Im Moment ist das Wetter hier so verrückt, dass man es kaum aushält. Wir haben so eine hohe Luftfeuchtigkeit, dass ich in meinem kleinen Apartment ohne Klimaanlage praktisch dahinschmelze. Es wird Zeit, dass ich in die Eisfabrik, die mir in den Kommentaren zum letzten Eintrag so angepriesen wurde, umziehe. Aber bis es soweit ist, habe ich ein paar andere Hang Outs in MadTown ausgetestet und für meine LeserInnen ausgewertet:
Unibibliothek
Mein Computer und ich allein an einem kleinen Tisch umgeben von tausenden von Büchern, die noch älter riechen als sie eigentlich sind. Beim Anblick der ganzen Bücher und Artikel, die ich eigentlich alle für meine Dissertation hätte lesen sollen, bricht mir der kalte Angstschweiß aus, sodass die gut klimatisierten Räume auch nicht viel helfen.
Chancen hier das nächste Kapitel meiner Dissertation zu beenden:
Ziemlich gut. Chancen dabei den Sommer zu genießen: Null.
Cafeteria des Universitätskrankenhauses
Sehr gut klimatisiert, ausgezeichnete Möglichkeit einen gut aussehenden, reichen, amerikanischen Neurochirurgen kennen zu lernen, innerhalb der nächsten 6 Monate einen $30.000 teuren Verlobungsring am Finger zu tragen, Green Card zu bekommen... oder zumindest davon zu phantasieren. Das Tagträumen wird durch die Lage der Cafeteria im Keller des Krankenhauses (kein Sonnenlicht) stark begünstigt.
Chancen hier das nächste Kapitel der Dissertation zu beenden:
Welche Dissertation? Ich habe doch gerade eben den Neurochirurgen erwähnt. Passt denn hier niemand auf, wenn ich was schreibe!
Picnic Point
Romantisch lauschiges Plätzchen am See mit vielen Bänken und sogar einem kleinen Stückchen Sandstrand. Guter Ort um sich zu bräunen und faul in der Sonne zu schmoren. Leider auch nicht klimatisiert und daher besteht große Gefahr, sich zu überhitzen, besonders wenn gut durchtrainierte junge Männer im Collegealter mit freiem Oberkörper an einem vorbeijoggen.
Chancen dabei das nächste Kapitel der Dissertation fertig zu schreiben:
Gegen Null tendierend.
Das kleine Café um die Ecke
Gut klimatisiert, kostenloser wirefree internet access, leckeres Essen und guter Kaffee, aber leider zu oft überfüllt. Außerdem ein wenig kostspielig: 25 Mal Lunch und ich könnte mir auch gleich eine Klimaanlage kaufen.
Chancen hier das nächste Kapitel meiner Dissertation zu beenden:
Relativ gut, der Kaffee gibt neue Energie, trotzdem große Ablenkungsgefahr aufgrund von Hormonschub ausgelöst durch süßes Baby am Nebentisch.
So, ich versuche jetzt noch mal ein wenig an meiner Dissertation zu schreiben – und zwar in meinem Apartment, denn hier hat sich gerade die Luftfeuchtigkeit maximiert, sprich: es hat angefangen zu regnen. Zum Glück hat es sich auch etwas abgekühlt. Wenn es wieder wärmer wird, wisst ihr ja jetzt, wo ihr mich finden könnt.
P.S.: Da der Sommer noch lange nicht vorbei ist, nehme ich auch gerne weitere Tipps für coole und kühle Hang Outs als Kommentar entgegen.
... gabelte sich mein Lebensweg plötzlich in zwei Richtungen. Ich holte tief Luft und wählte den Pfad, der mich in die Fremde führte. Nach Wahrheit und Wissen strebend gelangte ich an einen Ort, an dem die Menschen saure Gurken frittieren und es ständig heiß ist...
18.06.2007
13.06.2007
... hmmm, maybe I should move.
Up until last weekend, I always thought I lived in a really nice neighborhood. My apartment complex is mostly surrounded by small middle-class houses, whose owners plant flowers in their front yards and who mow the lawn every Saturday morning. Okay, there is also a bagel factory, but otherwise, everything is neat and nice.
Last weekend, there was a BBQ at my apartment complex. Usually, I don't like to go to these picnics, because there is just too much gossip going on and I don't like getting involved in stuff like that. But this time, I went.
BIG MISTAKE! Humongous mistake!
Within only 30 minutes, I was asked the following questions (I. KID. YOU. NOT.):
Do you remember when the Oldsmobile was burning in the parking lot and then the motorcycle caught fire, too?
- Hmm, I vaguely remember something burning in the parking lot....
Do you remember last summer when the silo of the bagel factory exploded and there was flour everywhere and it caught fire and we thought everything was gonna burn down?
- No, I was in Germany last summer.
Have you seen the condom sniffing dog they brought in after the girl next door had been raped?
- Someone was raped next door?????
But the question that really threw me over the edge was this one:
Say, Nici, have you noticed any changes in the gang tags on your building, lately?
- GANG TAGS???
Apparently, there have been gang tags on my building (my back door to be specific!). I thought it was just graffiti and it always disappeared within a day, because maintenance always came over right away to take a picture and to clean it up or paint it over. But appartently the signs were gang tags and just recently they changed so that the local police was notified.
Well, it seems like my building marks the border between two gang areas. That also explains why the police have been driving up and down the street lately.
Yesterday, they exchanged the locks on all the buildings in my apartment complex - even though I am not quite sure how that is going to protect me if there is a drive-by shooting. Okay, maybe I am exaggerating now. Tthese gangs are probably just some highschool gangs or something. But I think it is time to move, anyway.
And this is the reason, why I don't go to these BBQs. Maybe it is just me, but I sleep much better at night, if I don't know about condom sniffing dogs and gang tags on my back door.
Last weekend, there was a BBQ at my apartment complex. Usually, I don't like to go to these picnics, because there is just too much gossip going on and I don't like getting involved in stuff like that. But this time, I went.
BIG MISTAKE! Humongous mistake!
Within only 30 minutes, I was asked the following questions (I. KID. YOU. NOT.):
Do you remember when the Oldsmobile was burning in the parking lot and then the motorcycle caught fire, too?
- Hmm, I vaguely remember something burning in the parking lot....
Do you remember last summer when the silo of the bagel factory exploded and there was flour everywhere and it caught fire and we thought everything was gonna burn down?
- No, I was in Germany last summer.
Have you seen the condom sniffing dog they brought in after the girl next door had been raped?
- Someone was raped next door?????
But the question that really threw me over the edge was this one:
Say, Nici, have you noticed any changes in the gang tags on your building, lately?
- GANG TAGS???
Apparently, there have been gang tags on my building (my back door to be specific!). I thought it was just graffiti and it always disappeared within a day, because maintenance always came over right away to take a picture and to clean it up or paint it over. But appartently the signs were gang tags and just recently they changed so that the local police was notified.
Well, it seems like my building marks the border between two gang areas. That also explains why the police have been driving up and down the street lately.
Yesterday, they exchanged the locks on all the buildings in my apartment complex - even though I am not quite sure how that is going to protect me if there is a drive-by shooting. Okay, maybe I am exaggerating now. Tthese gangs are probably just some highschool gangs or something. But I think it is time to move, anyway.
And this is the reason, why I don't go to these BBQs. Maybe it is just me, but I sleep much better at night, if I don't know about condom sniffing dogs and gang tags on my back door.
07.06.2007
Willste mit mir geh'n?
Nee, nicht was Ihr jetzt wieder denkt. Heute nehm' ich Euch mal mit auf einen virtuellen Spaziergang. Keine Widerrede! Es ist Sommer (naja fast), der Himmel ist blau und die Sonne lacht. Nur weil Ihr wahrscheinlich gerade auf einem anderen Koninent oder zumindest nicht in MadTown seid, heißt das nicht, dass wir nicht zusammen spazieren gehen könnten. Also, los geht`s:
Wir starten den Tag mit einem leckeren Frühstück in einem kleinen Café, von denen es hier so viele in MadTown gibt. Bei einem Zimtbrötchen mit Kaffee lesen wir die Morgenzeitung und unsere Emails.
Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewußt, aber das Glück schmeckt nach warmen Zimtgebäck und riecht wie frisch gebrühter Morgenkaffee.

Danach geht es richtig los. 15 Minuten Fußweg und schon sind wir am Lake Mendota. Vielleicht mag ich den See so gern, weil blau meine Lieblingsfarbe ist und er immer wunderschön tiefblau und so geheimnisvoll aussieht. Und wenn der Himmel dann auch ganz blau und ohne Wolken ist, sieht der See fast wie ein Stückchen Himmel aus.
Von dort aus schlendern wir am See entlang zur Innenstadt.

Durch die Bäume sieht man kleine Segel- und Motorboote, die ihre Besitzer zum Baden oder Angeln in Ufernähe angelegt haben. In Wisconsin gibt es viele kleine Seen und so manches Häuschen hat auch einen kleinen Privatsteg. Jaja, wenn ich mal im Lotto gewinne...

