaning from the other end of the line)

Hey, how are you doing?

I'm sick. I am getting these hot flashes. Do you think I could be going through Menopause?

Ehm.... Probably not. You are in your mid twenties and male. I don't think it`s Menopause.

But I am all hot and sweaty.

It is 86 degrees, you are living in an upstairs apartment with no air conditioning. I would be sweating, too.

Oh. (more moaning)... Here comes Sophie, I hope she is not one of these cats that come to patients and lie on their beds just before they die.

What are you talking about? Sophie always lies down with you. Are you sure you are okay?

I'm dying. My stomach hurts and I feel dizzy.

Have you eaten anything today?

Yes, my roommates finally moved out and I ate the stuff that they had left in the fridge. Some of it must have been in there since we moved in. I found some ice cream and some of the chocolate you brought me from Germany. I totally forgot that I still had it, so I ate that.

Aha. I'm not quite sure if that was the right move when you have an upset stomach. Do you need anything else? Any cold medicine or chicken noodle soup or anything? Should I come over?

Yeah, I mean, if you want to, and if you are already coming, could you bring me a coffin?

...

So, I went over, brought him coke, ginger ale, and Badger pretzels and I think he has been feeling a little better, today.

However, I am sure he would recuperate even faster if he received some Gute- Besserungs-Wünsche from you peeps out there reading this... so even if you don´t know him in person, please leave a comment!

14.08.2007

Yard Sale Season oder: Der Sammlerinstinkt des Mannes

Wie schon vor ein paar Wochen erklärt, haben viele Männer einen angeborenen Jagdinstinkt. Doch es gibt auch noch einen anderen Typ von Mann, nämlich den Sammler. Besonders unter jungen Studenten, scheint dieser Typ Mann besonders häufig vorzukommen. Während sich diese Spezies die meiste Zeit des Jahres versteckt hält, kann man ihn in letzter Zeit immer häufiger hier beobachten. Es ist Yard Sale Season!

Für unsere unwissenden deutschen Leser hier eine kurze Erklärung:
Ein Yard Sale ist so eine Art kleiner privater Trödelmarkt, den die Menschen in ihren Vorgärten oder Garageneinfahrten (dann heißt er Garage Sale) veranstalten.

Okay, ich gebe zu, es ist schon ein wenig komisch, wenn die Leute hier ihren ganzen Müll in ihren Vorgärten anhäufen und dann auch noch Geld von ihren Nachbarn verlangen, die ihnen den Müll abkaufen sollen:
ein Souvenirlöffel von den Niagara Fällen: 50 Cent, ein altes Knüpfkissen aus den 70ern, selbstgemacht: 25 cent, ein kitschiges Gemälde von einem Packers Football Star aus den 80ern: 15 Dollar (obwohl eigentlich von unschätzbarem emotionalen Wert für Wisconsinites).

Neben den Yard Sales gibt es auch überall Sperrmüllaktionen. Da gerade im Sommer viele Studenten aus ihren alten Wohnungen ausziehen und in neue Wohnungen einziehen, findet man überall am Straßenrand alte Möbel und Einrichtungsgegenstände. Dinge, die die Welt schon früher nicht brauchte und die auch heute niemand braucht... naja außer...vielleicht... andere männliche Studenten von der Spezies Sammler.

Viele Studenten fühlen sich irgendwie magisch von diesen Yard Sales angezogen. Überall, wo es in dieser Stadt etwas günstig abzustauben gibt, findet man auch Studenten. Das ist so ähnlich wie mit Ameisen und Lebensmitteln. Sobald was rumliegt, kommen sie angelaufen.

"Hey dude, cool new bed."
"Thanks, dude. I found the mattress lying next to a dumpster. So I called up my buddy and we brought the baby home."
"Awesome, dude."

Der Gastblogger zählt auch zu dieser Spezies Mann. Er hat seine Wohnung geschmackvoll mit lauter Möbel- und Dekostücken eingerichtet, die irgendwelche Leute irgendwann und irgendwo nicht mehr in ihrer Wohnung haben wollten und die jetzt ein neues Zuhause bei ihm gefunden haben.

Jedesmal, wenn ich in seine Wohnung komme, zeigt er mir voller Stolz einen neuen Schatz aus seiner Sammlung wie z.B. beim letzten Mal einen alten Plattenspieler aus Vorkriegszeiten mit dänischen Schlagerplatten. Hmmm. Nett. Dabei lernte ich auch gleich eine neue Vokabel: "Eclectic".

Neulich fuhr ich nichtsahnend mit meinem Äuteken die Straße runter, als er plötzlich vom Beifahrersitz schrie: STOOOOOOP. Vor Angst, ich hätte Nachbars Bello überfahren, stieg ich in die Bremsen. Wie sich herausstellte, ging es Bello gut, aber der Gastblogger hatte eine Terrassenbank am Straßenrand im Sperrmüll entdeckt. Mir schwante nichts Gutes und meine schlechte Vorahnung wurde fünf Minuten später bestätigt als ich mich besagte Bank zum Haus des Gastblogger tragend wiederfand.

Naja und am letzten Wochenende rief mich der Gastblogger dann urplötzlich an und meinte, wir sollten zu so einem Yard Sale fahren und dort neue.... ähhh pardon.... gebrauchte Lampen für mein Apartment kaufen. Angeblich hatte er mir davon schon an dem Abend mit dem Wein erzählt. Ich weiß von nix.

Weil mir die Neugier aber im Blut liegt, bin ich erst mal zum Gastblogger gefahren. Als ich bei ihm ankam, war es in Strömen am Regnen. Und ich denk mir noch:

Welche Leute sind denn so blöd, im strömenden Regen ihren Müll in ihrem Vorgarten liegen zu lassen und darauf zu hoffen, dass irgendjemand vorbei kommt und die Sachen mitnimmt? Da finden wir doch nie `ne Lampe.

...und so war es denn auch. Keine Lampe gefunden und den Weg fast auch nicht. Dafür hat sich der Gastblogger ziemlich aufgeregt. Scheinbar ist er der festen Meinung, dass die weibliche Unfähigkeit Karten zu lesen, rechtfertigen würde, dass Männer in der freien Wirtschaft mehr Geld verdienen als Frauen. Der Zusammenhang ist mir nicht ganz klar, aber ich diskutiere grundsätzlich nicht mit Menschen, die ihr Wohnzimmer mit Sperrmüll einrichten.

Aber versteht mich bitte nicht falsch. Normalerweise, d.h. wenn er nicht gerade im Trödelrausch ist, ist der Gastblogger so wie so ein ganz ganz Lieber. Heute Nachmittag z.B. rief er mich an und meinte, ich solle doch unbedingt nach draußen gehen und mir den Sperrmüll genauer ansehen. Wenn ich schon keine Lampe finden würde, dann doch vielleicht einen Ehemann. Die Straßen wären nämlich nicht nur voller Schrott, sondern auch voller männlicher Studenten, die ebenfalls durch ihren Sammlerinstinkt getrieben, nach brauchbaren Möbeln für ihre Wohnungen und Studentenzimmer suchen würden.

... und wer könnte schon den knackigen jungen Männern widerstehen, die mit freien, verschwitzten Oberkörpern und alte Möbeln auf den Schultern tragend durch die Straßen laufen?

Oh, ich glaube, mein weiblicher Jagdinstinkt hat gerade eingesetzt. Vielleicht finde ich ja irgendwo doch noch eine Stehlampe oder so.

19.07.2007

Der Jagdinstikt des Mannes

Am Montagabend sind wir wieder aus Wien zurückgekehrt. Und was ich da vorgefunden habe, hat mich zu folgendem Beitrag inspiriert:

Zuvor aber eine kleine Anmerkung am Rande:
Im folgenden Beitrag steht der Begriff "Mann" für einen bestimmten Mann und muss sich nicht unbedingt auf alle Männer beziehen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Familienmitgliedern sind natürlich nicht unbeabsichtigt und auch kein reiner Zufall. Sollte sich irgendein männlicher Leser dadurch angesprochen fühlen, so möge dies bitte nicht unbeachtet bleiben.


Männer sind grundsätzlich von Frauen abhängig. Das war auch schon bei Adam und Eva so und wird es auch immer bleiben. Daher ergeben sich gewisse Probleme, sobald sich Frau auf die Reise zu einer Hochzeitsfeier begibt, aber der Mann beschließt, zu Hause zu bleiben.

Über die Defizite eines Mannes bewusst, bereitet Frau ihre Abreise gekonnt und gewissenhaft vor, und kocht schon mal für 3 Tage im Voraus. Mann soll ja nicht verhungern, während Frau sich den kulinarischen Hochgenüssen eines ausgiebigen Hochzeitsbuffets hingibt.

Leider hat Frau dabei nicht durchdacht, dass selbst vorgekochte Gerichte in einer Mikrowelle aufgewärmt werden müssen. Viele möchten meinen, dass ein technisches Gerät wie eine Mikrowelle kein Problem für einen erwachsenen Mann des 21. Jahrhunderts darstellt. Jedoch wurde dabei nicht bedacht, dass Terminologie wie "garen", "dünsten" oder "aufwärmen" nicht im Vokabular eines Mannes existieren. Mann entscheidet sich grundsätzlich für die höchstmögliche Wattzahl und gerät erst dann in leichte Panik, wenn die vorbereiteten Speisen der nächsten drei Tage explodierterweise von den Innenwänden der Mikrowelle tropfen.

