... gabelte sich mein Lebensweg plötzlich in zwei Richtungen. Ich holte tief Luft und wählte den Pfad, der mich in die Fremde führte. Nach Wahrheit und Wissen strebend gelangte ich an einen Ort, an dem die Menschen saure Gurken frittieren und es ständig heiß ist...
29.06.2007
Globalisierung im Supermarkt
Jedesmal, wenn ich wieder nach Deutschland komme, fallen mir die Sachen auf, die sich seit meinem letzten Besuch verändert haben. Heute war ich zum Beispiel mal wieder einkaufen. Ich kann mich noch gut erinnern, als sich früh immer ältere Leute darüber aufgeregt haben, wie viel Englisch gesprochen wird und dass immer mehr Produkte englische Namen bekommen haben:
Erdnüsse hießen auf einmal peanuts, die Vanillemilch wurde plötzlich zum vanilla milk shake und statt Hähnchenflügel gab es überall chicken wings.
Aber scheinbar waren sich die Leute damals noch nicht den Ausmaßen der EU bewusst. Wenn man heute in einen deutschen Supermarkt geht, dann findet man nicht nur Lebensmittel mit englischen Produktbezeichnungen, sondern man kann für ein paar Euros die ganze Vielfalt Europas mit nach Hause nehmen.
In den Konserven, in denen sich früher Chilibohnen befanden, sind heute Chili bonner drin (das o von bonner ist eigentlich quer durchgestrichen, aber Blogger will das einfach nicht so in dem Post drucken). Und anstelle der leckeren Vollkornnudeln mit Spargel, gibt es nur noch Fusilli Integrali und dazu Asperges zu kaufen. Meine Oma backt neuerdings ihre Mohnstriezel mit pavot bleu, kann sich dafür aber über die original österreichische Marillenmarmelade freuen, die früher aus Aprikosen gemacht wurde. Beim Käse habe ich die Auswahl zwischen Queso Manchego oder der leichteren Weight Watcher Variante die jetzt von Vikt Väktarna hergestellt wird. Die neuen Muntsnoepjes schmecken genauso wie die Pfefferminzbonbons, die es früher immer an der Kasse gab.
Richtig lustig wird es allerdings bei den Getränken. Zwar kann ich mir noch ungefähr denken, dass im finnischen (?) Hapankirsikkanektari wohl Kirschnektar/saft drin ist, jedoch wird es beim polnischen (?) brusinky Nápoj z ovocné št’avy doch etwas schwieriger, den Inhalt zu erraten. Zum Glück gibt es da noch das Bildchen und Logo, die mir verraten, dass ich damit wohl Preiselbeersaft von Ocean Spray kaufe.
So wird das Einkaufen zum Abenteuerurlaub und ich finde, dass es jetzt viiiiieeel mehr Spaß macht. Und die Amis, die früher Pauschalreisen unter dem Motto 1 Woche Europa = 10 Länder in 7 Tagen gebucht haben, können für wesentlich weniger Geld fast genauso viel Kultur an einem Nachmittag im Supermarkt erleben. Also, wenn das keine Globalisierung direkt vor der Haustür ist! :o)
24.06.2007
Sommer
Ich dachte, ich schreibe über den Sommer hier. Vielen ist es nicht bewusst, dass "Sommer" eigentlich nicht "Sommer" heißt, sondern "Straßenbauzeit". Es ist eine lange Tradition, die von den ursprünglichen deutschen Einwanderern stammt. Laut Legende haben die Indianer in dieser Gegend dieselbe Tradition gehabt. Jedes Jahr um diese Zeit fangen Männer mit orangefarbigen Helmen an, die Straßen auszureißen. Alle. Auf ein Mal. Der Busverkehr kommt zum Stillstand, Großmütter dürfen die Kreuzungen nicht mehr überqueren. Ein FDJler kann da auch nicht behilflich sein.
Hier ist aber eine Feier angesagt! Der Bürgermeister lässt eine große Tribüne aufrichten, worauf er jedes Jahr eine feierliche Rede zum Beginn der Straßenbauzeit hält. Es wird Cola getrunken; Feuerwerke werden von den Kleinen angezündet. Die summen über Lake Mendota ins Finsternis der ersten Nacht der Straßenbauzeit.