... bis es soweit ist, muss ich halt am Ufer bleiben und kann höchstens mit meinen Füßen über Kieselsteine waten, anstatt sie von meiner Yacht ins Wasser baumeln zu lassen.
Weiter geht es über die State Street, an kleinen Geschäftchen, noch mehr Cafés und dem Theater vorbei hinauf zum Capitol. Da jetzt Sommerferien sind, sieht man kaum Menschen auf der Straße. Während des Semesters wimmelt es nur so von Studenten. Die Stadt hat im Sommer immer ein ganz anderes Gesicht als während des restlichen Jahres.
Selbst hier ist im Moment wenig los. Am Wochenende gibt es immer einen großen Markt rund um das Capitol, auf dem Bauern und kleine Händler ihre Waren anpreisen.

Wir machen uns aber wieder zurück auf den Weg zum Campus. Selbst im Sommer trifft man hier auf Studenten und auch so manches bekannte Gesicht läuft einem über den Weg.

Zum Schluss machen wir es uns auf der Terrasse am See gemütlich und lassen es uns bei einem kühlen Bier gut gehen.
So, und hier sitz ich jetzt auch wirklich. Leider nicht bei einem Bier, sondern nur mit meinem Laptop und sollte eigentlich an meiner Dissertation schreiben. Also zurück an die Arbeit...
Wir starten den Tag mit einem leckeren Frühstück in einem kleinen Café, von denen es hier so viele in MadTown gibt. Bei einem Zimtbrötchen mit Kaffee lesen wir die Morgenzeitung und unsere Emails. Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewußt, aber das Glück schmeckt nach warmen Zimtgebäck und riecht wie frisch gebrühter Morgenkaffee.

Danach geht es richtig los. 15 Minuten Fußweg und schon sind wir am Lake Mendota. Vielleicht mag ich den See so gern, weil blau meine Lieblingsfarbe ist und er immer wunderschön tiefblau und so geheimnisvoll aussieht. Und wenn der Himmel dann auch ganz blau und ohne Wolken ist, sieht der See fast wie ein Stückchen Himmel aus.
Von dort aus schlendern wir am See entlang zur Innenstadt.

Durch die Bäume sieht man kleine Segel- und Motorboote, die ihre Besitzer zum Baden oder Angeln in Ufernähe angelegt haben. In Wisconsin gibt es viele kleine Seen und so manches Häuschen hat auch einen kleinen Privatsteg. Jaja, wenn ich mal im Lotto gewinne...

... bis es soweit ist, muss ich halt am Ufer bleiben und kann höchstens mit meinen Füßen über Kieselsteine waten, anstatt sie von meiner Yacht ins Wasser baumeln zu lassen.
Weiter geht es über die State Street, an kleinen Geschäftchen, noch mehr Cafés und dem Theater vorbei hinauf zum Capitol. Da jetzt Sommerferien sind, sieht man kaum Menschen auf der Straße. Während des Semesters wimmelt es nur so von Studenten. Die Stadt hat im Sommer immer ein ganz anderes Gesicht als während des restlichen Jahres.
Selbst hier ist im Moment wenig los. Am Wochenende gibt es immer einen großen Markt rund um das Capitol, auf dem Bauern und kleine Händler ihre Waren anpreisen.

Wir machen uns aber wieder zurück auf den Weg zum Campus. Selbst im Sommer trifft man hier auf Studenten und auch so manches bekannte Gesicht läuft einem über den Weg.

Zum Schluss machen wir es uns auf der Terrasse am See gemütlich und lassen es uns bei einem kühlen Bier gut gehen.
So, und hier sitz ich jetzt auch wirklich. Leider nicht bei einem Bier, sondern nur mit meinem Laptop und sollte eigentlich an meiner Dissertation schreiben. Also zurück an die Arbeit...
01.06.2007
Meet my new companion: Bob
Heute morgen, als ich unter Dusche stand, war er auf einmal da: Bob. Zuerst hätte ich ihn fast nicht bemerkt, weil er einfach so völlig sprachlos dasaß. Ein kleiner roter Fleck auf meiner Hand.
Hmm, hab ich mir gedacht, wo kommst du denn her?
Da er sich nicht vorgestellt hat, und auch sonst nichts sagte, hab ich ihn einfach Bob genannte, (a) weil Robert zu formal geklungen hätte und (b) wegen "Jay und Silent Bob". Ich glaube, es hat ihm gefallen, denn er ist gleich ein wenig größer geworden.
Auf dem Weg zur Uni ist mir dann aufgefallen, wie mich ein paar Leute im Bus komisch angeschaut haben. Bis ich bemerkt habe, dass sie nicht mich, sondern Bob angestarrt haben, der mittlerweile meinen ganzen Arm hochgeklettert war und es sich auch auf meinem anderen Arm gemütlich gemacht hatte. Naja, er hat sich praktisch geklont und kleine Bläschen gebildet.
Als die Leute dann wegen Bob einen großen Bogen um mich zu machen begannen und ein Hippie-Student fast vom Auto überfahren wurde, weil der Bürgersteig scheinbar nicht groß genug für mich, Bob und den Hippie war, wurde mir doch etwas mulmig.
Vielleicht hätte ich auch etwas ahnen sollen, als die Leute bei meinem Anblick in ihre Büros huschten und die Türen hinter sich verschlossen. Aber erst als die nette Sekretärin meinte, ich solle vielleicht doch zum Dermatologen gehen, oder zum Hausarzt oder wenigstens in die Notaufnahme - bloß ganz schnell ganz weit weg von hier, denn der Ausschlag am Hals sähe doch etwas gefährlich aus, wurde ich mir bewusst, dass Bob auf einer Ganzkörpermission war.
Also hab ich mich auch auf eine Mission begeben, nämlich noch am selben Tag einen amerikanischen Arzt zu Gesicht zu bekommen. Meine deutschen Leser werden den Schwierigkeitsgrad dieser Mission bestimmt nicht verstehen können, aber ich sach es euch: Aufgrund meiner super-super-super-billigen Krankenversicherung hier ist das gar nicht so einfach.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo man nämlich einfach zum Arzt geht, wenn man zum Arzt gehen will, darf man das hier nicht. Man muss erst einen Termin vereinbaren (scheinbar auch, wenn es sich um ein akutes Leiden handelt) und genau das ist das Problem.
Ich also da angerufen und gesagt, dass ich gerne einen Dermatologen sehen würde. Böser Fehler. Einen Arzt zu sehen ist schon so gut wie unmöglich, aber auch noch den Anspruch zu stellen, einen Facharzt sehen zu dürfen - Frechheit!
Mir wurde freundlich aber bestimmt mitgeteilt, dass ich nur meinen Hausarzt sehen dürfte und der mich dann erst zu einem Dermatologen überweisen müsste, der aber vor Ende August auch keine Termine mehr hätte und meinen Hausarzt dürfte ich - wie war noch gleich der Name- auch nicht sehen, weil der gerade im Urlaub sei.
Währendessen machte sich Bob auch schon über meinen Rücken her.
Ich versuchte dann ebenfalls freundlich und bestimmt zu erklären, dass es mir eigentlich egal wäre, welchen Arzt ich sehen würde, denn ich hätte einen gefährlichen und ansteckend aussehenden Ausschlag und wenn das Telefonat weiterhin so verlaufen würde, hätte sich der Ausschlag bald über den gesamten Mittleren Westen bis hin zu den Dakotas ausgebreitet, dude!
Daraufhin wurde ich in die Warteschleife gelegt.
Super! 5 cm meinen Rücken weiter runter, bzw. 10 Minuten später, meldete sich die gute Dame dann zurück. Sie war etwas überrascht, dass ich immer noch in der Leitung war, aber Bob und ich sind beständig. So einfach wird man uns nicht los. Ich drohte ihr damit, die ganze Stadt mit Masern/Röteln/Windpocken oder wozu Bob sonst noch alles fähig wäre, anzustecken. Sie meinte, mich würde gleich eine Krankenschwester zurückrufen.
2 Stunden später, Bob machte sich mittlerweile auch über meine Brust her (ein typisch männlicher Ausschlag - war ja mal wieder klar) rief dann passend eine männliche Krankenschwester bei mir an und diagnostizierte mich übers Telefon mit Gürtelrose. Uh-hu! Musste ich natürlich gleich ergoogeln, aber Bob hat rein gar nichts mit einer Gürtelrose gemeinsam. Aber scheinbar trifft die Beschreibung "roter Ausschlag" auf so ziemlich alles zu. Naja, wenigstens durfte ich dann doch einen Doktor sehen - dachte ich jedenfalls. Ich bekam einen netten Termin beim Arzt und machte mich auf den Weg.
In der Praxis angekommen wurde mir mitgeteilt, dass Bob keinen Arzt, sondern nur einen Assistenten sehen dürfte. Bob machte das nichts aus und er ließ sich stattdessen lieber gemütlich auf meinen Oberschenkeln nieder.
Eine halbe Stunde später traf dann auch besagter Assistent ein, warf einen Blick in meine Kartei und verschrieb mir Antibiotika und so eine Creme mit Steroids.