Was tun? Von Hunger und Verzweiflung getrieben, besinnt sich Mann wieder auf seine Urinstinkte. Mann braucht Fleisch, blutiges Fleisch, am besten über offenem Feuer. Also wird der Grill herausgekramt.

Für Feuer ist gesorgt und Mann freut sich, dass er es wieder einmal geschafft hat, ein Naturelement zu bezwingen und zu seinem Nutzen zu machen. Jetzt fehlt nur noch das Fleisch. Säbelzahntiger und Mammuts sind ausgestorben. Vielleicht Nachbars Katze, die immer vor die Haustür pinkelt...? Nein! Nicht genug Fleisch dran und außerdem will man sich ja noch nächste Woche die Flex vom Nachbarn ausleihen. Trotzdem. Wenn der Jagdinstinkt erst einmal geweckt ist...

Statt auf einen Rennsaurier schwingt sich Mann in sein frisch gewaschenes Auto und düst zum Supermarkt. Dort erstarrt Mann erbarmungsvoll vor der Artenvielfalt seiner Beute. Es gibt tatsächlich mehr als die eine Sorte Bratwurst, die ihm in 30jähriger Ehe jeden Samstag von seiner Frau vorgesetzt wurde. Schnell wischt Mann sich eine kleine Freudenträne von der Wange, denn man darf als Mann keine Emotionen zeigen. Besonders nicht vor seiner Beute. Mann entscheidet sich für 2 Packungen von der Wurst mit den Petersilien- und Bärlauchstückchen, denn so kann Mann auf Anfrage der Frau später behaupten, nicht nur Fleisch, sondern auch etwas Grünes gegessen zu haben.

Mann ist mit seiner Beute zufrieden und begibt sich auf den Heimweg. Zu Hause angekommen wird die Beute sofort ins Feuer geworfen und nur wenige Minuten bzw. fünf Würstchen später sitzt Mann mit vollem Magen im Garten und blickt voller Stolz auf seine Selbständigkeit in die langsam verlöschende Glut seines Campinggrills.

Am nächsten Tag nähern sich die Fleischvorräte allerdings schon dem Ende. Außerdem ist Sonntag und die Kühltheke im Supermarkt somit unerreichbar. Was tun?

In seiner Verzweiflung wird der hungrige Mann von einem Nachbarn im Garten entdeckt und über den Zaun zum Mitgrillen eingeladen. Mann lässt sich nicht zwei Mal bitten und somit ist nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch das Überleben für einen weiteren Tag gesichert.

Am dritten Tag kehrt dann auch endlich Frau von der Hochzeitsfeier zurück. Freudestrahlend empfängt sie Mann und erzählt mit stolz geschwellter Brust von seinem Überlebenskampf am Wochenende.

Frau blickt zuerst Mann in die Augen und analysiert dann die Lage: Die von explodierten Essensresten triefende Mikrowelle, das braun gewordene Obst in der Küche, den verwelkten Salat, den kaputten Rasenmäher im Garten, den Strafzettel, den Mann für zu schnelles Fahren zum Supermarkt bekommen hat und natürlich die eingegangenen Blumen, die Mann vergessen hatte, übers Wochenende zu gießen.

Die Augen der Frau werden immer größer, als sie von der männlichen Selbstversorgung hört, denn 10 Würstchen sind normalerweise die Ration, die Frau nicht wie Mann an einem Wochenende, sondern über mehrere Monate verteilt zu sich nimmt. Doch der Schaden am Mann, ausgelöst durch übermäßigen Fleischkonsum, scheint sich gering zu halten. Er lächelt Frau an und sagt:

"Schön, dass Du wieder da bist. Was gibt`s zu essen? Ich hab Hunger."

01.06.2007

Meet my new companion: Bob

Heute morgen, als ich unter Dusche stand, war er auf einmal da: Bob. Zuerst hätte ich ihn fast nicht bemerkt, weil er einfach so völlig sprachlos dasaß. Ein kleiner roter Fleck auf meiner Hand.

Hmm, hab ich mir gedacht, wo kommst du denn her?

Da er sich nicht vorgestellt hat, und auch sonst nichts sagte, hab ich ihn einfach Bob genannte, (a) weil Robert zu formal geklungen hätte und (b) wegen "Jay und Silent Bob". Ich glaube, es hat ihm gefallen, denn er ist gleich ein wenig größer geworden.

Auf dem Weg zur Uni ist mir dann aufgefallen, wie mich ein paar Leute im Bus komisch angeschaut haben. Bis ich bemerkt habe, dass sie nicht mich, sondern Bob angestarrt haben, der mittlerweile meinen ganzen Arm hochgeklettert war und es sich auch auf meinem anderen Arm gemütlich gemacht hatte. Naja, er hat sich praktisch geklont und kleine Bläschen gebildet.

Als die Leute dann wegen Bob einen großen Bogen um mich zu machen begannen und ein Hippie-Student fast vom Auto überfahren wurde, weil der Bürgersteig scheinbar nicht groß genug für mich, Bob und den Hippie war, wurde mir doch etwas mulmig.

Vielleicht hätte ich auch etwas ahnen sollen, als die Leute bei meinem Anblick in ihre Büros huschten und die Türen hinter sich verschlossen. Aber erst als die nette Sekretärin meinte, ich solle vielleicht doch zum Dermatologen gehen, oder zum Hausarzt oder wenigstens in die Notaufnahme - bloß ganz schnell ganz weit weg von hier, denn der Ausschlag am Hals sähe doch etwas gefährlich aus, wurde ich mir bewusst, dass Bob auf einer Ganzkörpermission war.

Also hab ich mich auch auf eine Mission begeben, nämlich noch am selben Tag einen amerikanischen Arzt zu Gesicht zu bekommen. Meine deutschen Leser werden den Schwierigkeitsgrad dieser Mission bestimmt nicht verstehen können, aber ich sach es euch: Aufgrund meiner super-super-super-billigen Krankenversicherung hier ist das gar nicht so einfach.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo man nämlich einfach zum Arzt geht, wenn man zum Arzt gehen will, darf man das hier nicht. Man muss erst einen Termin vereinbaren (scheinbar auch, wenn es sich um ein akutes Leiden handelt) und genau das ist das Problem.

Ich also da angerufen und gesagt, dass ich gerne einen Dermatologen sehen würde. Böser Fehler. Einen Arzt zu sehen ist schon so gut wie unmöglich, aber auch noch den Anspruch zu stellen, einen Facharzt sehen zu dürfen - Frechheit!

Mir wurde freundlich aber bestimmt mitgeteilt, dass ich nur meinen Hausarzt sehen dürfte und der mich dann erst zu einem Dermatologen überweisen müsste, der aber vor Ende August auch keine Termine mehr hätte und meinen Hausarzt dürfte ich - wie war noch gleich der Name- auch nicht sehen, weil der gerade im Urlaub sei.

Währendessen machte sich Bob auch schon über meinen Rücken her.

Ich versuchte dann ebenfalls freundlich und bestimmt zu erklären, dass es mir eigentlich egal wäre, welchen Arzt ich sehen würde, denn ich hätte einen gefährlichen und ansteckend aussehenden Ausschlag und wenn das Telefonat weiterhin so verlaufen würde, hätte sich der Ausschlag bald über den gesamten Mittleren Westen bis hin zu den Dakotas ausgebreitet, dude!

Daraufhin wurde ich in die Warteschleife gelegt.

Super! 5 cm meinen Rücken weiter runter, bzw. 10 Minuten später, meldete sich die gute Dame dann zurück. Sie war etwas überrascht, dass ich immer noch in der Leitung war, aber Bob und ich sind beständig. So einfach wird man uns nicht los. Ich drohte ihr damit, die ganze Stadt mit Masern/Röteln/Windpocken oder wozu Bob sonst noch alles fähig wäre, anzustecken. Sie meinte, mich würde gleich eine Krankenschwester zurückrufen.

2 Stunden später, Bob machte sich mittlerweile auch über meine Brust her (ein typisch männlicher Ausschlag - war ja mal wieder klar) rief dann passend eine männliche Krankenschwester bei mir an und diagnostizierte mich übers Telefon mit Gürtelrose. Uh-hu! Musste ich natürlich gleich ergoogeln, aber Bob hat rein gar nichts mit einer Gürtelrose gemeinsam. Aber scheinbar trifft die Beschreibung "roter Ausschlag" auf so ziemlich alles zu. Naja, wenigstens durfte ich dann doch einen Doktor sehen - dachte ich jedenfalls. Ich bekam einen netten Termin beim Arzt und machte mich auf den Weg.

In der Praxis angekommen wurde mir mitgeteilt, dass Bob keinen Arzt, sondern nur einen Assistenten sehen dürfte. Bob machte das nichts aus und er ließ sich stattdessen lieber gemütlich auf meinen Oberschenkeln nieder.

Eine halbe Stunde später traf dann auch besagter Assistent ein, warf einen Blick in meine Kartei und verschrieb mir Antibiotika und so eine Creme mit Steroids.

Wusstet ihr, dass amerikanische Mediziner einen Röntgenblick haben? Nicht? Naja, anders ist es ja nicht zu erklären, dass der Typ Bob diagnostizieren konnte, ohne dass ich mich ausziehen musste oder er sich Bob in seiner ganzen Schönheit überhaupt angesehen hat. Wahnsinn.

