18.08.2007

The Gastblogger is sick.

Yeah, I know, it came as a shock to me, too. We all knew it had to happen sooner or later. It was just a matter of time. We all had hoped that it wouldn't come that soon, but it did. The inescapable has finally happened:

He caught a cold.

Now all our readers will probably ask themselves: Why, oh why? Why the Gastblogger? Why did it have to happen in the prime of his life? Why now? Why him and not Nici?

But as sad as it is: It just happened.

The doctors and specialists are still searching for the cause of this sudden cold that attacked the Gastblogger without warning.
It could be his family history of colds.
It could also be his deprivation of vitamins due to a (extremely male) diet that consists of 95% meat and absolutely no fruits or vegetables.
It could also be the fact that he spent the last week searching the garbage for new/used living room furniture that other students had left on the sidewalks. All that searching and collecting must have worn him out. Plus it was raining cats and dogs....
Hmmm. A team of experts is still looking for answers to this mysterious illness.
I guess, we'll never know.

On top of this he has an upset stomach. But clearly, this is totally his own fault:
He bought a donut at a gas station.

I mean, HELLO? It's like he has learned nothing from years and years of watching the Simpsons. All the hours he spent in front of the TV instead of studying for his PhD, all the time hoping that some of the educational content of a yellow cartoon family would rub off - all for nothing. Apu and his Kwik-E-Mart: It's like they never existed.

We're all speechless. His parents made him attend the best schools in the country and abroad, his old roommate left him a TV, so that he didn't have to miss a single episode of the Simpsons and what does he do with this world of endless opportunities:
He goes out and buys a DONUT from a GAS STATION! And worst of all: HE ATE IT!!!

I know, I know, I was horrified, too, when I learned all of that. Still, we are friends and what do you do when a friend is sick: You call him and check if he needs anything:

Hi!

Uahhhha (moaning from the other end of the line)

Hey, how are you doing?

I'm sick. I am getting these hot flashes. Do you think I could be going through Menopause?

Ehm.... Probably not. You are in your mid twenties and male. I don't think it`s Menopause.

But I am all hot and sweaty.

It is 86 degrees, you are living in an upstairs apartment with no air conditioning. I would be sweating, too.

Oh. (more moaning)... Here comes Sophie, I hope she is not one of these cats that come to patients and lie on their beds just before they die.

What are you talking about? Sophie always lies down with you. Are you sure you are okay?

I'm dying. My stomach hurts and I feel dizzy.

Have you eaten anything today?

Yes, my roommates finally moved out and I ate the stuff that they had left in the fridge. Some of it must have been in there since we moved in. I found some ice cream and some of the chocolate you brought me from Germany. I totally forgot that I still had it, so I ate that.

Aha. I'm not quite sure if that was the right move when you have an upset stomach. Do you need anything else? Any cold medicine or chicken noodle soup or anything? Should I come over?

Yeah, I mean, if you want to, and if you are already coming, could you bring me a coffin?

...

So, I went over, brought him coke, ginger ale, and Badger pretzels and I think he has been feeling a little better, today.

However, I am sure he would recuperate even faster if he received some Gute- Besserungs-Wünsche from you peeps out there reading this... so even if you don´t know him in person, please leave a comment!

14.08.2007

Yard Sale Season oder: Der Sammlerinstinkt des Mannes

Wie schon vor ein paar Wochen erklärt, haben viele Männer einen angeborenen Jagdinstinkt. Doch es gibt auch noch einen anderen Typ von Mann, nämlich den Sammler. Besonders unter jungen Studenten, scheint dieser Typ Mann besonders häufig vorzukommen. Während sich diese Spezies die meiste Zeit des Jahres versteckt hält, kann man ihn in letzter Zeit immer häufiger hier beobachten. Es ist Yard Sale Season!

Für unsere unwissenden deutschen Leser hier eine kurze Erklärung:
Ein Yard Sale ist so eine Art kleiner privater Trödelmarkt, den die Menschen in ihren Vorgärten oder Garageneinfahrten (dann heißt er Garage Sale) veranstalten.