In der E. W. Avenue wechseln die Straßenbauarbeiter jeden Tag die Spuren, die offen zum Verkehr stehen. Wo im Winter sechs Fahrbahnen streckten, drei nach Westen und drei nach Osten, bleiben nur zwei übrig. Montags darf man nur auf der rechten Seite fahren. Dienstags, Mittwochs und Bastille-Tag ist das Fahren nur auf der linken Seite erlaubt. Das Tempo wird von 40 Stundenmeilen bis zu 15 Stundenmeilen gesenkt, damit all die Kinder, die die große Straße entlang tagtäglich stehen, ein bisschen mehr die Autoparade schätzen können. Kuck da! Ein Cabrio mit einem kahlen Mann am Steuer. Wo bleibt die Perücke? Vom Winde verweht! Und nun kommt ein alter Dodge, durchgerostet und offenbar ohne funtionierende Klima-Anlage. Die Fenster sind alle offen, und 15 schmutzige Kinder schauen von den Hinterfenstern starr aus. Die Kinder an den Straßenseiten lachen und jubeln. Vielleicht bekommen sie noch eine kleine Süßigkeit von dem Auto? Da ist leider nur den Stinkefinger zu sehen, und das schon zum dritten Mal. Die Kinder wollen was Neues!
Aber nicht nur die E. W. Avenue liegt in Trümmern, sondern auch die andere Hauptverkehrsader der Stadt. Und dieses Jahr wird Straßenbauzeit besonders schön gefeiert! Dort wird nämlich nicht nur die rechte Spur neu betoniert, sondern die zwei linken Spuren werden für jeglichen Verkehr völlig gesperrt, da ein neues Hochhaus schnell zusammengebastelt wird. Solche Baustellen hab ich seit Speer nicht mehr gesehen! Solcher Eifer! Und ein Block weiter, noch ein neues Gebäude, diesmal für die Business-School.
Der Bürgermeister freut sich außerordentlich über die diesjährige Straßenbauzeit. Ihm schwebe nämlich eine neue Straßenbahn vor. Aber will er sie dieses Jahr bauen, denn die Straßen werden sowieso neu gepflastert, und es würde die spätere Arbeit erleichtern, die Schienen diese Straßenbauzeit zu legen. Nein, meint er, wir müssen bis nächste Straßenbauzeit warten, damit wir dann richtig feiern können. Und die Kinder sind schon darauf begeistert.
Südländercharme
Die Leute im Süden sehen ganz anders aus als bei uns im hohen Norden in Wisconsin. Naja, ihr wisst schon. Besonders so im Gesicht. Wie nennt man das noch mal? Ach ja, LÄCHELN. Gibts in Wisconsin zwar auch ab und zu, aber nicht so oft und nicht so ohne Grund wie in Atlanta. Und die Deutschen lächeln ja nie ohne Grund. War fast ein wenig unheimlich. Hat mir aber gut gefallen.
In der Wartehalle habe ich mich direkt hinter 2 Südstaatler-Ladies gesetzt und ihnen bei der Unterhaltung zugehört. Macht man ja eigentlich nicht, aber ich hab eh nur die Hälfte verstanden und ich fand die Sprache so faszinierend. Da hätte ich noch tagelang zuhören können.
Soweit also meine ersten Erfahrungen mit den Südstaatlern. Ich glaub, ich komme wieder.
18.06.2007
Langsames Dahinschmelzen
Unibibliothek
Mein Computer und ich allein an einem kleinen Tisch umgeben von tausenden von Büchern, die noch älter riechen als sie eigentlich sind. Beim Anblick der ganzen Bücher und Artikel, die ich eigentlich alle für meine Dissertation hätte lesen sollen, bricht mir der kalte Angstschweiß aus, sodass die gut klimatisierten Räume auch nicht viel helfen.
Chancen hier das nächste Kapitel meiner Dissertation zu beenden:
Ziemlich gut. Chancen dabei den Sommer zu genießen: Null.