Beim nächsten Mal spare ich mir den Gang zum Arzt. Bob und ich - wir machen uns einfach einen gemütlichen Abend vorm Fernseher. Wir klemmen uns höchstens noch einen schottisch-amerikanischen Burger hinter die Kiemen, denn die sollen ja angeblich auch voller Antibiotika sein.

Und wie lautet das Fazit des heutigen Tages? 1:0 für Bob, der auf meinen Zehen sitzt und seine Ganzkörpermission erfüllt hat, während ich immer noch keinen richtigen Arzt sehen konnte. Super.

I´m just gonna kick back, pop some antibiotic pill, and call this a day. See ya tomorrow, Bob!

20.03.2007

Eine Untersuchung zur männlichen Spezies am St. Patrick`s Day

Am vergangenen Wochenende habe ich mich meinem Zweitstudium gewidmet:

Dem Studium des anderen Geschlechts (man nennt es auch "Mann").

Obwohl Männer (so die Pluralform) seit tausenden von Jahren unter uns weihen, ist diese besondere menschliche Spezies doch größtenteils noch unerforscht geblieben. Für das ungeübte Auge unterscheidet sich die männliche Spezies nur minimal von der weiblichen Spezies. Beide leben, essen und schlafen zusammen .... ääääh.... gemeinsam.

Äh, ja. - Wo war ich? Ach ja: Männer lassen sich jedoch sehr leicht an äußerlichen Merkmalen, wie z.B. dem Haarwuchs in den unmöglichsten Körperregionen (selbst im Gesicht und in den Ohren) erkennen, sowie an inneren Merkmalen wie z.B. einer eingeschränkten Aufmerksamskeitsspanne für Unterhaltungen, die sich nicht um die Themen Sport, Alkohol oder - naja, ihr wisst schon was - drehen.

Männer lassen sich häufig in freier Wildbahn beobachten und treten in Fußballstadien oder Bars gerne auch in Horden auf. Wie z.B. am letzten Wochenende, an dem hier St. Patrick`s Day war...

St. Patrick`s Day ist ein Feiertag von Männern für Männer. Als irischer Nationalfeiertag getarnt, lockt er besonders in den USA nicht nur die Iren, sondern auch die Irren unter den Männern in die örtlichen Pubs. In einem stundenlangen Saufgelage, versuchen sie dort mehr Alkohol in ihren Körper aufzunehmen als ein Durchschnittsmensch an Blut besitzt (ca. 5-7 Liter).

Trotz intensiver Feldstudien und erbittlicher Selbstversuche im Konsumieren von irischem Bier, ist es der Versuchsleiterin nicht gelungen, hinter die Beweggründe des männlichen Verhaltens zu kommen. Deshalb richtet sie hiermit die folgenden Forschungsfragen an alle Blogleser, die vielleicht auch noch eine Flasche Guiness im Kühlschrank haben und sich (natürlich nur zu Forschungszwecken) am Wochenende in den nächstgelegenen irischen Pub begeben möchten:

1. Warum können Männer nicht mit Frauen über ihre Gefühle sprechen? Sind sie eiskalte, seelenlose Wesen, die doch eher zur Spezies der Gletschersteine gehören?

2. Warum entziehen sich Männer jeglicher Gespräche, in denen Frauen über ihre Gefühle sprechen wollen? Übersteigt es ihre kognitiven Fähigkeiten, gleichzeitig Sauerstoff in Kohlenstoffdioxid umzuwandeln (ein- und auszuatmen) und einer Frau zuzuhören?

3. Existiert eine Subspezies Mann, die dem hohen weiblichen Standard bezüglich emotionaler Intelligenz gerecht wird? Wo lässt sich diese Spezies finden, während sich ihre Artgenossen einen hinter die Binde kippen oder vor der Glotze hocken?

Sachdienliche Hinweise zur Beantwortung dieser Fragen, dürfen gerne als Kommentar hinterlassen werden.

18.02.2007

Species on the move

Liebe Leser,

da bin ich wieder. Ein Jahr älter, aber nicht viel weiser, höchstens ein wenig gestresster (wegen der Uni usw.). Aber letzte Woche war nicht nur mein Geburtstag, sondern auch noch passenderweise Evolution Day.

Da ich vor nicht allzu langer Zeit den winterlichen Temperaturen in Wisconsin fast unterlegen wäre, habe ich mich entschlossen, mich weiterzuentwickeln. Man will schließlich nicht der natural selection in action zum Opfer fallen und plötzlich aussterben, nur weil man sich den neuen Klimaveränderungen nicht mehr anpassen kann.

Ich habe kurz überlegt, was denn so meine Möglichkeiten wären. Die meisten Wisconsinites (besonders die im Collegealter) überwintern ja, indem sie ihren Blutalkoholspiegel durch übermäßigen Biergenuss erhöhen. Wärme von innen sozusagen. Ich glaube, das wäre aber doch eher ein Rückschritt in meiner Entwicklung gewesen und so habe ich lieber folgende Liste aufgestellt:

Möglichkeit A: Für die nächsten paar Monate in einen Winterschlaf fallen,
Möglichkeit B: Mir ein Winterfell wachsen lassen - oder wenigstens ein paar hundert Dollar für ein Thermo-Winteroutfit springen lassen,
Möglichkeit C: Den nächstlogischen Schritt nach der Entwicklung des aufrechten Ganges zu wagen, um die Überlebenschancen meiner Art zu sichern.

Obwohl besonders Möglichkeit A auch sehr verlockend klang, habe ich mich dann doch für C entschieden und mir ein winterfestes Auto zugelegt, denn sonst hätte ich mir hier früher oder später sämtliche Fortpflanzungsorgane abgefroren. Und wenn ihr jetzt glaubt, das ginge bei Frauen nicht, dann habt ihr noch nie den Winter in Wisconsin miterlebt.

Jetzt, da ich endlich das Auto angemeldet habe usw., fängt das Wetter natürlich an, wieder wärmer zu werden und heute ist der Schnee sogar schon ein kleines bisschen angetaut. Na super. Naja, für den Fall, dass es hart auf hart kommt, hat das Auto auch noch Klimaanlage.

Jedenfalls bin ich jetzt wieder mobil und mache mit einem blauen Ford Focus die Straßen unsicher. Watch out Wisconsinites, I´m a species on the move!

19.01.2007

Mein Agent und ich

So, da soll ich also eine weitere Alltagsgeschichte schreiben und mir fällt nichts wirklich Interessantes ein, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Alltag noch nicht ganz bei mir eingesetzt hat. Die Vorlesungen beginnen erst am Montag wieder. So lange gehe ich noch zu Vorbereitungstreffen, arbeite an meiner Studie und telefoniere stundenlang mit meiner Familie und Freunden.

Ich hab mir auch schon Gedanken gemacht, ob dieses Land wirklich alle Auslandsgespräche abhört. Das hört man ja immer mal wieder. Eigentlich finde ich es auch ganz gut, dass sie versuchen, ihr Land zu beschützen, aber ob das Abhören meiner Telefongespräche dazu beiträgt, wage ich schwer zu bezweifeln. Schließlich bin ich ja nur eine arme kleine Studentin, die nichts Böses im Sinn hat und auch keiner Fliege etwas antun könnte. Selbst Amerikanern nicht.

Falls sie es aber doch machen (das Abhören meiner Gespräche), haben die aber ganz schön was mit meiner Leitung zu tun. Da ich fast jeden Tag mit meinen Eltern oder meiner Oma telefoniere, kommt da `ne Menge Zeit zusammen. Damit sichere ich bestimmt irgendwo einem Agenten seinen Arbeitsplatz. Durch die Telefonate mit meiner Oma finanziert er sich dann noch einen kleinen Zweitwagen für seine Frau, eine Zahnspange für seinen Agentennachwuchs oder einen Skiurlaub mit seiner Familie in Colorado oder so. Den braucht er dann auch, denn meine Gespräche sind ja so ungefährlich, dass er sich beim Abhören wahrscheinlich immer halb zu Tode langweilt. Es sei denn, er hört auch gern zu, wenn meine Oma davon erzählt, dass ihr Urenkel sie am letzten Sonntag angelacht hat oder dass meine Tante beim Frisör war. Wenn man es ganz genau nimmt, sichere ich somit nicht nur einen amerikanischen Arbeitsplatz, sondern meine Tante trägt mit ihrem Frisörbesuch in Deutschland auch noch dazu bei, dass die Familie meines Agenten Geld ausgeben kann und es somit der amerikanischen Wirtschaft gut geht. (Hmmm, vielleicht doch ein wenig zu weit gedacht...)

Neeh ehrlich. Mein Agent sitzt da irgendwo in seinem kleinen Cubicle und tut den lieben langen Tag nichts anderes als meinen Gesprächen zu lauschen und dazu Notizen auf seinem Computer zu schreiben. Wenn er Glück hat, darf er auch ab und zu mal meinen Blog lesen. Huhu, Agent! :o)

Tja, mein armer kleiner Agent. Du hast dir bestimmt auch einen interessanteren Job vorgestellt als du anfingst für die Regierung zu arbeiten. Vielleicht hast du gedacht, du dürftest wie James Bond in einem schnellen Wagen mit einer hübschen Frau auf dem Beifahrersitz gefährliche Verbrecher jagen. Und vielleicht ist auch alles ganz gut nach Plan verlaufen...