Okay, ich gebe zu, es ist schon ein wenig komisch, wenn die Leute hier ihren ganzen Müll in ihren Vorgärten anhäufen und dann auch noch Geld von ihren Nachbarn verlangen, die ihnen den Müll abkaufen sollen:
ein Souvenirlöffel von den Niagara Fällen: 50 Cent, ein altes Knüpfkissen aus den 70ern, selbstgemacht: 25 cent, ein kitschiges Gemälde von einem Packers Football Star aus den 80ern: 15 Dollar (obwohl eigentlich von unschätzbarem emotionalen Wert für Wisconsinites).

Neben den Yard Sales gibt es auch überall Sperrmüllaktionen. Da gerade im Sommer viele Studenten aus ihren alten Wohnungen ausziehen und in neue Wohnungen einziehen, findet man überall am Straßenrand alte Möbel und Einrichtungsgegenstände. Dinge, die die Welt schon früher nicht brauchte und die auch heute niemand braucht... naja außer...vielleicht... andere männliche Studenten von der Spezies Sammler.

Viele Studenten fühlen sich irgendwie magisch von diesen Yard Sales angezogen. Überall, wo es in dieser Stadt etwas günstig abzustauben gibt, findet man auch Studenten. Das ist so ähnlich wie mit Ameisen und Lebensmitteln. Sobald was rumliegt, kommen sie angelaufen.

"Hey dude, cool new bed."
"Thanks, dude. I found the mattress lying next to a dumpster. So I called up my buddy and we brought the baby home."
"Awesome, dude."

Der Gastblogger zählt auch zu dieser Spezies Mann. Er hat seine Wohnung geschmackvoll mit lauter Möbel- und Dekostücken eingerichtet, die irgendwelche Leute irgendwann und irgendwo nicht mehr in ihrer Wohnung haben wollten und die jetzt ein neues Zuhause bei ihm gefunden haben.

Jedesmal, wenn ich in seine Wohnung komme, zeigt er mir voller Stolz einen neuen Schatz aus seiner Sammlung wie z.B. beim letzten Mal einen alten Plattenspieler aus Vorkriegszeiten mit dänischen Schlagerplatten. Hmmm. Nett. Dabei lernte ich auch gleich eine neue Vokabel: "Eclectic".

Neulich fuhr ich nichtsahnend mit meinem Äuteken die Straße runter, als er plötzlich vom Beifahrersitz schrie: STOOOOOOP. Vor Angst, ich hätte Nachbars Bello überfahren, stieg ich in die Bremsen. Wie sich herausstellte, ging es Bello gut, aber der Gastblogger hatte eine Terrassenbank am Straßenrand im Sperrmüll entdeckt. Mir schwante nichts Gutes und meine schlechte Vorahnung wurde fünf Minuten später bestätigt als ich mich besagte Bank zum Haus des Gastblogger tragend wiederfand.

Naja und am letzten Wochenende rief mich der Gastblogger dann urplötzlich an und meinte, wir sollten zu so einem Yard Sale fahren und dort neue.... ähhh pardon.... gebrauchte Lampen für mein Apartment kaufen. Angeblich hatte er mir davon schon an dem Abend mit dem Wein erzählt. Ich weiß von nix.

Weil mir die Neugier aber im Blut liegt, bin ich erst mal zum Gastblogger gefahren. Als ich bei ihm ankam, war es in Strömen am Regnen. Und ich denk mir noch:

Welche Leute sind denn so blöd, im strömenden Regen ihren Müll in ihrem Vorgarten liegen zu lassen und darauf zu hoffen, dass irgendjemand vorbei kommt und die Sachen mitnimmt? Da finden wir doch nie `ne Lampe.

...und so war es denn auch. Keine Lampe gefunden und den Weg fast auch nicht. Dafür hat sich der Gastblogger ziemlich aufgeregt. Scheinbar ist er der festen Meinung, dass die weibliche Unfähigkeit Karten zu lesen, rechtfertigen würde, dass Männer in der freien Wirtschaft mehr Geld verdienen als Frauen. Der Zusammenhang ist mir nicht ganz klar, aber ich diskutiere grundsätzlich nicht mit Menschen, die ihr Wohnzimmer mit Sperrmüll einrichten.