Cafeteria des Universitätskrankenhauses
Sehr gut klimatisiert, ausgezeichnete Möglichkeit einen gut aussehenden, reichen, amerikanischen Neurochirurgen kennen zu lernen, innerhalb der nächsten 6 Monate einen $30.000 teuren Verlobungsring am Finger zu tragen, Green Card zu bekommen... oder zumindest davon zu phantasieren. Das Tagträumen wird durch die Lage der Cafeteria im Keller des Krankenhauses (kein Sonnenlicht) stark begünstigt.
Chancen hier das nächste Kapitel der Dissertation zu beenden:
Welche Dissertation? Ich habe doch gerade eben den Neurochirurgen erwähnt. Passt denn hier niemand auf, wenn ich was schreibe!
Picnic Point
Romantisch lauschiges Plätzchen am See mit vielen Bänken und sogar einem kleinen Stückchen Sandstrand. Guter Ort um sich zu bräunen und faul in der Sonne zu schmoren. Leider auch nicht klimatisiert und daher besteht große Gefahr, sich zu überhitzen, besonders wenn gut durchtrainierte junge Männer im Collegealter mit freiem Oberkörper an einem vorbeijoggen.
Chancen dabei das nächste Kapitel der Dissertation fertig zu schreiben:
Gegen Null tendierend.
Das kleine Café um die Ecke
Gut klimatisiert, kostenloser wirefree internet access, leckeres Essen und guter Kaffee, aber leider zu oft überfüllt. Außerdem ein wenig kostspielig: 25 Mal Lunch und ich könnte mir auch gleich eine Klimaanlage kaufen.
Chancen hier das nächste Kapitel meiner Dissertation zu beenden:
Relativ gut, der Kaffee gibt neue Energie, trotzdem große Ablenkungsgefahr aufgrund von Hormonschub ausgelöst durch süßes Baby am Nebentisch.
So, ich versuche jetzt noch mal ein wenig an meiner Dissertation zu schreiben – und zwar in meinem Apartment, denn hier hat sich gerade die Luftfeuchtigkeit maximiert, sprich: es hat angefangen zu regnen. Zum Glück hat es sich auch etwas abgekühlt. Wenn es wieder wärmer wird, wisst ihr ja jetzt, wo ihr mich finden könnt.
P.S.: Da der Sommer noch lange nicht vorbei ist, nehme ich auch gerne weitere Tipps für coole und kühle Hang Outs als Kommentar entgegen.
13.06.2007
... hmmm, maybe I should move.
Last weekend, there was a BBQ at my apartment complex. Usually, I don't like to go to these picnics, because there is just too much gossip going on and I don't like getting involved in stuff like that. But this time, I went.
BIG MISTAKE! Humongous mistake!
Within only 30 minutes, I was asked the following questions (I. KID. YOU. NOT.):
Do you remember when the Oldsmobile was burning in the parking lot and then the motorcycle caught fire, too?
- Hmm, I vaguely remember something burning in the parking lot....
Do you remember last summer when the silo of the bagel factory exploded and there was flour everywhere and it caught fire and we thought everything was gonna burn down?
- No, I was in Germany last summer.
Have you seen the condom sniffing dog they brought in after the girl next door had been raped?
- Someone was raped next door?????
But the question that really threw me over the edge was this one:
Say, Nici, have you noticed any changes in the gang tags on your building, lately?
- GANG TAGS???
Apparently, there have been gang tags on my building (my back door to be specific!). I thought it was just graffiti and it always disappeared within a day, because maintenance always came over right away to take a picture and to clean it up or paint it over. But appartently the signs were gang tags and just recently they changed so that the local police was notified.
Well, it seems like my building marks the border between two gang areas. That also explains why the police have been driving up and down the street lately.
Yesterday, they exchanged the locks on all the buildings in my apartment complex - even though I am not quite sure how that is going to protect me if there is a drive-by shooting. Okay, maybe I am exaggerating now. Tthese gangs are probably just some highschool gangs or something. But I think it is time to move, anyway.
And this is the reason, why I don't go to these BBQs. Maybe it is just me, but I sleep much better at night, if I don't know about condom sniffing dogs and gang tags on my back door.
07.06.2007
Willste mit mir geh'n?
Wir starten den Tag mit einem leckeren Frühstück in einem kleinen Café, von denen es hier so viele in MadTown gibt. Bei einem Zimtbrötchen mit Kaffee lesen wir die Morgenzeitung und unsere Emails. Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewußt, aber das Glück schmeckt nach warmen Zimtgebäck und riecht wie frisch gebrühter Morgenkaffee.