... bis am zweiten Arbeitstag alle neuen Agenten einer Person zugeordnet wurden, die sie bespitzeln sollten. Du hast natürlich gehofft, jemanden zu bekommen, der ein international gesuchter Verbrecher mit lauter Mafiakontakten ist oder wenigstens eine gutaussehende verdeckte Agentin aus einem anderen Land, die vielleicht als Nebenjob noch einen Telefonservice mit kostenpflichtiger 0180 Nummer betreibt.

Ich kann mir richtig die Entäuschung vorstellen, die dir ins Gesicht geschrieben stand, als ausgerechnet ich dir dann zugeordnet wurde, eine unscheinbare Studentin ohne Geld, ohne Auto, ohne polizeiliche Vorstrafen.

„Naja,“ magst du gedacht haben, „wenigstens ist sie Deutsche. Die sind ja bekanntlich alle böse.“ Und in dir flammte ein letzter winziger Hoffnungsfunken auf. Vielleicht würdest du es deiner Schwiegermutter doch noch heimzahlen. Sie hatte immer behauptet, dass Agent sein ein langweiliger Schreibtischjob ohne Perspektive sei und deine Frau besser den reichen Computerexperten hätte heiraten sollen.

Doch dann klingelte bei mir plötzlich das Telefon und vom anderen Ende des Hörers schallte es:

„Guten Morgen, meine süße kleine Nici-Maus. Hier ist deine Mami. Hast du gut geschlafen?“

Und genau in diesem Moment fingst du an, auszurechenen, wie viele Stunden es noch dauern würde bis mein Visum auslaufen und du von diesem Job erlöst werden würdest.

Tja, ich kann mir vorstellen: Agent sein ist nicht leicht. Ich hoffe, Du und Deine Familie hattet wenigstens Spaß beim Skiurlaub in Colorado.

Und ihr, liebe Blog-Leser, tut meinem Agenten und mir doch bitte einen Gefallen und hinterlasst einen Kommentar in meinem Blog. Heute hat nämlich meine

ALLERERSTE DE-LURKING WOCHE

angefangen. Yeahy!

Auch im Namen meines Agenten, der auf diesem Foto nicht erkannt werden will, freue ich mich schon jetzt riesig auf eure Kommentare!



* The de-lurking button was created by this blogger.

01.12.2006

Wie ich die Telefonnummer von so einem Typen bekam, in einem Streifenwagen nach Hause gebracht wurde und mein Auto total den Geist aufgegeben hat.

Wie schon vor ein paar Tagen geschrieben, ist dies einfach nicht meine Woche. Überhaupt nicht meine Woche. Aber wirklich so gar nicht! Und wie könnte diese Woche besser enden als mit einer Fahrt in einem amerikanischen Streifenwagen?!?

Ursprünglich wollte ich heute zu meiner Freundin nach Beloit fahren, um morgen mit Ihr nach Chicago zum Weihnachtsshopping zu gehen. Ich liiiiiiebe Chicago in der Weihnachtszeit, die dekorierten Schaufenster und die ganze Weihnachtsstimmung. Einfach märchenhaft. Nur leider hatte ich total vergessen, dass ich diese Woche vom Pech verfolgt bin. Hätte ich daran gedacht, wäre mir wahrscheinlich auch in den Sinn gekommen, dass es nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass am 1. Dezember hier der Winter ausbricht und so hat es letzte Nacht hier so stark geschneit, dass an eine Fahrt nach Chicago nicht zu denken war. Selbst die Flüge wurden storniert. Aufgrund dessen sass ich hier fest.

Naja, und da ich gestern die letzten Überreste meines Thanksgiving-Festtagsschmausses verputzt hatte, musste ich auch mal wieder einkaufen fahren. Also bin ich mit meinem Auto los und auf der Rückfahrt ist es dann passiert:

Mein Auto ist gestorben.

Einfach so, ohne Vorwarnung, mitten beim Fahren, mitten auf der Strasse. Einfach ausgegangen. Tot. Kein Strom mehr. Kein Mucks mehr. Stille! - Naja, nicht lange, dann fingen die anderen Autos an zu hupen.

Ich also verzweifelt nach meinem Warndreieck gesucht. So ein Teil ist auch nie da, wenn man es braucht. Wenn man schwere Einkaufstaschen in den Kofferraum packen will, ist es immer im Weg, aber wenn man im Dunkeln mitten auf der Straße liegen bleibt, versteckt es sich irgendwo in der letzten Ecke dieser Schrottkarre. Naja, es dauerte nicht lange, da haben schon eine Reihe netter jungen Männer angehalten, um mir zu helfen. War nämlich gerade Feierabendverkehr. Die haben mein Auto dann an den Straßenrand geschoben und ich hab vom nächsten Geschäft aus, die zum Glück noch offen hatten, den AAA (amerikanischen ADAC) angerufen.

1/2 Stunde später in eisiger Kälte bei -8 Grad Celsius bibbernd, tauchte endlich Hilfe in Form eines gelben Engels, die hier eigentlich rot sind, auf. Der gute Typ hat mir dann Starthilfe gegeben und mir hoch und heilig versichert, dass mein Auto jetzt die 1/2 Meile bis zu mir nach Hause fahren würde. Und ich hab ihm geglaubt. Wer würde nicht einem Engel glauben. Einem mit Abschleppwagen. Einem, der mein totes Auto wieder zum Leben erweckt hat.

Scheinbar war mein Auto aber nur kurzfristig unter die Lebenden zurück gekehrt, denn 3 Minuten später stand ich wieder. Diesmal mitten auf einer Kreuzung. Einer Kreuzung mit 4 Spuren in jede Richtung. Und Klein-Nici mittendrin. In einem toten Auto. Und immer noch keine Ahnung, wo mein Warndreieck war. Hätte ich eh nicht mehr in meinem Kofferraum gesucht. Hatte viel zu viel Angst, überhaupt aus meinem Auto auszusteigen und von einem der übrigen hupenden, verärgerten-aber-trotzdem-wie-die-letzte-Sau-fahrenden Verkehrsteilnehmern über den Haufen gefahren zu werden. Also blieb ich erst mal sitzen. Und tat das Einzige, was mir in dieser Situation übrig blieb. Sobald andere Teilnehmer neben mir stehen blieben, versuchte ich durch Blickkontakt und Telepathie sie dazu zu bringen, mir zu helfen, mein Auto von dieser Todeskreuzung in Sicherheit zu bringen und mich aus dieser Situation zu befreien.

[Kleine Notiz an mich: Nachgucken, ob irgendwo ein Telepathiekurs angeboten wird. Bin nämlich nicht gut darin. Würde Telepathie als Sportart neben Yoga gelten?]

Ungefähr 15 Grünphasen später, hielten endlich 2 Leute an, die so nett waren, mir zu helfen. Okay, zugegeben, unter anderen Umständen hätte ich diesen 2 Typen nicht im Dunkeln begegnen wollen, aber was sollten sie schon groß tun. Mein Auto stehlen??? Meine Vollkornnudeln (die Einkäufe, die ich vor der ganzen Geschichte gemacht hatte) roh essen? Mein Geld stehlen? Leute, wenn ich Geld hätte, würde ich ein Auto fahren, mit dem man nicht mitten auf einer Riesenkreuzung liegen bleibt. Und Schmuck, den die hätten stehlen können, hatte ich auch nicht dabei, noch nicht mal eine Armbanduhr, denn die ist mir ja am Anfang meiner Pechsträhne am Montag schon kaputt gegangen.

Die beiden Helfer waren aber wirklich leicht merkwürdig, denn während wir mein Auto von dieser Megakreuzung runtergeschoben haben (was ziemlich lange gedauert hat), hat sich der eine Typ über sein Handy mit seiner Freundin gestritten. Man möchte meinen, dass es sich besser mit 2 Händen schieben lässt, aber in dieser Situation wollte ich mich nicht beklagen.

Ich fand es auch etwas merkwürdig, dass der eine Typ ein wenig unruhig wurde, als plötzlich ein Polizeiwagen mit Sirene und Lichtern und allem drum und dran hinter uns hielt. Na super. Da hat man einmal im Leben einen richtig schlechten Haartag, und schon bleibt man nicht nur einmal, nein, sondern zweimal mit dem Auto liegen und das mitten auf einer Kreuzung und falls noch nicht die halbe Stadt das mitbekommen hat, kommt so eine nette Streife vorbei und zieht die ganze Aufmerksamkeit auf einen. Super. Hatte ich schon erwähnt, dass ich eine schlechte Woche habe???

Naja, der eine Helfer, den ich gerade noch hatte, ist dann ziemlich schnell verschwunden. Ich möchte gar nicht wissen warum.

Nachdem wir mein Auto dann halbwegs auf den Parkplatz geschoben hatten, hat mir die nette Polizistin angeboten, mich nach Hause zu fahren. Und so kam es dann, dass ich in einem Polizeiauto mitfahren durfte. In einem amerikanischen Polzeiauto. Und ich muss sagen, sie sehen genau so aus wie im Fernsehen. Die Türen hinten lassen sich nicht von innen öffnen und man fühlt sich wirklich ein wenig eingesperrt. Außerdem machen Polizistinnen keinen Small Talk beim Fahren und die Sirene hat sie auch nicht mehr angeschaltet. Naja.

Irgendwie hätte ich nie gedacht, dass ich mal mal in einem amerikanischen Polizeiauto fahren dürfte. Meine Nachbarn anscheinend auch nicht. Auch eine Möglichkeit sich seinen Ruf zu ruinieren. Aber darüber mache ich mir erst später Gedanken.