Aber versteht mich bitte nicht falsch. Normalerweise, d.h. wenn er nicht gerade im Trödelrausch ist, ist der Gastblogger so wie so ein ganz ganz Lieber. Heute Nachmittag z.B. rief er mich an und meinte, ich solle doch unbedingt nach draußen gehen und mir den Sperrmüll genauer ansehen. Wenn ich schon keine Lampe finden würde, dann doch vielleicht einen Ehemann. Die Straßen wären nämlich nicht nur voller Schrott, sondern auch voller männlicher Studenten, die ebenfalls durch ihren Sammlerinstinkt getrieben, nach brauchbaren Möbeln für ihre Wohnungen und Studentenzimmer suchen würden.

... und wer könnte schon den knackigen jungen Männern widerstehen, die mit freien, verschwitzten Oberkörpern und alte Möbeln auf den Schultern tragend durch die Straßen laufen?

Oh, ich glaube, mein weiblicher Jagdinstinkt hat gerade eingesetzt. Vielleicht finde ich ja irgendwo doch noch eine Stehlampe oder so.

05.08.2007

Hoffentlich Kamillentee

Mittlerweile bin ich schon fast eine Woche wieder in den Staaten und habe noch gar nicht über das Abenteuer, das sich Rückflug schimpfte, geschrieben. Und weil für alles im Leben eine mehr oder weniger logische Erklärung existiert, gibt es auch eine dafür, warum ich erst jetzt darüber schreibe: Ich musste mich erst von dem Höllenflug erholen. In meinem Leben bin ich schon so manches Mal über den Ozean nach Deutschland geflogen und wieder zurück, aber so etwas wie diesen Flug hab ich noch nie erlebt.

Es fing alles ganz harmlos in Deutschland an. Schon am Flughafen habe ich mich beim Einchecken und den Sicherheitskontrollen natürlich immer die Schlange gestellt, die sich am langsamsten vorwärts bewegt hat. Die Kunst, immer genau die langsame Schlange zu erwischen ist eine angeborene Begabung - sowas kann man einfach nicht lernen. Das steckt im Blut. Fast so wie das Talent, im Supermarkt immer den Einkaufswagen mit dem kaputten Rad, das durch die Gegend eiert, zu erwischen - worin ich übrigens auch Großmeister bin.

Naja, irgendwann hab ich es dann auch bis ins Flugzeug geschafft und da saß ich dann mit 300 anderen Passagieren. Und wir saßen... und saßen... und saßen.

Na klar, denkt Ihr Euch jetzt, so ein Flug in die Staaten kann auch schon mal 8-9 Stündchen dauern, da sitzt man halt lange.

Nur, dass das Flugzeug auch saß. Und zwar immer noch in Deutschland auf dem Rollfeld. Und es bewegte sich nicht vorwärts. 5 Min., 10 Min. 1 Stunde und nach 2 Stunden saßen wir immer noch da. Warum, wusste niemand so genau. Wir saßen halt.

Dabei hatte ich noch das Glück, dass neben mir ein fescher deutscher Medizinstudent saß, der sich gerade auf dem Weg zu seinem Praktikum in Brasilien befand. Also, war die Sache noch nicht soooooo schlimm. Bei solchen knackigen Sitznachbarn bleibt Frau auch gerne noch 2 Stündchen länger sitzen. Hihi.

Irgendwann hat der Flieger auch mal abgehoben und wir waren endlich auf dem Weg in die Staaten. Alles war in Ordnung - bis es das Essen gab.