Wusstet ihr, dass amerikanische Mediziner einen Röntgenblick haben? Nicht? Naja, anders ist es ja nicht zu erklären, dass der Typ Bob diagnostizieren konnte, ohne dass ich mich ausziehen musste oder er sich Bob in seiner ganzen Schönheit überhaupt angesehen hat. Wahnsinn.
Beim nächsten Mal spare ich mir den Gang zum Arzt. Bob und ich - wir machen uns einfach einen gemütlichen Abend vorm Fernseher. Wir klemmen uns höchstens noch einen schottisch-amerikanischen Burger hinter die Kiemen, denn die sollen ja angeblich auch voller Antibiotika sein.
Und wie lautet das Fazit des heutigen Tages? 1:0 für Bob, der auf meinen Zehen sitzt und seine Ganzkörpermission erfüllt hat, während ich immer noch keinen richtigen Arzt sehen konnte. Super.
I´m just gonna kick back, pop some antibiotic pill, and call this a day. See ya tomorrow, Bob!
Hmm, hab ich mir gedacht, wo kommst du denn her?
Da er sich nicht vorgestellt hat, und auch sonst nichts sagte, hab ich ihn einfach Bob genannte, (a) weil Robert zu formal geklungen hätte und (b) wegen "Jay und Silent Bob". Ich glaube, es hat ihm gefallen, denn er ist gleich ein wenig größer geworden.
Auf dem Weg zur Uni ist mir dann aufgefallen, wie mich ein paar Leute im Bus komisch angeschaut haben. Bis ich bemerkt habe, dass sie nicht mich, sondern Bob angestarrt haben, der mittlerweile meinen ganzen Arm hochgeklettert war und es sich auch auf meinem anderen Arm gemütlich gemacht hatte. Naja, er hat sich praktisch geklont und kleine Bläschen gebildet.
Als die Leute dann wegen Bob einen großen Bogen um mich zu machen begannen und ein Hippie-Student fast vom Auto überfahren wurde, weil der Bürgersteig scheinbar nicht groß genug für mich, Bob und den Hippie war, wurde mir doch etwas mulmig.
Vielleicht hätte ich auch etwas ahnen sollen, als die Leute bei meinem Anblick in ihre Büros huschten und die Türen hinter sich verschlossen. Aber erst als die nette Sekretärin meinte, ich solle vielleicht doch zum Dermatologen gehen, oder zum Hausarzt oder wenigstens in die Notaufnahme - bloß ganz schnell ganz weit weg von hier, denn der Ausschlag am Hals sähe doch etwas gefährlich aus, wurde ich mir bewusst, dass Bob auf einer Ganzkörpermission war.
Also hab ich mich auch auf eine Mission begeben, nämlich noch am selben Tag einen amerikanischen Arzt zu Gesicht zu bekommen. Meine deutschen Leser werden den Schwierigkeitsgrad dieser Mission bestimmt nicht verstehen können, aber ich sach es euch: Aufgrund meiner super-super-super-billigen Krankenversicherung hier ist das gar nicht so einfach.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo man nämlich einfach zum Arzt geht, wenn man zum Arzt gehen will, darf man das hier nicht. Man muss erst einen Termin vereinbaren (scheinbar auch, wenn es sich um ein akutes Leiden handelt) und genau das ist das Problem.
Ich also da angerufen und gesagt, dass ich gerne einen Dermatologen sehen würde. Böser Fehler. Einen Arzt zu sehen ist schon so gut wie unmöglich, aber auch noch den Anspruch zu stellen, einen Facharzt sehen zu dürfen - Frechheit!
Mir wurde freundlich aber bestimmt mitgeteilt, dass ich nur meinen Hausarzt sehen dürfte und der mich dann erst zu einem Dermatologen überweisen müsste, der aber vor Ende August auch keine Termine mehr hätte und meinen Hausarzt dürfte ich - wie war noch gleich der Name- auch nicht sehen, weil der gerade im Urlaub sei.
Währendessen machte sich Bob auch schon über meinen Rücken her.
Ich versuchte dann ebenfalls freundlich und bestimmt zu erklären, dass es mir eigentlich egal wäre, welchen Arzt ich sehen würde, denn ich hätte einen gefährlichen und ansteckend aussehenden Ausschlag und wenn das Telefonat weiterhin so verlaufen würde, hätte sich der Ausschlag bald über den gesamten Mittleren Westen bis hin zu den Dakotas ausgebreitet, dude!
Daraufhin wurde ich in die Warteschleife gelegt.
Super! 5 cm meinen Rücken weiter runter, bzw. 10 Minuten später, meldete sich die gute Dame dann zurück. Sie war etwas überrascht, dass ich immer noch in der Leitung war, aber Bob und ich sind beständig. So einfach wird man uns nicht los. Ich drohte ihr damit, die ganze Stadt mit Masern/Röteln/Windpocken oder wozu Bob sonst noch alles fähig wäre, anzustecken. Sie meinte, mich würde gleich eine Krankenschwester zurückrufen.
2 Stunden später, Bob machte sich mittlerweile auch über meine Brust her (ein typisch männlicher Ausschlag - war ja mal wieder klar) rief dann passend eine männliche Krankenschwester bei mir an und diagnostizierte mich übers Telefon mit Gürtelrose. Uh-hu! Musste ich natürlich gleich ergoogeln, aber Bob hat rein gar nichts mit einer Gürtelrose gemeinsam. Aber scheinbar trifft die Beschreibung "roter Ausschlag" auf so ziemlich alles zu. Naja, wenigstens durfte ich dann doch einen Doktor sehen - dachte ich jedenfalls. Ich bekam einen netten Termin beim Arzt und machte mich auf den Weg.
In der Praxis angekommen wurde mir mitgeteilt, dass Bob keinen Arzt, sondern nur einen Assistenten sehen dürfte. Bob machte das nichts aus und er ließ sich stattdessen lieber gemütlich auf meinen Oberschenkeln nieder.
Eine halbe Stunde später traf dann auch besagter Assistent ein, warf einen Blick in meine Kartei und verschrieb mir Antibiotika und so eine Creme mit Steroids.
Wusstet ihr, dass amerikanische Mediziner einen Röntgenblick haben? Nicht? Naja, anders ist es ja nicht zu erklären, dass der Typ Bob diagnostizieren konnte, ohne dass ich mich ausziehen musste oder er sich Bob in seiner ganzen Schönheit überhaupt angesehen hat. Wahnsinn.
Beim nächsten Mal spare ich mir den Gang zum Arzt. Bob und ich - wir machen uns einfach einen gemütlichen Abend vorm Fernseher. Wir klemmen uns höchstens noch einen schottisch-amerikanischen Burger hinter die Kiemen, denn die sollen ja angeblich auch voller Antibiotika sein.
Und wie lautet das Fazit des heutigen Tages? 1:0 für Bob, der auf meinen Zehen sitzt und seine Ganzkörpermission erfüllt hat, während ich immer noch keinen richtigen Arzt sehen konnte. Super.
I´m just gonna kick back, pop some antibiotic pill, and call this a day. See ya tomorrow, Bob!
22.05.2007
Büüüüüüüücher
Wie schon erwähnt, stecke ich hier gerade im Semester-End-Stress bzw. mit meiner Nase ständig in irgendwelchen Büchern. Und weil ich mal ein wenig Abwechslung brauche, hab ich mir mal ein Stöckchen (oder Meme wie der Ami sagt) vom MannQuadrat gemopst. Einfach so ohne zu fragen! Sowas! Also hier kommt das Buchstöckchen:
Gebunden oder Taschenbuch?
Hmmm. Kommt drauf an. Normalerweise Taschenbücher, aber nur, wenn sie nicht schon beim angucken auseinanderfallen.
Amazon oder Buchhandel?
Buchhandel um zu gucken, was es so alles auf dem Markt gibt, kaufen bei Amazon, weil es da meistens billiger ist - oder im Half Price Bookstore. Hier in MadTown gibt es nämlich diese super Buchläden, in denen man gebrauchte Bücher zum halben Preis (und manchmal sogar noch billiger) bekommen kann.
Lesezeichen oder Eselsohr?
Eselsohr! Lesezeichen sind mir immer im Weg. Man stelle sich Nici im Bus vor, in der einen Hand die Laptoptasche, in der anderen Hand den Schirm plus die Fahrkarte, dann krame ich mit der Hand auch noch mein Taschenbuch aus dem Rucksack, den ich auch noch über eine Schulter kunstvoll geschwungen habe - mit welcher Hand soll ich da bitteschön noch ein Lesezeichen aus meinem Buch fischen? Ich bin durch meine Versuche im Taschenjonglieren meistens eh schon der Alleinunterhalter im Bus.
Ordnen nach Autor, nach Titel oder ungeordnet?
Nach Thema und danach ästhetisch schön nach Größe oder Farbe, damit es in die Wohnung passt.
Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Behalten, was sich allerdings mittlerweile als Problem herausstellt. Meine kleine Studentenwohnung hat keinen Platz mehr für ein zusätzliches Bücherregal. Ich glaube, ich muss bald mal wieder zu Ikea.
Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ich bin kein großer Fan von Schutzumschlägen - aus dem gleichen Grund wie die Sache mit dem Lesezeichen. Diese Umschläge gehen ständig verloren oder zerreißen und sehen häßlich aus. Meistens ist das Buch darunter auch häßlich. Also werden die Schutzumschläge behalten und nur um das Buch geschlagen, wenn es im Regal steht, beim Lesen wird er abgemacht.
Kurzgeschichten oder Romane?
Ich mag beides, aber es darf nicht zu fiktional sein.:o) Wenn ich zu schnell das Ende voraussehen kann oder wenn mir irgendeine heile Welt vorgegaukelt wird, dann wandert das Buch in die hinterste Ecke meines Regals, wo es eine neue Karriere als Staubfänger starten darf.
Sammlung (Kurzgeschichten von einem Autor) oder Anthologie (Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren)?
Eigentlich ist mir das egal, so lange der Inhalt gut ist. Eine Anthologie ist nicht unbedingt eine Sammlung von Kurzgeschichten. Es können auch Gedichte oder Romanausschnitte etc. sein.
Harry Potter oder Lemony Snicket?
Sind beide nicht meine Freunde. Ich glaube, ich hab nur das erste Harry Potter Buch gelesen. Trotz der großen Popularität hat es mich nicht so vom Hocker gehauen.
Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel endet?
Niemals aufhören. Habe leider die Tendenz mit Büchern im Bett einzuschlafen und mit Eselsohrabdrücken im Gesicht morgens aufzuwachen. Ich sach es euch - mir fehlt der Mann!
„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?
Die dunkle, stürmische Nacht.
Kaufen oder Leihen?
Sowohl als auch. Leihen, was das Zeug hergibt, da mein Lesedrang leider nicht mit meinem Gehalt korreliert. Was es nicht zu leihen gibt, oder was ich unbedingt behalten will, wird gekauft.
Neu oder gebraucht?
Meistens gebraucht. Gute Ideen, Träume und Geschichten nutzen sich nicht ab, auch wenn sie vorher schon von anderen gelesen wurden.
Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Meistens stöbern, weil ich doch einen ziemlich eigenen Geschmack habe, aber ich bin auch immer offen für Empfehlungen und lese Rezensionen. Bestsellerlisten beeindrucken mich meistens nicht.
Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Geschlossenes Ende.
Einzelband oder Serie?
Sowohl als auch.
Lieblingsserie?
Da möchte ich mich eigentlich nicht so festlegen.
Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
"A Chance of Love" von Jimmy Liao, das romantischste Bilderbuch, das die Welt je gesehen hat.
Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
Oh, ich hab so viele Bücher gelesen. Ich glaube: "Good in Bed" von Jennifer Weiner war ganz gut und hat bei mir die Sucht nach ChickLit geweckt, ein ganz neues Genre, in das ich vorher noch nicht abgetaucht war.
Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Hesse "Klingsors letzter Sommer"
So, jetzt werfe ich mal dieses Stöckchen weiter an Nachtwache, weil sie immer so fleißig Kommentare hinterlässt und an Shannon, der wahrscheinlich gerade auch mit seiner Nase viel zu tief in seinen Büchern steckt. Also bitte die Fragen kopieren und in euren Blogs beantworten. Ich freue mich schon aufs Lesen!
Gebunden oder Taschenbuch?
Hmmm. Kommt drauf an. Normalerweise Taschenbücher, aber nur, wenn sie nicht schon beim angucken auseinanderfallen.
Amazon oder Buchhandel?
Buchhandel um zu gucken, was es so alles auf dem Markt gibt, kaufen bei Amazon, weil es da meistens billiger ist - oder im Half Price Bookstore. Hier in MadTown gibt es nämlich diese super Buchläden, in denen man gebrauchte Bücher zum halben Preis (und manchmal sogar noch billiger) bekommen kann.
Lesezeichen oder Eselsohr?
Eselsohr! Lesezeichen sind mir immer im Weg. Man stelle sich Nici im Bus vor, in der einen Hand die Laptoptasche, in der anderen Hand den Schirm plus die Fahrkarte, dann krame ich mit der Hand auch noch mein Taschenbuch aus dem Rucksack, den ich auch noch über eine Schulter kunstvoll geschwungen habe - mit welcher Hand soll ich da bitteschön noch ein Lesezeichen aus meinem Buch fischen? Ich bin durch meine Versuche im Taschenjonglieren meistens eh schon der Alleinunterhalter im Bus.
Ordnen nach Autor, nach Titel oder ungeordnet?
Nach Thema und danach ästhetisch schön nach Größe oder Farbe, damit es in die Wohnung passt.
Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Behalten, was sich allerdings mittlerweile als Problem herausstellt. Meine kleine Studentenwohnung hat keinen Platz mehr für ein zusätzliches Bücherregal. Ich glaube, ich muss bald mal wieder zu Ikea.
Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ich bin kein großer Fan von Schutzumschlägen - aus dem gleichen Grund wie die Sache mit dem Lesezeichen. Diese Umschläge gehen ständig verloren oder zerreißen und sehen häßlich aus. Meistens ist das Buch darunter auch häßlich. Also werden die Schutzumschläge behalten und nur um das Buch geschlagen, wenn es im Regal steht, beim Lesen wird er abgemacht.
Kurzgeschichten oder Romane?
Ich mag beides, aber es darf nicht zu fiktional sein.:o) Wenn ich zu schnell das Ende voraussehen kann oder wenn mir irgendeine heile Welt vorgegaukelt wird, dann wandert das Buch in die hinterste Ecke meines Regals, wo es eine neue Karriere als Staubfänger starten darf.
Sammlung (Kurzgeschichten von einem Autor) oder Anthologie (Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren)?
Eigentlich ist mir das egal, so lange der Inhalt gut ist. Eine Anthologie ist nicht unbedingt eine Sammlung von Kurzgeschichten. Es können auch Gedichte oder Romanausschnitte etc. sein.
Harry Potter oder Lemony Snicket?
Sind beide nicht meine Freunde. Ich glaube, ich hab nur das erste Harry Potter Buch gelesen. Trotz der großen Popularität hat es mich nicht so vom Hocker gehauen.
Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel endet?
Niemals aufhören. Habe leider die Tendenz mit Büchern im Bett einzuschlafen und mit Eselsohrabdrücken im Gesicht morgens aufzuwachen. Ich sach es euch - mir fehlt der Mann!
„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?
Die dunkle, stürmische Nacht.
Kaufen oder Leihen?
Sowohl als auch. Leihen, was das Zeug hergibt, da mein Lesedrang leider nicht mit meinem Gehalt korreliert. Was es nicht zu leihen gibt, oder was ich unbedingt behalten will, wird gekauft.
Neu oder gebraucht?
Meistens gebraucht. Gute Ideen, Träume und Geschichten nutzen sich nicht ab, auch wenn sie vorher schon von anderen gelesen wurden.
Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Meistens stöbern, weil ich doch einen ziemlich eigenen Geschmack habe, aber ich bin auch immer offen für Empfehlungen und lese Rezensionen. Bestsellerlisten beeindrucken mich meistens nicht.
Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Geschlossenes Ende.
Einzelband oder Serie?
Sowohl als auch.
Lieblingsserie?
Da möchte ich mich eigentlich nicht so festlegen.
Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
"A Chance of Love" von Jimmy Liao, das romantischste Bilderbuch, das die Welt je gesehen hat.
Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
Oh, ich hab so viele Bücher gelesen. Ich glaube: "Good in Bed" von Jennifer Weiner war ganz gut und hat bei mir die Sucht nach ChickLit geweckt, ein ganz neues Genre, in das ich vorher noch nicht abgetaucht war.
Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Hesse "Klingsors letzter Sommer"
So, jetzt werfe ich mal dieses Stöckchen weiter an Nachtwache, weil sie immer so fleißig Kommentare hinterlässt und an Shannon, der wahrscheinlich gerade auch mit seiner Nase viel zu tief in seinen Büchern steckt. Also bitte die Fragen kopieren und in euren Blogs beantworten. Ich freue mich schon aufs Lesen!
19.05.2007
Über das Wollknäuel, das sich Leben nennt
Hallo liebe Leser? Gibt es euch noch?
Da ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe, finde ich, ich bin euch eine Erklärung schuldig:
Naja, zunächst einmal muss ich als Entschuldigung vorbringen, dass wir hier das Ende des Semesters haben und dass hier dann immer so viel los ist. Und es stimmt auch, ich steckte mal wieder bis über beide Ohren in Arbeit - nein wartet - eigentlich stecke ich immer noch drin! :o) Echt war!
Aber der eigentliche Grund, warum ich mich in letzter Zeit nicht viel gemeldet habe, ist, weil sich hier im Moment so viel verändert.
Ich habe immer geglaubt, dass die Grad School die beste Zeit meines Lebens wäre. Ich durfte unterrichten (das, was ich schon immer wollte), ich habe neue, interessante Sachen gelernt, aber vor allen Dingen habe ich so viele liebe Menschen hier getroffen.