Das Problem: Mein Auto stand immer noch mitten auf diesem Parkplatz und zwar nicht gerade in einer Parklücke, sondern so kunstvoll in 4 Parklücken gleichzeitig, dass ich mich damit glatt bei "Wetten dass?..." hätte bewerben können.

Wetten, dass ich es nicht nur schaffe, an einem Tag zweimal mit meinem Auto liegen zu bleiben, sondern auch, das Auto mit 4 Personen in 40 Minuten so in 4 Parklücken gleichzeitig zu positionieren, dass 4 andere parkende Autos nicht mehr aus ihren Lücken kommen??? Topp, die Wette gilt.

Beim Abschied hat mir die nette Polizistin dann doch nahe gelegt, das Auto da so schnell wie möglich weg zu schaffen, um nicht noch einen Strafzettel zu bekommen.

Ich mich also sofort wieder ans Telefon gesetzt, um wieder den Abschleppdienst zu bestellen. Das Problem diesmal: Der AAA schickt keinen Abschlepper, wenn ich nicht beim Auto bin. Und wenn ich beim Auto bin, kann ich keinen Abschlepper bestellen, denn ich gehöre doch wieder zur Handy-losen Bevölkerung.

Also habe ich meine Mitstudis abtelefoniert und musste feststellen, dass die Amis doch tatsächlich einen Fetisch mit diesen Anrufbeantwortern haben müssen. Oder es wollte keiner seinen Freitagabend mit mir bei Minustemperaturen auf den Abschleppdienst wartend verbringen. Fühlte mich in der Situation noch mehr alleine als in meinem Auto mitten auf der Kreuzung sitzend.

Nach ein paar verzweifelten Anrufen, hat sich aber doch eine liebe Mitstudentin gefunden, die mir als rettender Engel geholfen hat. Und das war auch gut so. Es war nämlich echt kalt und der Abschleppdienst hat laaaaange auf sich warten lassen. Ich hab das Auto erst mal zu mir nach Hause schleppen lassen. Es ist ja nicht so, als ob ich schon einen schlechten Ruf bei meinen Nachbarn hätte. Nein, die sind es gewöhnt, dass ich jeden Abend von 2 verschiedenen Fahrzeugen mit Blaulicht nach Hause gebracht werde.

Ich weiss allerdings noch nicht genau, was ich jetzt mit meinem Auto mache. Es spenden? Verschrotten? Wer weiss.

Der Abschleppmann hat mir dann auch noch seine Telefonnummer gegeben. Nein, er wollte mich nicht auch noch abschleppen. Er hat mir angeboten mir mein Auto für ein paar Dollar abzukaufen. War aber nicht viel. Und ich treffe nur ungern Entscheidungen über mein Auto mitten in der Nacht auf einem Parkplatz. Besonders nicht nach so einem Tag.

Jetzt muss ich erst mal schlafen. Und morgen überlege ich mir dann, was jetzt aus den sterblichen Überresten meines Autos werden wird.

Mal gucken!

Ich hoffe, ich kann das Auto schieben wenigstens als sportliche Betätigung anrechnen, Dominik?

Kleiner Nachtrag für meine amerikanischen Leser mit dem Anrufbeantworter-Fetisch:
Anybody interested in helping me find and buy a new used car???
Pretty- Pleeeeeaaase?

22.11.2006

Die Sache mit meinem Computer...

Oh je, meine Fans in Theremouth werden schon böse, weil ich so lange nicht gebloggt habe. Hihi.
Also schnell der nächste Eintrag:

Es gibt leider einen guten Grund, warum ich so lange nicht gebloggt habe. Erinnert ihr euch, dass ich beim letzten Mal geschrieben hatte, dass mein Computer schon so seine Macken hat und fast im Eimer ist? .... Ja?... Genau! Ihr habt´s erraten, mein Computer ist kaputt gegangen. :0( Doppel :o(

Zuerst der langweilige Teil der Geschichte (bitte nach unten scrollen, zum interessanten Teil):

Ich sollte eine Mini-Vorlesung geben und hatte dafür extra eine Powerpoint Presentation vorbereitet. So voll mit Technik und so, denn ich bin ja schließlich cool. ...Naja. In Wirklichkeit habe ich nur versucht zu beweisen, dass auch ich den Schritt ins 21. Jahrhundert gewagt habe, und eine Powerpoint Presentation hin bekomme.

Hat auch alles super geklappt, bis ich dann im Klassenraum stand und meinen Computer an den Beamer anschließen wollte.

Das hat dann nicht geklappt.

Ich mir also so eine Hilfsperson vom Computerlabor gekrallt und in meinen Klassenraum genötigt, damit die mir das Ding zum Laufen bringt. Hat auch nicht so ganz geklappt.

... {hier bitte viele böse Worte über Computer einfügen}...

Lange Geschichte kurz gemacht:
Die Frau hat 30 Minuten an meinem Computer rumgefummelt, mir dann einen neuen Laptop an den Projektor angeschlossen, mir meinen Computer wiedergegeben (alles während ich 15 komatösen Studenten das Grimm´sche Lautwandelgesetz beizubringen versucht habe) und als ich wieder nach Hause kam, und meinen Computer wieder benutzen wollte, ist er immer eingefroren und ich hab so eine Fehlermeldung bekommen.

{...hier noch mehr böse Worte über Computer einfügen und über Computerlaborgehilfinnen, die an meinem Computer rumspielen und hinterher funktioniert er nicht mehr richtig! AAAAARrrrggghhhh!....}

Die nächsten Tage habe ich dann damit verbracht, immer wieder zu versuchen, meine Daten auf CDs etc. zu speichern, bevor der Computer wieder einfror und bei der Unihotline für Computerprobleme anzurufen. ...




(Nicht mehr weiterscrollen!) Jetzt kommt der interessante Teil der Geschichte:

Nachdem ich also so oft bei der Helpline für Computerprobleme angerufen habe, dass ich nur noch die Wahlwiederholung drücken musste, hab ich irgendwann die Krise gekriegt. Ich hab jedesmal eine andere Person am anderen Ende gehabt und jeder hat einen neuen Fehler vermutet. Ich sach es euch! Teilweise haben diese Telefongespräche länger gedauert als so manches Date auf dem ich war.

Hinzu kommt, dass es scheinbar ein ungeschriebenes Gesetz der Natur ist, dass mein Computer immer genau dann Probleme bereitet, wenn ich mitten in der Datenanalyse von einer wichtigen Studie stecke.

Naja, irgendwann hat es mir so gereicht, dass ich zu schärferen Mitteln greifen musste. Ich stand kurz davor, mit einem Baseballschläger (à la Office Space - kennt ihr den Film?) auf meinen Computer einzuprügeln. Aber ich glaube ja nicht an Gewalt und damit hat man ja noch nie etwas erreicht. Ausserdem gibt es ja noch viel effektivere Waffen. Unter normalen Umständen würde ich diese Mittel niemals einsetzen. Nie! Niemals! Aber dies war eine Notsituation! Mein Computer war kaputt! Und meine Daten waren drauf! Und ich brauchte dringend mal wieder Schlaf! An Yoga war gar nicht zu denken!

Dies war der Zeitpunkt die absolut gefährlichsten Waffen einzusetzen...

richtig: die Waffen einer Frau!

Versteht mich nicht falsch. Ich bin wirklich nicht stolz darauf, aber wie schon gesagt, es war eine NOTSITUATION.

Ich also meinen Computer eingepackt, um damit persönlich bei den netten jungen Männern vorbeizuschauen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als vor kleinen Computerbildschirmen zu sitzen und hilflosen, technisch unbegabten Leuten wie mir, bei ihren Computerproblemen zu helfen (oder nicht).

So schwierig kann das ja nicht sein, da ein bisschen meinen weiblichen Charme spielen zu lassen. Ein bisschen Schminke hier, ein bisschen Haarspray da (hoffentlich läuft mir keiner meiner Studenten oder Professoren so über den Weg), schnell noch das Richtige angezogen, um die Stellen meines Körpers zu betonen, an denen überflüssige Fettzellen nach Meinung des Mannes doch ganz nett sind... und auf zur Uni.

Dort angekommen standen schon vier andere Studentinnen vor mir in der Schlange, die wohl in ähnlichen Notsituationen stecken mussten, denn normal ist das ja nicht, mitten im November bei Temperaturen um den Nullpunkt weitausgeschnittene Blusen sowie eng anliegende Jeans oder Miniröcke zur Schau zu tragen. Hmmm, es scheint doch so als ob die Computerleute dort tagein tagaus mehr als nur ihren Computerbildschirm zu Gesicht bekommen. So ganz unglücklich sahen die auch nicht aus. Ich bezweifele allerdings, dass irgendeiner dieser Typen wusste, was sich da so vor seinen Augen abspielte.

Naja, aber bei so viel Konkurrenz habe ich natürlich wenig Chancen, selbst mit weit ausgeschnittenem Top nicht. Ich musste also auf Plan B zurückgreifen. Plan B beinhaltet noch extremere Mittel und ich möchte nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich das niiiiieee getan hätte, wenn es sich nicht um einen Notfall gehandelt hätte.

Plan B: Wenn man Männer nicht mit Äusserlichkeiten ködern kann, dann muss man sie an ihrer verletzlichsten Stelle angreifen: Ihr Ego! Jede Frau weiss das.