Ich verstehe einfach nicht, warum diese Fluglinien immer noch Fleischgerichte in ihrem Programm haben. Fleisch schmeckt in Flugzeugen sowie so immer nach Pappe. Ja, klar, ich esse auch sehr gerne Fleisch, aber in einem Flugzeug, in dem man auf engstem Raum aufeinandersitzt, eingeklemmt durch ein Tablett und Schulter an Schulter mit dem Nachbarn, macht so ein Schnitzel einfach keinen Sinn. Sollte man nicht gerade einer Akrobatenfamilie entstammen, grenzt es an eine physikalische Unmöglichkeit, auf so engem Raum irgendwelches Fleisch zu schneiden, ohne dabei seinen Nachbarn zu verletzen. Der Nachbar war natürlich ich und der Täter war der nicht mehr ganz so süß erscheinende Medizinstudent, der sich an einem zu zäh gebratenem Hähnchenschnitzel auf sein chirurgisches Praktikum vorzubereiten schien.

Kleine Notiz an meine Leser:
Wenn Ihr das nächste Mal fliegt, wählt das Nudelgericht und lasst Euren Nachbarn leben!

Naja, ein paar Stunden später bin ich endlich in Atlanta gelandet. Im Laufe des Fluges hab ich zwar einige Nerven verloren, aber dafür war ich bei der Landung um ein paar blaue Flecken von meinem Sitznachbarn reicher. So gleicht sich dann alles irgendwie wieder aus.

In Atlanta sollte ich ursprünglich 7 Stunden Aufenthalt haben, aber das waren ja jetzt nur noch 5 wegen des verspäteten Abflugs. Also hatte ich viel Zeit, mich im Flughafen ein wenig umzusehen.

An keinem anderen Platz der Welt, werden auf so engem Raum von so vielen Menschen so viele unterschiedliche Emotionen geteilt wie in einem Flughafen. Ich suche gerne nach diesen Emotionen in den Gesichter der anderen Reisenden während ich auf meinen Anschlussflug warte. Fünf Stunden später war ich aber wirklich bereit für den Weiterflug. Mittlerweile war es schon 20 Stunden her, seit ich mit meiner Mutter zum Flughafen in Deutschland gefahren war. Ich war bereit für mein Bett. Aber das sollte noch ein wenig auf mich warten...

An dem Gate, von dem aus es weiter gehen sollte, wurde uns mitgeteilt, dass unser Flug 30 Min. Verspätung hat. Ich hätte es wissen sollen, dass das Gewitter bei unserer Ankunft in Atlanta nichts Gutes bedeuten würde. Aber 30 Minuten sind ja nicht die Welt, die konnte ich auch noch warten.

Doch die neue Abflugzeit kam und die neue Abflugzeit ging auch wieder. Nur von unserem Flieger war auf dem ganzen Flughafen nichts zu sehen. Dann wurde aus den 30 Minuten plötzlich eine Stunde, aus der einen Stunde wurden zwei und drei usw. bis uns um 1 Uhr morgens mitgeteilt wurde, dass unser Flug gecancelt wurde. Na super!

Die freundlichen Mitarbeiter der amerikanischen Fluglinie mit dem griechischen Buchstaben im Namen konnten uns auch nicht weiterhelfen, denn deren Schicht war gerade zu Ende und was uns denn überhaupt einfallen würde jetzt, mitten in der Nacht unseren Flug umbuchen zu wollen. Sie müssten jetzt nach Hause zu ihren Familien und ins Bett. Na dann, gute Nacht, Marie!

Nachdem ich mit mindestens 4 verschiedenen Mitarbeitern der Chaotengesellschaft gesprochen hatte, geriet ich endlich an eine Mitarbeiterin, die mich auf den nächsten freien Flug nach Hause umbuchen wollte, und der wäre dann drei Tage später gewesen. Ich muss die Mitarbeiterin wohl ein wenig zu lange mit weit aufgerissenen Augen und heruntergeklapptem Kiefer angestarrt haben, denn sie fügte noch gleich hinzu, dass die Fluggesellschaft natürlich auf gar keinen Fall für ein Hotel oder Essen oder sonstige Kompensationen aufkommen würde, denn es wäre ja schließlich nicht die Schuld der Gesellschaft, dass das Wetter schlecht wäre.