Diese Menschen waren es, die mir geholfen habe, in einem fremden Land zu überleben, alle Schwierigkeiten an der Uni und im täglichen Leben zu überwinden und neben der Schule auch noch viel Spaß zu haben. Ich finde, wenn man ganz allein in einem fremden Land ist, sind gerade solche Freunde besonders wichtig. Ich habe diese Freunde richtig lieb gewonnen und in mein Herz geschlossen. Nicht umsonst hatte ich immer auf meiner Liste auf der linken Seite vom Blog stehen, dass ich meinen Freunden zeigen will, wie dankbar ich ihnen für die schöne Zeit bin (siehe Nr. 10 auf der Liste). Mir haben die Menschen hier immer besonders viel bedeutet.
Naja, und nun, am Ende des Semesters, verlassen ziemlich viele dieser Menschen MadTown für immer. Fast alle meiner engsten Freunde hier ziehen weg. Sie haben ihren Abschluss gemacht, neue Jobs in anderen Bundesstaaten gefunden, haben geheiratet oder sehen neue Möglichkeiten an anderen Orten.
Ich freue mich für meine Freunde wirklich sehr. Ich finde es super, wenn sie woanders einen guten Job gefunden haben usw. Deswegen ist es eine gute Art der Veränderung. Auf der anderen Seite bin ich aber auch traurig, dass diese "schönste Zeit meines Lebens" zu Ende zu gehen scheint. Irgendwie bricht die kleine Welt, die ich mir hier über Jahre hinweg aufgebaut habe, gerade abrupt zusammen.
Ich weiß, dass ich viele dieser Menschen nie wieder sehen werde, denn dieses Land ist ja so unwahrscheinlich groß und sie ziehen tausende von Kilometern weit weg. Wenn meine Freunde in Deutschland einen Neuanfang gewagt haben, sind sie nie so weit weg gezogen und ich konnte mich immer wieder ins Auto setzen, um sie zu besuchen, aber hier ist das irgendwie anders. Außerdem habe ich so meine Bedenken bei manchen Amis (besonders bei bestimmten männlichen), wie das so mit dem im Kontakt bleiben klappen wird ... Naja, mal gucken.
Aber es ist halt doch recht komisch, wenn man jemanden fast jeden Tag über die letzten Jahre hinweg gesehen hat, die Person ins Herz geschlossen hat, gemeinsam durch Freud und Leid gegangen ist, und auf einmal ist dann alles vorbei und man wird sich nie wieder sehen. Und wenn es sich dann nicht nur um eine Person handelt, sondern zur gleichen Zeit um eine ganze Hand voll, dann ist das schon sehr traurig.
So, das ist also der Grund dafür, warum ich in letzter Zeit nicht so in der Stimmung war, lustige Einträge für meinen Blog zu schreiben.
Am Ende des Semesters sieht mein Leben immer wie ein chaotisches Wollknäuel aus. Nur im Moment ist dieses Knäuel halt ein wenig mehr verknotet als sonst und ich versuche gerade verzweifelt, einen neuen Anfang zu finden. Denn mit jedem Ende kommt auch ein neuer Anfang und das Leben geht immer weiter.
P.S.:
Just in case one of the above mentioned friends stumbles across this post:
THANKS for being my friends! I'll miss you! :o)
Da ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe, finde ich, ich bin euch eine Erklärung schuldig:
Naja, zunächst einmal muss ich als Entschuldigung vorbringen, dass wir hier das Ende des Semesters haben und dass hier dann immer so viel los ist. Und es stimmt auch, ich steckte mal wieder bis über beide Ohren in Arbeit - nein wartet - eigentlich stecke ich immer noch drin! :o) Echt war!
Aber der eigentliche Grund, warum ich mich in letzter Zeit nicht viel gemeldet habe, ist, weil sich hier im Moment so viel verändert.
Ich habe immer geglaubt, dass die Grad School die beste Zeit meines Lebens wäre. Ich durfte unterrichten (das, was ich schon immer wollte), ich habe neue, interessante Sachen gelernt, aber vor allen Dingen habe ich so viele liebe Menschen hier getroffen.
Diese Menschen waren es, die mir geholfen habe, in einem fremden Land zu überleben, alle Schwierigkeiten an der Uni und im täglichen Leben zu überwinden und neben der Schule auch noch viel Spaß zu haben. Ich finde, wenn man ganz allein in einem fremden Land ist, sind gerade solche Freunde besonders wichtig. Ich habe diese Freunde richtig lieb gewonnen und in mein Herz geschlossen. Nicht umsonst hatte ich immer auf meiner Liste auf der linken Seite vom Blog stehen, dass ich meinen Freunden zeigen will, wie dankbar ich ihnen für die schöne Zeit bin (siehe Nr. 10 auf der Liste). Mir haben die Menschen hier immer besonders viel bedeutet.
Naja, und nun, am Ende des Semesters, verlassen ziemlich viele dieser Menschen MadTown für immer. Fast alle meiner engsten Freunde hier ziehen weg. Sie haben ihren Abschluss gemacht, neue Jobs in anderen Bundesstaaten gefunden, haben geheiratet oder sehen neue Möglichkeiten an anderen Orten.
Ich freue mich für meine Freunde wirklich sehr. Ich finde es super, wenn sie woanders einen guten Job gefunden haben usw. Deswegen ist es eine gute Art der Veränderung. Auf der anderen Seite bin ich aber auch traurig, dass diese "schönste Zeit meines Lebens" zu Ende zu gehen scheint. Irgendwie bricht die kleine Welt, die ich mir hier über Jahre hinweg aufgebaut habe, gerade abrupt zusammen.
Ich weiß, dass ich viele dieser Menschen nie wieder sehen werde, denn dieses Land ist ja so unwahrscheinlich groß und sie ziehen tausende von Kilometern weit weg. Wenn meine Freunde in Deutschland einen Neuanfang gewagt haben, sind sie nie so weit weg gezogen und ich konnte mich immer wieder ins Auto setzen, um sie zu besuchen, aber hier ist das irgendwie anders. Außerdem habe ich so meine Bedenken bei manchen Amis (besonders bei bestimmten männlichen), wie das so mit dem im Kontakt bleiben klappen wird ... Naja, mal gucken.
Aber es ist halt doch recht komisch, wenn man jemanden fast jeden Tag über die letzten Jahre hinweg gesehen hat, die Person ins Herz geschlossen hat, gemeinsam durch Freud und Leid gegangen ist, und auf einmal ist dann alles vorbei und man wird sich nie wieder sehen. Und wenn es sich dann nicht nur um eine Person handelt, sondern zur gleichen Zeit um eine ganze Hand voll, dann ist das schon sehr traurig.
So, das ist also der Grund dafür, warum ich in letzter Zeit nicht so in der Stimmung war, lustige Einträge für meinen Blog zu schreiben.
Am Ende des Semesters sieht mein Leben immer wie ein chaotisches Wollknäuel aus. Nur im Moment ist dieses Knäuel halt ein wenig mehr verknotet als sonst und ich versuche gerade verzweifelt, einen neuen Anfang zu finden. Denn mit jedem Ende kommt auch ein neuer Anfang und das Leben geht immer weiter.
P.S.:
Just in case one of the above mentioned friends stumbles across this post:
THANKS for being my friends! I'll miss you! :o)
07.05.2007
Party!
Nachdem der Dalai Lama wieder aus Madison abgereist war, fand an diesem Wochenende eine der größten Parties im Jahr statt. Nein, es lag nicht daran, dass wir froh waren, den Dalai Lama los zu sein. Aber jedes Jahr findet hier in MadTown die Mifflin Street Block Party statt. Ins Leben gerufen wurde sie in den 60ern als eine Art Protestveranstaltung zum Vietnamkrieg. Heute existieren hier zwar immer noch viele Studentenbewegungen in MadTown, aber von der Mifflin Street Block Party ist eigentlich nur noch das Bier übrig geblieben. Ich nehme mal an, dass in solchen Situationen das deutsche Bier-Gen bei vielen Studenten durchschlägt.
Jetzt denken sich bestimmt viele Leser, dass das ja nichts besonderes ist, das Studenten feiern und so. Tjaaaaa, aber da habt ihr noch nicht diese Party gesehen. Im Durchschnitt nehmen da so ca. 10.000 Studenten dran teil. Und das alles auf der Fläche von nur einem einzigen Straßenblock. MadTown wurde schließlich nicht umsonst zur Nummer 1 Party School in den USA ernannt. Da am Samstag auch noch der 5. Mai und somit der mexikanische Unabhängigkeitstag Cinco de Mayo war, wurde richtig losgefeiert. Wie das dann so aussah könnt ihr in der Bildergalerie zu diesem Artikel im Isthmus sehen. Der Wahnsinn!
In meinem ersten Jahr hier in Madison, wusste ich noch nicht so genau, was dieser Party so auf sich hatte und eher ahnungslos auf dem Weg zum Supermarkt mitten in die Mifflin Street gelaufen. Ich konnte gerade noch sehen, wie ein Student von mir verhaftet wurde, denn die Amis nehmen es ja sehr genau mit dem Alkoholkonsum. Unter 21 Jahren darf man nicht mit einem Bier erwischt werden, sonst wird man verhaftet. Und bei der Mifflin Street Party darf man das Bier auch nur auf Privatgrundstücken trinken. Sobald man damit auf die Straße tritt, bekommt man einen Strafzettel und muss $300 (nicht übertrieben - echt wahr!) blechen. An diesem Wochenende wurden 366 Leute somit deutlich ärmer.