Danach geht es richtig los. 15 Minuten Fußweg und schon sind wir am Lake Mendota. Vielleicht mag ich den See so gern, weil blau meine Lieblingsfarbe ist und er immer wunderschön tiefblau und so geheimnisvoll aussieht. Und wenn der Himmel dann auch ganz blau und ohne Wolken ist, sieht der See fast wie ein Stückchen Himmel aus.
Von dort aus schlendern wir am See entlang zur Innenstadt.

Durch die Bäume sieht man kleine Segel- und Motorboote, die ihre Besitzer zum Baden oder Angeln in Ufernähe angelegt haben. In Wisconsin gibt es viele kleine Seen und so manches Häuschen hat auch einen kleinen Privatsteg. Jaja, wenn ich mal im Lotto gewinne...

... bis es soweit ist, muss ich halt am Ufer bleiben und kann höchstens mit meinen Füßen über Kieselsteine waten, anstatt sie von meiner Yacht ins Wasser baumeln zu lassen.
Weiter geht es über die State Street, an kleinen Geschäftchen, noch mehr Cafés und dem Theater vorbei hinauf zum Capitol. Da jetzt Sommerferien sind, sieht man kaum Menschen auf der Straße. Während des Semesters wimmelt es nur so von Studenten. Die Stadt hat im Sommer immer ein ganz anderes Gesicht als während des restlichen Jahres.
Selbst hier ist im Moment wenig los. Am Wochenende gibt es immer einen großen Markt rund um das Capitol, auf dem Bauern und kleine Händler ihre Waren anpreisen.

Wir machen uns aber wieder zurück auf den Weg zum Campus. Selbst im Sommer trifft man hier auf Studenten und auch so manches bekannte Gesicht läuft einem über den Weg.

Zum Schluss machen wir es uns auf der Terrasse am See gemütlich und lassen es uns bei einem kühlen Bier gut gehen.
So, und hier sitz ich jetzt auch wirklich. Leider nicht bei einem Bier, sondern nur mit meinem Laptop und sollte eigentlich an meiner Dissertation schreiben. Also zurück an die Arbeit...
01.06.2007
Meet my new companion: Bob
Hmm, hab ich mir gedacht, wo kommst du denn her?
Da er sich nicht vorgestellt hat, und auch sonst nichts sagte, hab ich ihn einfach Bob genannte, (a) weil Robert zu formal geklungen hätte und (b) wegen "Jay und Silent Bob". Ich glaube, es hat ihm gefallen, denn er ist gleich ein wenig größer geworden.
Auf dem Weg zur Uni ist mir dann aufgefallen, wie mich ein paar Leute im Bus komisch angeschaut haben. Bis ich bemerkt habe, dass sie nicht mich, sondern Bob angestarrt haben, der mittlerweile meinen ganzen Arm hochgeklettert war und es sich auch auf meinem anderen Arm gemütlich gemacht hatte. Naja, er hat sich praktisch geklont und kleine Bläschen gebildet.
Als die Leute dann wegen Bob einen großen Bogen um mich zu machen begannen und ein Hippie-Student fast vom Auto überfahren wurde, weil der Bürgersteig scheinbar nicht groß genug für mich, Bob und den Hippie war, wurde mir doch etwas mulmig.
Vielleicht hätte ich auch etwas ahnen sollen, als die Leute bei meinem Anblick in ihre Büros huschten und die Türen hinter sich verschlossen. Aber erst als die nette Sekretärin meinte, ich solle vielleicht doch zum Dermatologen gehen, oder zum Hausarzt oder wenigstens in die Notaufnahme - bloß ganz schnell ganz weit weg von hier, denn der Ausschlag am Hals sähe doch etwas gefährlich aus, wurde ich mir bewusst, dass Bob auf einer Ganzkörpermission war.