Na super! Ich sollte also 3 Tage auf eigene Kosten in Atlanta bleiben bis die mich in den nächsten Flieger setzen würden. Als ich das Bewusstsein wieder erlangte, bat ich die gute Frau dann aber doch lieber, mich auf einen Flug nach Chicago umzubuchen, damit ich von dort aus den Bus nach Hause nehmen könnte. Der nächste Flug, auf den ich endlich gebucht wurde, sollte um 7 Uhr morgens gehen. Bis dahin waren es ja nur noch 6 Stunden und da die Fluggesellschaft kein Hotel bezahlen wollte, musste ich wohl oder übel auf dem Flughafen übernachten.

Ich sag es Euch, man muss schon sehr kreativ sein, um aus einem Laptop, einer Frauenzeitschrift und ein paar Dissertationsnotizen ein gemütliches Nachtlager zu basteln. Zum ersten Mal in meinem Leben bereute ich es, als Kind nicht den Pfadfindern, sondern dem Turnverein begetreten zu sein. Und obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon mehr als 24 Stunden unterwegs war und mir eine nette Putzfrau eine Flugzeugdecke gab, konnte ich bis zu meinem Weiterflug nicht wirklich schlafen.

Naja, irgendwann saß ich dann zwischen einer ganzen Meute Geschäftsleute im Flieger nach Chicago. Zuvor wurde ich noch von einem anderen Flugbegleiter angeschnauzt, weil ich es gewagt hatte, mich zu erkundigen, wohin mein Gepäck denn jetzt geleitet würde. Aber das Anschnauzen von Mitarbeitern dieser unheimlich kompetenten und gut organisierten Fluglinie (Achtung: Sarkasmus) war ich ja mittlerweile gewohnt.

Ich kam auch tatsächlich irgendwann in Chicago an, aber meine Koffer natürlich nicht. Wieso auch. Das wäre ja zu einfach gewesen. Also habe ich beim nächsten Mitarbeiter meine Koffer als vermisst gemeldet, mich wieder anschnauzen lassen, habe wieder um das Busticket nach Hause gebettelt und so weiter und so fort. Ich war so wie so schon im Koma, weil mittlerweile 35 Stunden ohne Schlaf und meine Zahnbürste hatte ich auch irgendwo in einer Flughafentoilette liegen gelassen. Scheiße!

Wenn ich den Flug bei einer anderen Fluglinie, die man nicht (wegen ihrer Abkürzung) mit den anonymen Alkoholikern verwechseln sollte, gebucht hätte, wäre ich 12 Stunden eher, ohne Nacht am Flughafen und wahrscheinlich noch ein paar Dollar günstiger MIT meinen Koffern in Chicago angekommen. Aus Fehlern lernt man.

Mit dem Bus waren es ja dann auch nur noch 3 1/2 Stunden nach MadTown und noch mal 20 Minuten bis zu meiner Studentenwohnung. Wie ich nach Hause gekommen bin, weiß ich nicht mehr ganz so genau, denn irgendwann hatte ich dann einen Filmriss. Es könnte sein, dass mir im Bus der Sandmann begegnet ist oder auch dass ich von Aliens entführt und an mir wissenschaftliche Experiemente durchgeführt wurden. In der Situation war mir alles egal.

Wer jetzt aber meint, das wäre schon das Ende der Geschichte, der irrt sich leider. Zuhause in MadTown begrüßten mich erstmal ganze Kolonien toter Käfer und ein sehr eindringlicher Geruch. Der Manager hatte nämlich wegen des heißen Sommers und einer Ohrenkneiferplage in unseren Apartments den Kammerjäger bestellt. Also musste ich erst mal ordentlich durchlüften, um der Gefahr zu entgehen, wie einer der Käfer auf den Rücken liegend und alle fünfe (zwei Arme, zwei Beine und eine Zunge) von mich streckend in das Land der ewigen Träume zu entweichen. Ich habe also der Versuchung besonders farbenfrohe Träume zu bekommen widerstanden und habe erstmal den Käfern eine Staubsaugerbestattung bereitet.

