Eines der vielen Dinge, die hier, am Ende der Welt, immer wieder ausgerechnet mir und meinen Kollegen passieren, ist die ungeheuerliche Zuverlässigkeit, mit der immer genau das Restaurant für immer seine Pforten schließt, in das wir gerade gehen wollen.
Zum Beispiel verabreden wir uns zu einem gemütlichen Wochenend-Brunch in dem urigen 50er Jahre Diner auf einer der vielbesuchten Straßen hier, dann stehen wir garantiert nicht nur vor verschlossenen Türen, nein, das ganze Restaurant ist auf einmal verschwunden.
Neulich, als wir nach einem langen Arbeitstag mal wieder Mexikanisch essen wollten, hätten wir schon ahnen sollen, dass hier am wohl weitesten von der Mexikanischen Grenze entfernten Punkt der USA sich wohl kein südländisches Restaurant lange halten wird. Und tatsächlich. Gerade als wir auf den Parkplatz besagten Restaurants einbiegen, kommt uns ein riesiger Umzugswagen entgegen, der wahrscheinlich nicht nur unser potentielles Mexikanisches Essen, sondern auch die gesamte Ausstattung besagten Restaurants in den Süden fahren sollte.
Die Restaurants kommen und gehen hier schneller als man die nächste Reservierung vornehmen kann. Vielleicht ein Zeichen, dass ich auch bald wieder meine Koffer packen sollte...?
Hat man dann endlich ein Plätzchen gefunden, dass noch nicht komplett und für immer dicht gemacht hat, steht man der nächsten Enttäuschung direkt gegenüber: Man bekommt nie was man bestellt. Was an sich schon schlimm genug wäre, aber die Menschen hier sind sehr kreativ und sehen es daher als Teil ihres Services an, die fehlenden Zutaten mit völlig wahllosen Alternativen aus ihrer Speisekammer auszutauchen:
Wer braucht schon Eggs Benedict mit Sauce Hollandaise, wenn man stattdessen auch eine braune Bratensoße über seine Eier bekommen kann.
Wie? Auf der Speisekarte stand Krautsalat? Der ist leider aus, aber wir haben Ihnen dafür einfach ein paar fritierte Mozarellastäbchen auf den Teller getan. Wie? Sie mögen nichts Fritiertes? Wie wäre es dann mit einer Tasse Kaffee?
Oh, der Lachs war leider aus, aber sie dürfen sich dafür ein Stück Schokoladentorte aussuchen. (War mein Geburtstag und dann doch irgendwie passend. Hmmm...)
Naja, so ist das halt, wenn es hier im Winter immer so doll schneit und man von der Außenwelt abgeschnitten wird. Nein, nicht, dass die Lebensmittelversorgung auch abgeschnitten wird... ich dachte da mehr daran, dass die Blutzufuhr zum Gehirn bei manchen Menschen einfriert.
Sorry, für diesen etwas zynischen Eintrag, aber es ist z. Zt. etwas frustierend auf diesseits jeder Zivilisation....