Naja, aber ich bin ja eigentlich nicht eine solche Partylöwin. Aber ich gehe schon ganz gerne mal abends weg usw. Deshalb hab ich mir dieses Wochenende ein paar Freunde geschnappt und bin in eine Bar gezogen, um meine Feldstudien an der männlichen Spezies fortzusetzen. Nach einem Daiquiri Swirl und einem Amaretto Sour ist es mir dann sogar gelungen, schriftliche Daten in Form eines Bierdeckel-Beer-O-Grams zu sammeln:


Naja gut, ich glaube, man muss doch in der richtigen Stimmung sein, um den Joke zu verstehen. Es war aber ein lustiger Abend!
Jetzt denken sich bestimmt viele Leser, dass das ja nichts besonderes ist, das Studenten feiern und so. Tjaaaaa, aber da habt ihr noch nicht diese Party gesehen. Im Durchschnitt nehmen da so ca. 10.000 Studenten dran teil. Und das alles auf der Fläche von nur einem einzigen Straßenblock. MadTown wurde schließlich nicht umsonst zur Nummer 1 Party School in den USA ernannt. Da am Samstag auch noch der 5. Mai und somit der mexikanische Unabhängigkeitstag Cinco de Mayo war, wurde richtig losgefeiert. Wie das dann so aussah könnt ihr in der Bildergalerie zu diesem Artikel im Isthmus sehen. Der Wahnsinn!
In meinem ersten Jahr hier in Madison, wusste ich noch nicht so genau, was dieser Party so auf sich hatte und eher ahnungslos auf dem Weg zum Supermarkt mitten in die Mifflin Street gelaufen. Ich konnte gerade noch sehen, wie ein Student von mir verhaftet wurde, denn die Amis nehmen es ja sehr genau mit dem Alkoholkonsum. Unter 21 Jahren darf man nicht mit einem Bier erwischt werden, sonst wird man verhaftet. Und bei der Mifflin Street Party darf man das Bier auch nur auf Privatgrundstücken trinken. Sobald man damit auf die Straße tritt, bekommt man einen Strafzettel und muss $300 (nicht übertrieben - echt wahr!) blechen. An diesem Wochenende wurden 366 Leute somit deutlich ärmer.
Naja, aber ich bin ja eigentlich nicht eine solche Partylöwin. Aber ich gehe schon ganz gerne mal abends weg usw. Deshalb hab ich mir dieses Wochenende ein paar Freunde geschnappt und bin in eine Bar gezogen, um meine Feldstudien an der männlichen Spezies fortzusetzen. Nach einem Daiquiri Swirl und einem Amaretto Sour ist es mir dann sogar gelungen, schriftliche Daten in Form eines Bierdeckel-Beer-O-Grams zu sammeln:


Naja gut, ich glaube, man muss doch in der richtigen Stimmung sein, um den Joke zu verstehen. Es war aber ein lustiger Abend!
08.04.2007
Happy Easter!
Ich wünsche allen meinen Lesern frohe Ostern!!!
Nächste Woche gibt es einen kleinen Bericht über meinen Besuch im Field Museum in Chicago. Yeay! Wieder eine Sache von meiner Liste (siehe links) abgehakt.
31.03.2007
29.03.2007
Who would have thought that...?
you are 86% American!!!
congragulations!!! your as American as they come. you fly a flag and support our country in every thing u do. you get upset when were down and rejoice when we win
how American are you?
Take More Quizzes
I am American? Hab ich was verpasst?
20.03.2007
Eine Untersuchung zur männlichen Spezies am St. Patrick`s Day
Am vergangenen Wochenende habe ich mich meinem Zweitstudium gewidmet:
Dem Studium des anderen Geschlechts (man nennt es auch "Mann").
Obwohl Männer (so die Pluralform) seit tausenden von Jahren unter uns weihen, ist diese besondere menschliche Spezies doch größtenteils noch unerforscht geblieben. Für das ungeübte Auge unterscheidet sich die männliche Spezies nur minimal von der weiblichen Spezies. Beide leben, essen und schlafen zusammen .... ääääh.... gemeinsam.
Äh, ja. - Wo war ich? Ach ja: Männer lassen sich jedoch sehr leicht an äußerlichen Merkmalen, wie z.B. dem Haarwuchs in den unmöglichsten Körperregionen (selbst im Gesicht und in den Ohren) erkennen, sowie an inneren Merkmalen wie z.B. einer eingeschränkten Aufmerksamskeitsspanne für Unterhaltungen, die sich nicht um die Themen Sport, Alkohol oder - naja, ihr wisst schon was - drehen.
Männer lassen sich häufig in freier Wildbahn beobachten und treten in Fußballstadien oder Bars gerne auch in Horden auf. Wie z.B. am letzten Wochenende, an dem hier St. Patrick`s Day war...
St. Patrick`s Day ist ein Feiertag von Männern für Männer. Als irischer Nationalfeiertag getarnt, lockt er besonders in den USA nicht nur die Iren, sondern auch die Irren unter den Männern in die örtlichen Pubs. In einem stundenlangen Saufgelage, versuchen sie dort mehr Alkohol in ihren Körper aufzunehmen als ein Durchschnittsmensch an Blut besitzt (ca. 5-7 Liter).
Trotz intensiver Feldstudien und erbittlicher Selbstversuche im Konsumieren von irischem Bier, ist es der Versuchsleiterin nicht gelungen, hinter die Beweggründe des männlichen Verhaltens zu kommen. Deshalb richtet sie hiermit die folgenden Forschungsfragen an alle Blogleser, die vielleicht auch noch eine Flasche Guiness im Kühlschrank haben und sich (natürlich nur zu Forschungszwecken) am Wochenende in den nächstgelegenen irischen Pub begeben möchten:
1. Warum können Männer nicht mit Frauen über ihre Gefühle sprechen? Sind sie eiskalte, seelenlose Wesen, die doch eher zur Spezies der Gletschersteine gehören?
2. Warum entziehen sich Männer jeglicher Gespräche, in denen Frauen über ihre Gefühle sprechen wollen? Übersteigt es ihre kognitiven Fähigkeiten, gleichzeitig Sauerstoff in Kohlenstoffdioxid umzuwandeln (ein- und auszuatmen) und einer Frau zuzuhören?
3. Existiert eine Subspezies Mann, die dem hohen weiblichen Standard bezüglich emotionaler Intelligenz gerecht wird? Wo lässt sich diese Spezies finden, während sich ihre Artgenossen einen hinter die Binde kippen oder vor der Glotze hocken?
Sachdienliche Hinweise zur Beantwortung dieser Fragen, dürfen gerne als Kommentar hinterlassen werden.
Dem Studium des anderen Geschlechts (man nennt es auch "Mann").
Obwohl Männer (so die Pluralform) seit tausenden von Jahren unter uns weihen, ist diese besondere menschliche Spezies doch größtenteils noch unerforscht geblieben. Für das ungeübte Auge unterscheidet sich die männliche Spezies nur minimal von der weiblichen Spezies. Beide leben, essen und schlafen zusammen .... ääääh.... gemeinsam.
Äh, ja. - Wo war ich? Ach ja: Männer lassen sich jedoch sehr leicht an äußerlichen Merkmalen, wie z.B. dem Haarwuchs in den unmöglichsten Körperregionen (selbst im Gesicht und in den Ohren) erkennen, sowie an inneren Merkmalen wie z.B. einer eingeschränkten Aufmerksamskeitsspanne für Unterhaltungen, die sich nicht um die Themen Sport, Alkohol oder - naja, ihr wisst schon was - drehen.
Männer lassen sich häufig in freier Wildbahn beobachten und treten in Fußballstadien oder Bars gerne auch in Horden auf. Wie z.B. am letzten Wochenende, an dem hier St. Patrick`s Day war...
St. Patrick`s Day ist ein Feiertag von Männern für Männer. Als irischer Nationalfeiertag getarnt, lockt er besonders in den USA nicht nur die Iren, sondern auch die Irren unter den Männern in die örtlichen Pubs. In einem stundenlangen Saufgelage, versuchen sie dort mehr Alkohol in ihren Körper aufzunehmen als ein Durchschnittsmensch an Blut besitzt (ca. 5-7 Liter).
Trotz intensiver Feldstudien und erbittlicher Selbstversuche im Konsumieren von irischem Bier, ist es der Versuchsleiterin nicht gelungen, hinter die Beweggründe des männlichen Verhaltens zu kommen. Deshalb richtet sie hiermit die folgenden Forschungsfragen an alle Blogleser, die vielleicht auch noch eine Flasche Guiness im Kühlschrank haben und sich (natürlich nur zu Forschungszwecken) am Wochenende in den nächstgelegenen irischen Pub begeben möchten:
1. Warum können Männer nicht mit Frauen über ihre Gefühle sprechen? Sind sie eiskalte, seelenlose Wesen, die doch eher zur Spezies der Gletschersteine gehören?