Als ich gerade fertig war und ins Bett wollte (mittlerweile 43 Stunden ohne richtigen Schlaf), klingelte das Telefon. Die Folter-Luftgesellschaft. Sie wollten mir doch mal eben, in den nächsten 2 Stunden meine Koffer, die jetzt endlich zu Hause eingetroffen sind, vorbeibringen. Ob ich denn so lange noch zu Hause wäre.

Nee eigentlich wollte ich heute Nacht mal auf Kneipentour gehen. Oob sie mich nicht noch mal in 12 bis 24 Stunden zurückrufen könnten.

Äh nee, das ginge nicht, sonst müsste ich Gebühren für die Gepäckaufbewahrung bezahlen. Er käme dann einfach gleich mal vorbei.
Offensichtlich verstand der Mitarbeiter keinen deutschen Sarkasmus und hatte auch kein Verständnis für meinen Schlafentzug. Ich wollte gerade noch sagen, dass er das Gepäck ruhig noch behalten sollte, ich wolle doch nur schlafen, da hatte er schon aufgelegt und stand erst 2 Stunden später vor meiner Tür.

Okay, Koffer da, Käfer weg. Ich war bereit fürs Bett. Da mache ich meinen Koffer auf, um mein Nachthemd herauszukramen und ... meine Kleidung ist ganz nass. Ich hatte nichts dabei, was auslaufen hätte können und der Koffer war nur von innen nass. GELB und nass. Ich habe keine blasse Ahnung, was da passiert ist. Vielleicht hat ein netter Beamter vom Grenzschutz eine Tasse Kamillentee über meine Sachen gekippt, oder ein Hund, der nach Drogen schnüffeln sollte.... Naja, das könnt Ihr Euch vielleicht selber vorstellen. Jedenfalls bin ich mit einem anderen Nachthemd ins Bett und habe am nächsten Tag alles gewaschen. Ich überlasse es Eurer Fantasie, was da passiert ist, aber ich kann Euch sagen, es hat nicht nach Kamillentee geduftet...

03.08.2007

Zweiundsiebzig

So angenehm ist es jetzt bei mir in der Wohnung.

Vorgestern habe ich mir eine Klimaanlage (von meinem letzten Ersparten und mit Omas Hilfe) gekauft. Statt 90 Grad Fahrenheit und 80% Luftfeuchtigkeit sind es jetzt nur noch 72 Grad Fahrenheit in meinem kleinen Apartment. Als der Gastblogger das hörte, stand er kurze Zeit später mit der Disney-Schneewittchen-DVD unterm Arm und einem breiten Lächeln mitten im Gesicht vor meiner Tür. Er hat nämlich keine Klimaanlage bei sich zu Hause.

Lieb wie ich bin, habe ich ihn natürlich reingelassen und wir haben Schnitzel gebacken, Wein getrunken und Schneewittchen geschaut. Schön war`s.

Der Wein war sehr lecker und süffig, was vielleicht den Film noch schöner erscheinen ließ. Naja, irgendwann wollte der Wein dann mal weggetragen werden und als ich aus dem Bad kam, traute ich meinen Augen kaum. Der Gastblogger hatte die Möbel in meinem kleinen Studentenapartment umgestellt. Und es sieht fabelhaft aus! Wie in einem IKEA Katalog, wo sie immer die kleinsten Studentenbuden wohnlich und gemütlich einrichten. Ich liebe es!

Mittlerweile lebe ich schon ein paar Jährchen in dieser Wohnung und habe immer überlegt, wie ich mehr daraus machen könnte. Aber als Deutsche, die ihre Möbel natürlich an die Wand stellt, bin ich nie auf die Idee gekommen, etwas Anderes zu machen. Der Gastblogger hingegen hat aus zwei meiner Bücherregale einen genialen Raumteiler gebaut, der die Küche jetzt wunderbar von einer gemütlichen Wohn- und Fernsehecke abtrennt. Obendrauf thront Schamü, mein Fisch, und hat einen 360 Grad Blick auf alles, was sich in meiner Wohnung so abspielt. Außerdem muss ich jetzt beim Schreiben meiner Dissertation nicht direkt vor der Klimaanlage sitzen. Das hat natürlich Vorteile....