Also hab ich mich auch auf eine Mission begeben, nämlich noch am selben Tag einen amerikanischen Arzt zu Gesicht zu bekommen. Meine deutschen Leser werden den Schwierigkeitsgrad dieser Mission bestimmt nicht verstehen können, aber ich sach es euch: Aufgrund meiner super-super-super-billigen Krankenversicherung hier ist das gar nicht so einfach.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo man nämlich einfach zum Arzt geht, wenn man zum Arzt gehen will, darf man das hier nicht. Man muss erst einen Termin vereinbaren (scheinbar auch, wenn es sich um ein akutes Leiden handelt) und genau das ist das Problem.
Ich also da angerufen und gesagt, dass ich gerne einen Dermatologen sehen würde. Böser Fehler. Einen Arzt zu sehen ist schon so gut wie unmöglich, aber auch noch den Anspruch zu stellen, einen Facharzt sehen zu dürfen - Frechheit!
Mir wurde freundlich aber bestimmt mitgeteilt, dass ich nur meinen Hausarzt sehen dürfte und der mich dann erst zu einem Dermatologen überweisen müsste, der aber vor Ende August auch keine Termine mehr hätte und meinen Hausarzt dürfte ich - wie war noch gleich der Name- auch nicht sehen, weil der gerade im Urlaub sei.
Währendessen machte sich Bob auch schon über meinen Rücken her.
Ich versuchte dann ebenfalls freundlich und bestimmt zu erklären, dass es mir eigentlich egal wäre, welchen Arzt ich sehen würde, denn ich hätte einen gefährlichen und ansteckend aussehenden Ausschlag und wenn das Telefonat weiterhin so verlaufen würde, hätte sich der Ausschlag bald über den gesamten Mittleren Westen bis hin zu den Dakotas ausgebreitet, dude!
Daraufhin wurde ich in die Warteschleife gelegt.
Super! 5 cm meinen Rücken weiter runter, bzw. 10 Minuten später, meldete sich die gute Dame dann zurück. Sie war etwas überrascht, dass ich immer noch in der Leitung war, aber Bob und ich sind beständig. So einfach wird man uns nicht los. Ich drohte ihr damit, die ganze Stadt mit Masern/Röteln/Windpocken oder wozu Bob sonst noch alles fähig wäre, anzustecken. Sie meinte, mich würde gleich eine Krankenschwester zurückrufen.
2 Stunden später, Bob machte sich mittlerweile auch über meine Brust her (ein typisch männlicher Ausschlag - war ja mal wieder klar) rief dann passend eine männliche Krankenschwester bei mir an und diagnostizierte mich übers Telefon mit Gürtelrose. Uh-hu! Musste ich natürlich gleich ergoogeln, aber Bob hat rein gar nichts mit einer Gürtelrose gemeinsam. Aber scheinbar trifft die Beschreibung "roter Ausschlag" auf so ziemlich alles zu. Naja, wenigstens durfte ich dann doch einen Doktor sehen - dachte ich jedenfalls. Ich bekam einen netten Termin beim Arzt und machte mich auf den Weg.
In der Praxis angekommen wurde mir mitgeteilt, dass Bob keinen Arzt, sondern nur einen Assistenten sehen dürfte. Bob machte das nichts aus und er ließ sich stattdessen lieber gemütlich auf meinen Oberschenkeln nieder.
Eine halbe Stunde später traf dann auch besagter Assistent ein, warf einen Blick in meine Kartei und verschrieb mir Antibiotika und so eine Creme mit Steroids.
Wusstet ihr, dass amerikanische Mediziner einen Röntgenblick haben? Nicht? Naja, anders ist es ja nicht zu erklären, dass der Typ Bob diagnostizieren konnte, ohne dass ich mich ausziehen musste oder er sich Bob in seiner ganzen Schönheit überhaupt angesehen hat. Wahnsinn.
Beim nächsten Mal spare ich mir den Gang zum Arzt. Bob und ich - wir machen uns einfach einen gemütlichen Abend vorm Fernseher. Wir klemmen uns höchstens noch einen schottisch-amerikanischen Burger hinter die Kiemen, denn die sollen ja angeblich auch voller Antibiotika sein.
Und wie lautet das Fazit des heutigen Tages? 1:0 für Bob, der auf meinen Zehen sitzt und seine Ganzkörpermission erfüllt hat, während ich immer noch keinen richtigen Arzt sehen konnte. Super.
I´m just gonna kick back, pop some antibiotic pill, and call this a day. See ya tomorrow, Bob!