2. Warum entziehen sich Männer jeglicher Gespräche, in denen Frauen über ihre Gefühle sprechen wollen? Übersteigt es ihre kognitiven Fähigkeiten, gleichzeitig Sauerstoff in Kohlenstoffdioxid umzuwandeln (ein- und auszuatmen) und einer Frau zuzuhören?
3. Existiert eine Subspezies Mann, die dem hohen weiblichen Standard bezüglich emotionaler Intelligenz gerecht wird? Wo lässt sich diese Spezies finden, während sich ihre Artgenossen einen hinter die Binde kippen oder vor der Glotze hocken?
Sachdienliche Hinweise zur Beantwortung dieser Fragen, dürfen gerne als Kommentar hinterlassen werden.
15.03.2007
Der Frühling ist da
Yeah! Nach monatelangem Bibbern und Frieren ist er endlich da: Der Frühling!!!
Naja, wenigstens haben wir seit letztem Wochenende Sommerzeit und man sieht wieder Eichhörnchen und hört wieder Vogelgezwitscher.
Und was machen die Wisconsinites, sobald die Temperaturen hier über Null Grad steigen? Richtig, sie laufen mit kurzen Hosen und T-shirts herum. Man möchte meinen, dass blaue Unterschenkel ein Zeichen dafür wären, dass es vielleicht doch noch nicht Zeit für die Sommerkleidung ist. Ein weiterer Hinweis wären die noch nicht weggeschmolzenen meterhohen Schneeberge, die die Schneepflüge an den Straßenrändern aufgetürmt haben.
Aber Wisconsinites denken da etwas anders:
We had three months of freaking cold winter, so bring out the shorts already!!!
Irgendwie gefällt mir diese Einstellung hier. In Deutschland denkt man immer "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." und sieht alles ein wenig kritisch.
Hier in Wisconsin ist Frühling nicht nur eine Jahreszeit. Es ist eine Lebenseinstellung. Auch wenn es noch nicht super heiß ist, wenn kümmert´s. Sobald die Temperaturen über den Nullpunkt steigen und die ersten Sonnenstrahlen die feuchte grüne Erde wärmen, beschließen die Wisconsinites, dass Frühling ist. Endlich kann man die Menschen auf den Straßen wieder erkennen, weil sie sich nicht mehr unter dicken Wollmützen und hinter einem Schal verstecken. Tatsächlich sieht man überhaupt wieder Menschen auf der Straße, in den Cafés und auf dem Campus.
Vielleicht macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber mit der richtigen Einstellung macht ein kleines Schneeglöckchen schon den Frühling aus, auch wenn es neben meterhohen Schneebergen blüht.
Naja, wenigstens haben wir seit letztem Wochenende Sommerzeit und man sieht wieder Eichhörnchen und hört wieder Vogelgezwitscher.
Und was machen die Wisconsinites, sobald die Temperaturen hier über Null Grad steigen? Richtig, sie laufen mit kurzen Hosen und T-shirts herum. Man möchte meinen, dass blaue Unterschenkel ein Zeichen dafür wären, dass es vielleicht doch noch nicht Zeit für die Sommerkleidung ist. Ein weiterer Hinweis wären die noch nicht weggeschmolzenen meterhohen Schneeberge, die die Schneepflüge an den Straßenrändern aufgetürmt haben.
Aber Wisconsinites denken da etwas anders:
We had three months of freaking cold winter, so bring out the shorts already!!!
Irgendwie gefällt mir diese Einstellung hier. In Deutschland denkt man immer "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." und sieht alles ein wenig kritisch.
Hier in Wisconsin ist Frühling nicht nur eine Jahreszeit. Es ist eine Lebenseinstellung. Auch wenn es noch nicht super heiß ist, wenn kümmert´s. Sobald die Temperaturen über den Nullpunkt steigen und die ersten Sonnenstrahlen die feuchte grüne Erde wärmen, beschließen die Wisconsinites, dass Frühling ist. Endlich kann man die Menschen auf den Straßen wieder erkennen, weil sie sich nicht mehr unter dicken Wollmützen und hinter einem Schal verstecken. Tatsächlich sieht man überhaupt wieder Menschen auf der Straße, in den Cafés und auf dem Campus.
Vielleicht macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber mit der richtigen Einstellung macht ein kleines Schneeglöckchen schon den Frühling aus, auch wenn es neben meterhohen Schneebergen blüht.
05.03.2007
Meet my new roommate
Seit Samstagabend habe ich einen neuen Mitbewohner. Ich war mit ein paar Freunden aus und auf einmal sind wir auf die Idee gekommen, einen Fisch zu kaufen. Einen richtigen, lebendigen, zappelnden, blubbernden Fisch. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich uuuuuuuuunbedingt ein Haustier brauche. Ganz dringend. Überlebenswichtig sozusagen.
Ich liebe ja auch Katzen, aber ich hatte da mal so eine Großtante, die alle möglichen streunenden Katzen bei sich aufgenommen hat. Bei der stank es so nach Katzen, dass ich als Kind nie in ihr Haus gehen wollte. Nach dieser Erfahrung bin ich mir nicht so sicher, ob ich mir jemals eine Katze zulegen werde. Den Geruch bekommt man nämlich nie wieder aus dem Sinn.
Aber Fische sind so wie so die einzigen Haustiere, die in meiner Wohnung erlaubt sind. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt und mir alles Mögliche über Bettas im Internet angelesen. Und als mein Freund dann plötzlich am Samstagabend meinte, wir sollten einen Fisch kaufen, war ich natürlich gleich Feuer und Flamme.
Somit sind wir also gleich in die Zoohandlung (da, wo sie auch die süßen Bobos verkaufen) und haben uns einen Betta ausgesucht. Ich habe ihm dann auch noch ein schönes großes Goldfischglas gekauft (dem Fisch, nicht dem Freund) und nach ein paar Stunden vorsichtiger Akklimationszeit, hat er sich da auch ganz gut eingelebt. Ich glaube, es geht ihm gut. Er schwimmt fröhlich hin und her (obwohl er nicht gerade ein Schnellschwimmer ist, muss ich schon sagen!!!), blast Blässchen an die Oberfläche und frißt die kleinen Fischfutterkügelchen, die ich ihm ins Glas werfe.
Wir haben ihn übrigens Shamü genannt. Nach dem Killerwal in SeaWorld. Hey, Bettas sind schließlich auch Kampffische. Wir haben allerdings aus dem U ein Ü gemacht, weil er ja von einer Deutschen adoptiert wurde und somit der Name auch eingedeutscht werden musste. Die Amis verteilen ja hier auch ganz wahllos Pünktchen über Vokale, nur um es deutsch aussehen zu lassen und dann können sie es doch nicht richtig aussprechen.
Naja, hier sind jedenfalls zwei Fotos von Shamü in seiner neuen Wohnung:
03.03.2007
Schlaflose Nächte
'tschuldigung, dass ich in letzter Zeit nicht viel gebloggt habe. Ich stecke einfach bis über beide Ohren in Arbeit. Und außer Massen und Massen an Schnee hat es hier auch nicht sehr viel Neues gegeben.
Heute muss ich mal über meine Nachbarin bloggen. Okay, okay, ich weiß, es ist nicht nett über andere Menschen zu schreiben, aber ich meine es wirklich nicht böse. Es ist nur, dass die Frau mich in den Wahnsinn treibt!!!
Sie wohnt direkt über mir und weil diese amerikanischen Häuser aus Holz sind, und diese amerikanischen Studentenwohnungen aus BILLIGEM Holz und ohne Isolierung sind, kann man jede Stecknadel hören, die in den umliegenden Wohnungen auf den Boden fällt. Ich höre, wenn jemand spricht, eine Schublade öffnet, einen Stift auf den Tisch fallen lässt. Alles!
Mittlerweile wohne ich schon 4 Jahre in dieser Wohnung, aber ich hatte noch nie so eine Übermieterin wie diese. Als sie eingezogen ist, hatte sie in der ersten Nacht einen kleinen Disput mit ihrem Boyfriend übers Telefon. Und da es schon nach Mitternacht war und ich davon aufgeweckt wurde, bin ich am nächsten Morgen zu ihr hin, hab mich vorgestellt, ihr deutsche Schokolade geschenkt, ein gutes Nachbarschaftsverhältnis gewünscht und so gaaaaaanz am Rande erwähnt wie dünn die Wände hier sind. Ich habe ihr gesagt, dass es doch recht aussagekräftig über das schlechte Baumaterial ist, wenn selbst ich als non-native speaker jedes einzelne Schimpfwort, das sie ihrem Freund an den Kopf wirft verstehe. Aber anscheinend hat sie meinen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden.