01.08.2007

Frauen und Filme

Man würde denken, es gibt nicht viele Unterschiede zwischen Frauen und schwulen Männern, wenn es um Filme geht. Die Öffentlichkeit ist im Großen und Ganzen der Meinung, Frauen und Schwule schwärmen über denselben kitschigen, romantischen Unfug, im Gegensatz zu hetero Männern. Dies ist leider völlig falsch, wie folgendes Gespräch beweist:

ich: Es ist so heiß heute. Wollen wir nicht ins Kino gehen? Ich habe ja sonst nichts vor.

Frau: Ja, das wäre supertoll! Was sollten wir uns anschauen?

ich: Weiß nicht. Wie wäre es mit Shrek III?

Frau: Äh, lieber nicht. Shreck war irgendwie merkwürdig. Ich habe die Witze irgendwie nicht verstanden.

ich: Shreck ist so toll, weil er sich über die ganzen anderen Disney-Filme lustig macht.

Frau: Hmmm, vielleicht habe ich Shreck dann nicht verstanden, weil ich die ganzen Disney-Filme auch nicht kenne.

ich (falle aus allen Wolken): Waaaaas???? Du kennst die Diseny-Filme nicht? Was wirst du deinen Kindern später mal zeigen?

Frau (etwas verwirrt): Hab ich was verpasst? Welchen Kindern?

ich: Das müssen wir natürlich ändern. Wir haben viel zu tun! Wir müssen alle Disney-Filme ausleihen und sie gemeinsam gucken. Wenn wir uns beeilen schaffen wir vielleicht 3 an einem Abend....

Frau (unterbricht mich und ist immer noch verwirrt): Moment mal. Müssen wir uns denn wirklich ALLE Filme angucken? Wir könnten ja die ersten 20 Jahre überspringen oder so.

ich (entsetzt): Oh nein. Die sind doch in einer bestimmten Reihenfolge. Wir müssen alle gucken. Ich fass es immer noch nicht, dass du noch nie einen Disney-Film gesehen hast.

Frau: Ich steh´ halt mehr auf echte Männer und nicht auf den gezeichneten Prinz Charming.

ich: Ok, wie wär`s dann mit Hairspray? Da spielt John Travolta mit.

Frau: Ja, aber er spielt eine Frau. Ich mag ihn aber als Mann lieber.

ich: Na gut, dann mach Du mal einen Vorschlag.

Frau: Wie wär's mit L-------?

ich: Ich habe nichts von L------ gehört. Wie ist die Handlung?

Frau: Eine schöne, intelligente Frau, die nebenbei Chemie studiert, wird von einem großen, dunkelhaarigen Mann entführt. Später findet sie heraus, er ist ein Prinz. Sie ziehen nach Prag und öffnen ein Café.

ich: Äh, hast du einen anderen Vorschlag?

Frau: Vielleicht A------?

ich: ...und die Story?

Frau: Eine schöne, intelligente Frau, die nebenbei Waisen in Afrika hilft, wird von einem mysteriösen, hübschen Mann entführt. Später findet sie heraus, dass er Arzt ist. Sie gründen gemeinsam ein Krankenhaus für Waisen in Afrika.

ich: Naja, ich stehe nicht so auf Chic-Flicks.

Frau: Dann hab ich was für dich! Wie wär's mit R------- in U--------?......Eine schöne, intelligente Frau, die nebenbei...

ich: NEIN!!! Hör auf mit dem Dreck! Wie kannst Du als kluge Frau auf solche Filme stehen?...

Frau: Dann entscheide mal du! Wir müssen ja auch nicht ins Kino. Wir können ja auch einen Film zu Hause gucken. Ist zwar etwas heiß in meiner Wohnung, aber vielleicht finden wir einen Film auf den wir uns einigen können.

ich: Okay, wir wär's mit einem Klassiker? Kennst Du Psycho? The Shining? The Birds?