Okay, das Ego ist wahrscheinlich auch eine sehr empfindliche Stelle bei Frauen, aber bei Männern ist das noch etwas anderes. Aus irgendeinem mir noch unverständlichen Grund, merken Männer nicht, wenn man es bewusst auf ihr Ego abzielt. Oder sie wollen es nicht merken. Aber das Ego ist selbst bei den stärksten und kältesten Männer definitiv ihre verletzlichste Stelle, so wie bei Siegfried die Stelle, die das Lindenblatt bedeckte, so dass kein Drachenblut dorthin gelangte. Und genau wie bei Siegfried, scheinen die meisten Männer gar nicht zu wissen, dass es diese Stelle gibt, sodass sie ziemlich anfällig für weibliche Manipulation sind.

Ich persönlich finde das wirklich süß! Ich meine, dass selbst der kälteste Mann irgendwo eine weiche Stelle in sich trägt. Nicht, dass ich ständig rumrenne und Männer in ihrem Ego angreife, oder sie manipuliere, oder auch sonst irgendein männerfeindliches Verhalten an den Tag lege, aber in dieser Situation wusste ich mir einfach nicht anders zu helfen. Und wer bekommt nicht gerne ab und zu mal ein wenig Honig um den Bart geschmiert. Und mit netten Worten kommt man immer viel weiter als mit irgendwelchen bösen Worten.

Natürlich gibt es da auch kleine kulturelle Unterschiede, denn amerikanische Männer ticken leider nicht ganz so wie deutsche Männer und da muss frau erst mal den Code knacken, bevor diese Methode richtig im Detail funktioniert. Aber schliesslich war das nicht mein erstes Computerproblem.

Naja, ich also einen Sturmangriff auf das Ego meines plötzlich gaaaaanz hilfsbereiten Computerexperten gestartet.

Leider kann ich hier ja nicht alle Tricks verraten, sonst funktioniert es beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr. Aber soviel sei gesagt:

Ungefähr 1 Stunde später habe ich die Uni wieder verlassen, mit einem REPARIERTEN Computer unterm Arm!!!

14.11.2006

Körper und Geist - ich bin da nicht ganz aufgeklärt

Nachdem es also letztes Wochenende aus allen Wolken geschneit hat, ist passiert, was in dieser Situation natürlich unweigerlich passieren musste: Ich bin in Weihnachtsstimmung gekommen!

Weihnachtstimmung ist ansich ja nichts Schlimmes, nur in meinem speziellen Falle drückt sich sowas dann immer in einem völlig irrationalem Kaufrausch aus. Kein Sonderangebot, kein noch so nutzloses Weihnachtsgeschenk ist dann vor mir sicher. Das Einkaufszentrum weckt in mir den Jagdinstinkt und ich jage meiner Beute, oh pardon, den Schnäppchen so lange hinterher, bis entweder mein eh schon kaum vorhandenes Geld fast vollständig weg ist oder die Geschäfte schließen. Und hier in den USA haben die Geschäfte laaaaaange auf, sag ich Euch.

Und am Sonntag, als ich mich gerade auf dem Höhepunkt meines Shoppingrausches befand, und krampfhaft nach einem Adventskalender für meinen Patensohn suchte, bin ich dann auch noch einem Bekannten begegnet und ins Gespräch geraten. Und so kam es dann, dass ich es nicht mehr rechtzeitig zum Yoga geschafft habe. Ich war richtig enttäuscht, denn ich habe irgendwo gehört, dass Yoga den Körper und Geist in Einklang bringen soll (oder war das doch Klosterfrau Melissengeist??? Doppelherz???- naja egal). Jedenfalls wäre ich gern zum Yoga gegangen, denn mein Körper ist so gar nicht in Einklang und erst recht nicht mit meinem Geist. Dazu hier ein paar Beispiele aus dem täglichen Leben:

Mein Geist sagt mir zum Beispiel jeden Abend, dass ich noch einen Artikel für meine Studie lesen sollte, aber dann fallen mir meine Augen doch immer spätestens um 1 Uhr zu und ich muss schlafen. Also überhaupt keine Koordination zwischen Geist und Augenlidern. Ganz blöd! Brauche dringend Augenlideryoga!

Hinzu kommt, dass ich jedesmal, wenn ich mich auf 100 Metern einem Baby nähere, mein Körper massenweise Hormone ausschüttet und ich meine biologische Uhr wie blöd ticken höre. Gleichzeitig gibt mir mein Kopf dann aber zu verstehen, dass ich mir keine Gedanken um ein Kind machen sollte, wenn ich mir noch nicht mal einen neuen Laptop leisten kann und nicht nur diesen Blogbeitrag, sondern auch meine Dissertationspilotstudie auf einer Tastatur schreibe, auf der es keinen Knopf mehr für das "w" gibt. Fortpflanzungstechnisch bin ich in meiner momentanen Lebenslage wirklich benachteiligt. Studentenleben ist hart!

Das einzige, was an meinem Körper aufeinander abgestimmt zu sein scheint, sind meine Geschmacksnerven und meine Fettzellen (von denen ich leider reichlich habe). Jedesmal nämlich, wenn meine Geschmacksnerven nach einem leckeren, süßen, cremigen Stückchen Schokolade verlangen, finden meine Fettzellen das gleich ganz toll und legen los, sich wie wild zu vermehren. Tja, denen geht es fortpflanzungstechnisch auch echt blendend, denn die haben ja keine finanziellen Probleme und müssen sich auch keinen Kopf um eine neue Laptoptastatur machen.

Aber mein Geist findet das natürlich nicht so gut mit den aufeinander abgestimmten Geschmacksnerven und Fettzellen. Leider gehöre ich auch nicht zu den Leuten, die beim Essen besonders wählerisch sind, (egal was Shannon behauptet). Also hätte es mir wohl doch ganz gut getan mal zum Yoga zu gehen und ein paar meiner Fettzellen in potentielle Muskelmasse zu verwandeln (ha ha! Als ob mein Körper jemals Muskeln aufbauen würde.).

Naja, nächsten Sonntag dann wohl aber wieder. Vielleicht gelingt es mir bis dahin, meinen Körper doch noch weiter in Einklang zu bringen. Ich könnte ja mit den Geschmacksnerven anfangen. Da war doch noch Schokolade im Kühlschrank... ;o)

Oder hat vielleicht einer meiner sportlichen Leser (wie z.B. ein gewisser angehender Studienrat, der letzten Sommer seine Leichtathletikprüfung bestanden hat) einen guten Tip für mich, wie man seine mit Schokolade gezüchteten Fettzellen in Muskelmasse verwandeln kann. Ich dachte Schokolade wäre aus Milch und das sind doch Proteine, oder? Und wenn es dann auch noch meine Lieblingssorte Erdbeer-Joghurt ist, gilt das doch bestimmt auch noch als Obst, oder? Wegen der Erdbeeren mein ich natürlich.

11.11.2006

Was könnte denn schon großartig passieren...

Gestern hatte ich seit langem mal wieder einen Tag frei. Da es draußen dicht bewölkt und nicht sehr schön war, hab ich die Gelegenheit genutzt, mich in meine Bücher zu vertiefen und in Arbeit zu stürzen. War auch dringend mal wieder nötig. Naja, am Nachmittag wurde mir dann aber doch langweilig und ich hab mir überlegt, ich könnte ja mal wieder in die Mall fahren. Ein kurzer Blick nach draußen: Immer noch bewölkt, aber das hat ja noch keinem geschadet. Was könnte denn schon großartig passieren, es ist ja erst Mitte November...


5 Minuten später, als ich aus der Haustür trat wurde mir die Antwort gegeben:




Was ihr hier seht ist nicht etwa Schnee. Nein! Es ist eine Art Eisregen. Das Zeug fiel auf die Straße und bildete sofort eine Art Eisfilm.

Ich also wieder ins Haus. Nach 4 1/2 Jahren in Wisconsin bin ich ja Extremwetter gewöhnt. Vielleicht ist ja bald schon alles vorbei und es taut wieder weg.

1 Stunde später:




... Oder auch nicht. Eine Stunde später fing es dann erst richtig an zu schneien. Und als nach 1 1/2 Stunden meine Nachbarschaft dann so aussah, habe ich mir das Shoppen für diesen Freitag verkniffen. Vielleicht sieht es ja nächste Woche besser aus.


18.10.2006

... und auf einmal stand da ein Feuerwehrmann vor meiner Tür


Das Leben lehrt uns viele Dinge wie z.B. dass ein Unglück selten allein kommt, dass man keine Kekse in der Mikrowelle aufwärmen sollte und, dass es immer noch schlimmer kommen kann.

Als ich den gestrigen Blogeintrag fertig geschrieben hatte und gerade dabei war, meinen Abwasch zu erledigen und mir immer noch Gedanken über mein Auto und mein nicht vorhandenes Geld zu machen, passierte es. Der Feueralarm in meiner Wohnung ging los.


Wie ihr vielleicht wisst, sind hier in Amerika so gut wie alle Häuser aus Holz und deshalb gibt es in jedem Raum einen Rauchmelder und einen Feueralarm. Der Rauchmelder geht so ca. 2-3 mal pro Woche los, z.B. wenn man kocht oder duscht oder ihn schief anguckt. Er lässt sich aber genauso schnell auch wieder beruhigen. Anders sieht es aus, wenn der Feueralarm mal anspringt, denn wenn das Ding an ist, dann ist es erst mal an. Allerdings ist das in den Universitätswohnungen nichts Besonderes, denn wie jeder Student weiß, gehört ein falscher Feueralarm in Studentenwohnheimen praktisch genauso zum Alltag wie, naja, z.B. der UPS Bote (er kommt nicht jeden Tag, aber doch so ca. 1 mal im Monat).