In den kommenden Wochen fand ich heraus, dass wir doch eine sehr unterschiedliche Schedule haben. Ich gehe ungefähr um Mitternacht ins Bett und sie fängt um 2 Uhr nachts an, mit ihren Freundinnen zu telefonieren und am Telefon rumzuschreien. Hmmmm. Sie kommt aus Ohio und da ich den Gesprächen wie gesagt ungewollt folgen kann/muss, weiss ich, dass es sich nicht um irgendwelche Austauschstudenten am anderen Ende der Welt handelt, sondern auch um Studenten in Wisconsin, die wahrscheinlich auch ihre Nachbarn in den Wahnsinn treiben.
Ich habe also an die Tür geklopft. Es brachte nichts. Nach dem x-ten Mal habe ich auch einen Zettel hinterlassen von wegen quiet hours usw. Ich habe auch mit meinem Manager gesprochen, der meinte, ich solle doch einen Ventilator anstellen, um mich von dem Krach, den sie macht, ablenken zu lassen. Toller Ratschlag.
Mittlerweile schlafe ich schon jede Nacht mir Ohrstöpseln und werde trotzdem wach, wenn sie sich entschließt, um 4 Uhr morgens ihre Stereoanlage aufzudrehen.
Letzte Nacht fing sie an, um 2.30 Uhr ihre Möbel zu verrücken und irgendetwas zu bohren. Was bringt denn dann ein Venti noch? Hat irgendjemand noch ein paar Ratschläge, was ich gegen den Krach von Amerikanern machen kann, denen nachts um halb drei plötzlich die Heimwerkerlust packt???
Heute muss ich mal über meine Nachbarin bloggen. Okay, okay, ich weiß, es ist nicht nett über andere Menschen zu schreiben, aber ich meine es wirklich nicht böse. Es ist nur, dass die Frau mich in den Wahnsinn treibt!!!
Sie wohnt direkt über mir und weil diese amerikanischen Häuser aus Holz sind, und diese amerikanischen Studentenwohnungen aus BILLIGEM Holz und ohne Isolierung sind, kann man jede Stecknadel hören, die in den umliegenden Wohnungen auf den Boden fällt. Ich höre, wenn jemand spricht, eine Schublade öffnet, einen Stift auf den Tisch fallen lässt. Alles!
Mittlerweile wohne ich schon 4 Jahre in dieser Wohnung, aber ich hatte noch nie so eine Übermieterin wie diese. Als sie eingezogen ist, hatte sie in der ersten Nacht einen kleinen Disput mit ihrem Boyfriend übers Telefon. Und da es schon nach Mitternacht war und ich davon aufgeweckt wurde, bin ich am nächsten Morgen zu ihr hin, hab mich vorgestellt, ihr deutsche Schokolade geschenkt, ein gutes Nachbarschaftsverhältnis gewünscht und so gaaaaaanz am Rande erwähnt wie dünn die Wände hier sind. Ich habe ihr gesagt, dass es doch recht aussagekräftig über das schlechte Baumaterial ist, wenn selbst ich als non-native speaker jedes einzelne Schimpfwort, das sie ihrem Freund an den Kopf wirft verstehe. Aber anscheinend hat sie meinen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden.
In den kommenden Wochen fand ich heraus, dass wir doch eine sehr unterschiedliche Schedule haben. Ich gehe ungefähr um Mitternacht ins Bett und sie fängt um 2 Uhr nachts an, mit ihren Freundinnen zu telefonieren und am Telefon rumzuschreien. Hmmmm. Sie kommt aus Ohio und da ich den Gesprächen wie gesagt ungewollt folgen kann/muss, weiss ich, dass es sich nicht um irgendwelche Austauschstudenten am anderen Ende der Welt handelt, sondern auch um Studenten in Wisconsin, die wahrscheinlich auch ihre Nachbarn in den Wahnsinn treiben.
Ich habe also an die Tür geklopft. Es brachte nichts. Nach dem x-ten Mal habe ich auch einen Zettel hinterlassen von wegen quiet hours usw. Ich habe auch mit meinem Manager gesprochen, der meinte, ich solle doch einen Ventilator anstellen, um mich von dem Krach, den sie macht, ablenken zu lassen. Toller Ratschlag.
Mittlerweile schlafe ich schon jede Nacht mir Ohrstöpseln und werde trotzdem wach, wenn sie sich entschließt, um 4 Uhr morgens ihre Stereoanlage aufzudrehen.
Letzte Nacht fing sie an, um 2.30 Uhr ihre Möbel zu verrücken und irgendetwas zu bohren. Was bringt denn dann ein Venti noch? Hat irgendjemand noch ein paar Ratschläge, was ich gegen den Krach von Amerikanern machen kann, denen nachts um halb drei plötzlich die Heimwerkerlust packt???
26.02.2007
Hey winter, what up?
Nicht nur die Amis sind hier ab und zu mal ein wenig komisch, das Wetter hier spinnt auch. Besonders der Winter in Wisconsin. Ja, ja, er ist immer noch da. Zu viel Zeit in einem kleinen Apartment mit defekter Gasheizung lässt mich schon Zwiegespräche mit dem Wetter halten:
Me:
Hey Winter, what up?
Winter:
I love Wisconsin.
Me:
Ich weiß, ich weiß, aber wäre es nicht langsam mal Zeit, die Sause zu machen? Schließlich ist es schon fast März.
Winter:
No, I like it here.
Me:
Ich dachte schon, du wärst weg. Schließlich hat es letzte Woche schon getaut und die Temperaturen waren über Null. Irgendwo habe ich sogar ein Vögelchen zwitschern hören.
Winter:
Hahaha. Yeah, I got you good with that one. Didn´t I?
No, no, no, I am here to stay for at least a couple more weeks. You thought I was gone, right?
Me:
Naja, wenigstens hab ich jetzt ein Auto und muss nicht mehr bei - 25 Grad Celsius zum Supermarkt laufen.
Winter:
Yeah, that was classy. You thought, you could buy a car and all your problems would be solved. No, no my dear. I couldn´t care less about your car. 2 words: Blizzard, Schneesturm. IN YOUR FACE.
Me:
Danke. Das war aber nicht sehr nett. Und was soll die Sache mit dem ganzen Schnee hier? 16 inches allein gestern. Wem willst Du eigentlich etwas beweisen?
Winter:
I don´t have to prove anything. Don´t you know why they call this place MadTown?
Me:
Wegen Madison, dem Präsidenten?
Winter:
No, because of me. Because of the Mad Wisconsin Winter. Hahaha.
Me:
Na super. Bitte entschuldige mich. Ich muss mein Auto freischaufeln - aus deinem Schnee. Mein neues Hobby. Wenigstens verbrennt man dabei ein paar Kalorien.
Winter:
See, I only want to help you. You should be more grateful.
Me:
grummel, grummel
Winter:
Oh, and while you free your car from all that snow, maybe you´ll meet my best friend, Pneumonia. I think, he is really into you. He said, he likes your lungs.
*******************
Seht Ihr jetzt, womit ich mich hier rumärgern muss??? Falls Ihr bessere Beziehungen zu Petrus oder dem Wetter habt, schickt mir doch bitte ein paar wärmere Tage nach Wisconsin. Ich kann den Schnee nicht mehr ertragen!!!
Me:
Hey Winter, what up?
Winter:
I love Wisconsin.
Me:
Ich weiß, ich weiß, aber wäre es nicht langsam mal Zeit, die Sause zu machen? Schließlich ist es schon fast März.
Winter:
No, I like it here.
Me:
Ich dachte schon, du wärst weg. Schließlich hat es letzte Woche schon getaut und die Temperaturen waren über Null. Irgendwo habe ich sogar ein Vögelchen zwitschern hören.
Winter:
Hahaha. Yeah, I got you good with that one. Didn´t I?
No, no, no, I am here to stay for at least a couple more weeks. You thought I was gone, right?
Me:
Naja, wenigstens hab ich jetzt ein Auto und muss nicht mehr bei - 25 Grad Celsius zum Supermarkt laufen.
Winter:
Yeah, that was classy. You thought, you could buy a car and all your problems would be solved. No, no my dear. I couldn´t care less about your car. 2 words: Blizzard, Schneesturm. IN YOUR FACE.
Me:
Danke. Das war aber nicht sehr nett. Und was soll die Sache mit dem ganzen Schnee hier? 16 inches allein gestern. Wem willst Du eigentlich etwas beweisen?
Winter:
I don´t have to prove anything. Don´t you know why they call this place MadTown?
Me:
Wegen Madison, dem Präsidenten?
Winter:
No, because of me. Because of the Mad Wisconsin Winter. Hahaha.
Me:
Na super. Bitte entschuldige mich. Ich muss mein Auto freischaufeln - aus deinem Schnee. Mein neues Hobby. Wenigstens verbrennt man dabei ein paar Kalorien.
Winter:
See, I only want to help you. You should be more grateful.
Me:
grummel, grummel
Winter:
Oh, and while you free your car from all that snow, maybe you´ll meet my best friend, Pneumonia. I think, he is really into you. He said, he likes your lungs.
*******************
Seht Ihr jetzt, womit ich mich hier rumärgern muss??? Falls Ihr bessere Beziehungen zu Petrus oder dem Wetter habt, schickt mir doch bitte ein paar wärmere Tage nach Wisconsin. Ich kann den Schnee nicht mehr ertragen!!!
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