Ich hab mir also zunächst keine großen Sorgen gemacht, sondern erst mal die Wohnungstür geöffnet, um die Situation zu checken. Als mir aber aus dem Treppenhaus die Rauchschwaden entgegen kamen, hab ich mir dann doch gedacht, ich sollte vielleicht zusehen, dass ich ins Freie komme. Also hab ich meinen Ausweis mit dem Visum, mein Flugticket nach Hause und das Allerwichtigste, meinen Computer mit meinen Forschungsdaten und den Scantron Sheets, geschnappt und bin durch die Hintertür nach draußen geflüchtet. Von mir aus kann das halbe Haus abbrennen, aber meine Dissertationsforschung beschütze ich mit meinem Leben.


Vor dem Haus hatte sich mittlerweile die gesamte Nachbarschaft eingefunden, denn so ein Feueralarm ist hier verdammt laut, was auch Sinn macht, denn wenn hier ein Holzhaus brennt, dann kann auch schnell die ganze Nachbarschaft Feuer fangen. Naja, und da standen wir dann erst mal ein Weilchen: 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten und guckten zu, wie der Rauch wieder aus unserem Haus abzog (es hatte nämlich nicht wirklich gebrannt, sondern nur gequalmt, aber da waren wir uns erst nicht so sicher). Scheinbar hatte die Studentin in der Wohnung über mir den Alarm ausgelöst, weil sie versucht hatte, in ihrer Mikrowelle einen Keks aufzuwärmen. Okay, das mag sich für Deutsche etwas merkwürdig anhören. Ich muss allerdings zu ihrer Verteidigung sagen, dass das hier in Amerika nichts Ungewöhnliches ist. Die Amis machen sowas. Die stecken so ziemlich alles in Mikrowellen. Auf der Kekspackung stehen sogar Anweisungen, wie man die Kekse erwärmen soll (- hat meine Nachbarin aber wohl vorher nicht gelesen).

Naja, ich muss aber auch zugeben, dass besagte keksverbrennende Nachbarin der Grund dafür ist, dass ich vor ein paar Wochen eine Art Hausratsversicherung abgeschlossen habe, die mich im Falle eines Brandschadens finanziell absichern soll. Dies war nämlich nicht das erste Mal, dass ich wegen dieser Nachbarin nachts um 11 Uhr mit meinem Computer im Arm vor unserem Haus gestanden habe.


Irgendwann wurde uns das alles zu dumm. Der Rauch war weg, der Alarm noch da. Die Nachbarn sind wieder nach Hause und ich bin auch wieder reingegangen, um meinen Abwasch mit Stöpseln im Ohr zu erledigen, denn der ohrenbetäubende Alarm war ja immer noch an. Ich hab immer Ohrstöpsel auf meinem Nachtischchen liegen, denn meine Nachbarin telefoniert auch ganz gerne mal nachts um 3.30 Uhr mit ihren Freunden/innen in Ohio. Wie schon mehrmals erwähnt, sind die Häuser hier aus Holz und deshalb nicht nur extrem brennbar, sondern auch SEHR hellhörig. Man kann sogar hören, wenn jemand in einer der anderen Wohnungen eine Schublade öffnet, geschweige denn, mitten in der Nacht am Telefon seinen Freund anschreit oder laut loslacht.


Naja, und so habe ich dann halt mit Ohrstöpseln meinen Abwasch erledigt, bis irgendwann ein paar nette Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau vor meiner Tür standen. Während drei von denen durch das ganze Haus liefen, um heraus zu finden, wie man den Alarm wieder abstellt, fing einer der Feuerwehrleute an, heftig mit meiner Nachbarin zu flirten. Ich finde es sagt schon sehr viel über einen Mann aus, wenn er meint mit einer Frau flirten zu müssen, die gerade einen Feueralarm ausgelöst hat, weil sie versucht hat, einen Keks in ihrer Mikrowelle zu erwärmen. Hmm. Aber okay. Ich habe dieses Erlebnis unter "Dinge, die ich niemals über (amerikanische) Männer verstehen werde" verbucht.


Nach weiteren 15 Minuten schwerer Anbaggerungsversuche, hat irgendjemand dann endlich herausgefunden, wie man den blöden Alarm wieder abstellt und wir konnten, auch ohne Ohrstöpsel, wieder ins Haus. Vorher hab ich aber noch schnell ein Foto von dem Löschfahrzeug geknipst, das die ganze Zeit in voller Beleuchtung vor unserem Haus stand, so dass die Nachbarn nicht nur durch die sound effects unseres Feueralarms, sondern auch durch die light show der Feuerwehr kostenlose Abendunterhaltung frei Haus geliefert bekamen.



Wir merken uns also:

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Feuer her (- oder zumindest ein Feueralarm).

Nein, ehrlich gesagt bin ich froh, dass meine Wohnung nicht abgebrannt ist und dass sich zumindest dieses Problem in Rauch aufgelöst hat. Ich wünschte, die Probleme mit meinem Auto täten das auch, aber man kann wohl nicht alles haben.

15.10.2006

... und jetzt schreibt sie schoooon wieder von ihrem Auto

Jaja, ich weiß. Ich schreibe viel zu viel über mein Auto, aber außer mir über mein Auto Sorgen zu machen und den ganzen Tag in der Uni oder vor meinem Computer zu sitzen, passiert in meinem Leben im Moment wenig. Und mein Auto ist immer noch interessanter als über meine Suche nach Artikeln über die sozialhistorische Analyse der diachronen morphologischen Entwicklung des Konjunktiv II im Deutschen und anderen germanischen Sprachen zu schreiben. (Da! Jetzt hab ich gesagt, womit ich mich im Moment für meinen Morphologiekurs beschäftige! Interessant? - Nicht unbedingt, wenn man nicht gerade Germanist ist.)

Also zurück zu meinem Auto:
Morgen habe ich mit meinem Auto einen Termin in der Werkstatt. Ja, ich weiss, schoooon wieder. Die Leute da kennen schon jedes Schräubchen an meinem Auto.

In dieser Woche hat es angefangen beim Lenken immer wie ein wildes Schwein zu quietschen und die Kühlflüssigkeitsanzeige leuchtet immer auf. Aber, da an meinem Auto immer gleich mehrere Sachen kaputt gehen – sonst würde sich die Fahrt zur Werkstatt ja nicht lohnen – hat es angefangen, beim Fahren auch immer so ein klopfendes Geräusch zu machen. Schwer zu beschreiben.

Ich hab mal einen der wenigen Mitstudis, die sich mit Autos auskennen, gefragt, was das denn sein könne. Er hat sich zuerst über meine Immitation von Autogeräuschen kaputtgelacht und meinte dann, ich hätte wahrscheinlich zu wenig Öl im Wagen.

Zugegeben, das könnte auch erklären, warum meine Öllampe ständig aufleuchtet....

Hmm!...

Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass die Öllampe schon aufleuchtet, seitdem ich das Auto habe und es deshalb schon mehrmals in der Werkstatt durchgecheckt wurde. Vorsichtshalber hab ich dann doch mal den Ölstand nachgesehen, denn schließlich hab ich den Wagen schon seit 2 Jahren und noch nie einen Ölwechsel machen lassen. Ds Ergebnis: Ich habe zwar noch genug Öl, aber irgendetwas sagt mir, dass Öl nicht braun und klumpig sein sollte.

Ich hab meinen Mitstudi dann auch gefragt, ob er meint, dass die Sache mit der Lenkung lebensgefährlich sei. Nicht, dass ich gegen den nächsten Baum fahre, weil ich nicht mehr lenken kann. Aber der Mitstudi hat mich nur fassungslos angestarrt und meinte, ich solle mir darüber mal keine Gedanken machen, denn wenn ich nicht sofort wegen des Öls in die Werkstatt fahren würde, würde mir die Karre eh bald um die Ohren fliegen (wie immer frei übersetzt aus dem Englischen).

Naja, auf jeden Fall bin ich deshalb schon eine Weile nicht gefahren und morgen bringe ich den Wagen in die Werkstatt, damit die dort die lebensrettenden Massnahmen einleiten können. Ich habe nämlich so den schlimmen Verdacht, dass mein Auto zusammen mit meiner traurig dreinblickenden Zimmerpflanze einen kollektiven Selbstmord plant. Und das muss schließlich verhindert werden.

Allerdings glaube ich, dass meinem Auto höchstens noch ein Wunder helfen kann. Da kommt es also wie gerufen, dass es in dieser Woche einen Meteorschauer vom Halleyschen Kometen geben soll. Wenn mich also heute Abend noch jemand suchen sollte: Ich sitze in meinem Auto und halte verzweifelt Ausschau nach Sternschnuppen!

06.10.2006

Das Grauen hat einen Namen: Cookie Dough Ice Cream

Halloween steht vor der Tür! Naja, eigentlich sind es noch 3 Wochen bis dahin, aber da man auch schon jetzt (wohlgemerkt 2 ½ Monate vor Heiligabend) Weihnachtsdeko in den Geschäften finden kann, dachte ich, ich schreib schon mal meinen ersten Beitrag zu dem Thema.

Mittlerweile wissen ja auch schon die meisten Deutschen aus Film und Fernsehen, was Halloween ist. In ein paar kurzen Sätzen: An Halloween verkleiden sich die Amis als Geister, Gespenster, Zombies und Hexen und versuchen sich gegenseitig Angst einzujagen. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten fast so wie bei uns in Deutschland zu Karneval oder St. Martin. Nur, dass hier in Amerika zu Halloween alles auf gruselig gemacht ist. Da mir Verkleiden nicht so liegt, schreibe ich jetzt mal etwas über die wirklich gruseligen Sachen hier in Amerika, nämlich über das amerikanische Essen.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich mag amerikanisches Essen. Aber damit meine ich nicht die wabbeligen Hamburger bei McDoof, sondern richtiges Essen, wie z.B. apple crisp, green bean casserole oder mesquite chicken wraps. Und nach jahrelanger systematischer Desensibilisierung gelingt es mir nun sogar, ein Erdnussbutter-und-Marmelade-Butterbrot zu essen ohne dabei einen starken Würgereiz zu bekommen. Trotzdem finde ich amerikanisches Essen irgendwie gruselig. Etwas gruselig zu finden und etwas zu mögen schliesst sich ja nicht unbedingt gegenseitig aus.

Der Grund dafür, dass ich amerikanisches Essen gruselig finde, mag zunächst einmal daran liegen, was mir als Kind so alles übers Essen erzählt wurde. So hat mir meine Oma z.B. immer gesagt, ich dürfe beim Plätzchen backen in der Adventszeit nicht so viel rohen Teig naschen, da man davon Würmer im Magen bekommt. Okay, so ganz hab ich das nie geglaubt, ...aber man weiß ja nie. Schliesslich hat meine Oma bei so manchen anderen Sachen doch Recht behalten. Und als ich hier so eines Tages nichts böses ahnend an der Tiefkühltheke im Supermarkt meines Vertauens vorbeifahre, trifft mich fast der Schlag: Cookie Dough Ice Cream!

Leute, ihr werdet es kaum glauben, aber die verkaufen hier rohe Plätzchenteig-Eiskrem!!! Ich musste mir die Packung erst ein paar Mal durchlesen bis ich das wirklich fassen konnte. Da packen die Amis doch tatsächlich kleine rohe Plätzchenteigstücke in ihr Vanilleeis. Wie soll man denn dann bitteschön noch Plätzchen daraus backen? Oder soll man den Teig etwa roh essen und davon Würmer bekommen? Also wenn das nicht gruselig ist!

Aber da ich ja angehende Wissenschaftlerin bin, habe ich mich natürlich gleich zu einem völlig uneigennützigen Selbstversuch zur Verfügung gestellt, in dessen Verlauf ich eine Packung Cookie Dough Ice Cream über einen Versuchszeitraum von 1 Woche konsumiert habe. Als ich gerade eben gefallen daran zu finden begann, musste ich den Versuch leider frühzeitig abbrechen, weil ich 2 Pfund zugenommen hatte. Ich finde, das ist mindestens genauso gruselig wie Würmer!!! Naja, wenigstens konnte ich beweisen, dass die deutschen Omis nicht völlig umsonst ihre Enkel vor den kulinarischen Hochgenüssen des Teignaschens zu bewahren versuchen.

Mittlerweile bin ich die 2 Pfund vom Cookie-Dough-Ice-Cream Selbstversuch auch wieder los und kann mich somit wieder richtigen Studien widmen und deshalb...

...Fortsetzung folgt (– vielleicht)

20.09.2006

Von Faulkner, Dust Bunnies und fremden Dimensionen

Es ist Mittwoch und ich habe heute meine Wohnung geputzt.
Leute, die noch nie Studenten waren, wissen das Ausmaß dieser Handlung vielleicht nicht einzuschätzen, aber lasst es Euch gesagt sein:

Es ist physikalisch unmöglich eine Studentenwohnung sauber zu halten.

Sämtliche Staub- und Schmutzartikel des Universums scheinen sich von meiner kleinen Wohnung wie von einem schwarzen Loch angezogen zu fühlen. Und obwohl ich es eigentlich besser wissen sollte, verbringe ich jede Woche viel zu viel Zeit damit, gegen besagte Gesetze der Physik zu kämpfen, um meinen Traum von einer sauberen Wohnung nicht völlig zu begraben.

Heute habe ich den Boden gefegt, gesaugt und gewischt. Ich habe mir selbst so einen Swiffer zugelegt und bin wie wild durch meine Wohnung geswiffert. Trotzdem behaupten böse Zungen immer wieder, dass ich in meiner Wohnung Wollmäuse züchten würde.

Wollmäuse? Bei mir? Unmöglich!

Die gemeine europäische Wollmaus ist gar nicht in diesen Breitengraden ansässig. Wenn überhaupt, dann kann man bei mir nur das Nordamerikanische Dust Bunny finden. Aber auch das halte ich nur für ein bösartiges Gerücht. Soweit ich weiß, ziehen Dust Bunnies luxeriösere Apartments, mit Stereoanlagen, Breitbildfernsehern und TiVos vor und damit kann ich nun leider doch nicht dienen.

Außerdem würde sich das äußerst menschenscheue Dust Bunny durch meinen Staubsauger bestimmt in seinem Paarungsverhalten gestört fühlen. Wer jemals Bekanntschaft mit einem amerikanischen Staubsauger gemacht hat, weiss wovon ich spreche. Die Dinger sind so laut wie ein Panzer und fast so schwer wie eine Harley Davidson. Und wie so vieles in Amerika, haben die auch ganz schön Schmackes in sich. Einmal über das Elektrokabel gesaugt und das halbe Kabel ist futsch (- wirklich so passiert bei einem anderen Versuch, Ordnung in meiner Wohnung zu schaffen. Das Kabel ließ sich aber mit Isolierband wieder reparieren.).

Früher habe ich es ja nie für möglich gehalten, dass man mit einem Staubsauger wie im Film einen kleinen Hamster aufsaugen kann, aber ich sag es Euch: Mit diesen Dingern hier - no problemo! Keine Angst, ist noch nicht wirklich so passiert! Nicht, dass irgendein Blogleser auf die Idee kommt, mir den Tierschutzbund auf den Hals zu hetzen, der dann meine Staubsaugerbeutel nach aufgesaugten Kleintieren durchwühlt und noch mehr Chaos in meiner Wohnung anrichtet. Das wäre doch irgendwie kontraproduktiv.... Naja, zurück zum Thema, denn was ich eigentlich nur sagen wollte: Bei diesen Staubsaugern hätte so ein kleines unschuldiges Dust Bunny nicht die geringste Überlebenschance.

Aber der Staub ist nicht das einzige Problem. Wo wir vorhin schon von schwarzen Löchern gesprochen hatten: Wenn meine Wohnung wirklich ein schwarzes Loch für Staub und Unordnung darstellt, dann ist das Zentrum ohne Zweifel meine Schreibtischschublade, d.h. es sieht aus wie eine Schreibtischschublade. In Wirklichkeit ist es jedoch das Tor zu einer fremden Dimension. Was man auch in diese Schublade hineinlegt, verschwindet unwiederbringlich und taucht erst wieder in einem anderen Sonnensystem auf. Dort wundern sich wahrscheinlich kleine grüne Männchen, woher die ganzen Notizen über Faulkners „The Sound and the Fury“ kommen und was ihnen der große Autor mit diesem Werk sagen will.

Liebe kleine grüne Männchen, habt keine Angst. Ihr seid nicht die einzigen in diesem Universum, die den Sinn dahinter nicht ganz verstehen können.

Naja, leider ist im Moment dieses Tor zu einer fremden Dimension auch vollig ausgelastet und deshalb stapeln sich in meiner Wohnung überall Bücher, Artikel, Hausaufgaben von meinen Studenten und Unterrichtsmaterialien.

Mittlerweile betrachte ich diese Sachen schon gar nicht mehr als Unordnung, sondern vielmehr als Dekoration oder als Accessoires, die in Farbe und Stil perfekt auf das allgemeine Thema meiner Wohnung, "totales Chaos", abgestimmt sind. Andere Leute haben auf ihrem Esstisch eine Vase mit frischen Schnittblumen kunstvoll arrangiert - ich lager dort einen Stapel Artikel über Zweitspracherwerb. Wo bei anderen Menschen bestickte Kissen das Sofa zieren, verleihen die bunten Graphen meiner letzten Studie der Sitzgruppe einen besonderen Akzent. Und gerade eben habe ich meine frisch gespülten Teller so kunstvoll in meiner Spüle zum Trocknen aufgestellt, dass man sie mit halbgeschlossenen Augen fast für ein modernes Kunstwerk halten könnte.

Dazu sage ich nur: Mission erfüllt.

Und wieder einmal ist es mir gelungen, mein Apartment vom Staub zu befreien und somit alle Gesetze der Physik zu überlisten. Für heute ist die Welt (und besonders meine Wohnung!!!) wieder in Ordnung.

Doch morgen wartet schon die nächste Herausforderung auf mich: Zeitreisen.
Mit etwas Glück schaffe ich es vielleicht gleichzeitig, Hausaufgaben zu kontrollieren, an meiner Studie zu arbeiten und nebenbei noch eine halbe Stunde im Fitnessstudio zu trainieren. Drückt mir die Daumen, denn wenn etwas schief geht, lande ich vielleicht auch in einer anderen Dimension und muss mit kleinen grünen Männchen Faulkner diskutieren.