Frau: Oh, nee. Da sterben doch immer welche in den Filmen! Ich sehe mir keine Filme an, in denen Leute sterben. Besonders nicht, wenn sie umgebracht werden.

ich: Also, keine Filme, in denen jemand stirbt?! Das schließt ja tausende von Filmen aus! Nicht einmal Bambi willst du ansehen?

Frau: Oh, bestimmt nicht! Ich habe gehört, dass Bambis Mutter am Ende stirbt!

ich: ...und was mit P------?

Frau: Nee, das ist ja ein science fiction Film.

ich: Aber die Deutschen haben doch Science Fiction erfunden!

Frau: Aber ich werde lieber von der Zukunft überrascht als mich im Kino davor zu fürchten.

ich: Und wie sieht es aus mit Krieg der Sterne?

Frau: Lieber nicht, wenn schon Krieg im Titel vorkommt....

ich: ach! Es ist schon nicht einfach mit Dir!

Also, jetzt überleg ich mir, was wir gemeinsam anschauen könnten. Ich werde die Identität dieser Frau nicht preisgeben. Ich sage nur, sie lächelt ziemlich viel, sieht sehr ungefährlich aus und ist aber trotzdem sehr stur, wenn es um Filme geht.

31.07.2007

Eheliche Verantwortung

Hallo, schon wieder der Gastblogger im Einsatz. Also pass auf, was ich schreibe und das, was Nici schreibt, sonst wird jemand glauben, Nici sei Amerikanerin, kommt aus Pennsylvanien und ist männlich. Nici ist weder aus Pennsylvanien noch männlich. Und trotz etlicher Online-Tests ist sie immer noch keine Amerikanerin.
Ich war vor kurzem (sprich: vor einem Monat) in Pennsylvanien, meinem Heimatbundesstaat (nebenbei: ich bevorzuge die alte Form “Pennsylvanien” anstatt des Anglizismus “Pennsylvania” und werde diese in diesem Eintrag gebrauchen. Ich schreibe auch “Chikago”, “Sanfranzisko” und ab und zu “Neu York” oder, besser noch, “Neujork”. Bitte kein Gegenkommentar). Grund für die lange Reise war die Hochzeit meiner Schwester.
Ich war an der Zeremonie beteiligt und konnte daher nicht absagen. Nicht, dass ich irgendetwas gegen die Hochzeit oder den Mann hatte. Nein, ich kann Hochzeiten einfach nicht vertragen. Unbequeme Smokings, enge, hochpolierte Schuhe und Verwandte, die dir ständig sagen, “Du bist der Nächste, der heiratet”. Ich will's einfach nicht hören.
Ein großes Problem für mich war die Tatsache, dass ich den Bräutigam kaum kannte. Ich war in Deutschland, als meine Schwester und er sich kennenlernten, und dann ab nach Wiskonsin (ich wiederhole: kein Gegenkommentar!). Aber, da ich an der Zeremonie teilnahm, hatte ich die Gelegenheit, mit ihm ein bisschen mehr Zeit zu verbringen, als bisher möglich war. Er ist ein netter Typ und, obwohl er im Militär ist, ist er ziemlich “leise gesprochen” (so steht's im Leo. Auf Englisch: soft-spoken). Das ist gut, da meine Schwester laut ist und immer die Oberhand hat. Er hat zu Hause nichts zu melden.
Naja, die Frauen im Forum langweilen sich schon, und ich sollte hier mehr über die Hochzeit selbst schreiben. Das Hochzeitskleid war natürlich weiß, und die Brautjungfer tragen alle kremfarbige Kleider. So eine große Hochzeit hab ich nie gesehen. Es gaben mehr als 150 Menschen in der Kirche, und über 200 bei der Feier. Meine Schwester sagte mir später, sie habe 4.000 Dollar für die Blumen, 4.000 für die Fotos und 19.000 für die Feier ausgegeben. Warum verschwenden Frauen so viel Geld für Hochzeiten? Ich kann es kaum fassen. Sie hätte ein oder sogar zwei neue Autos kaufen können! Und danach war die Hochzeitsreise. Das war auch 4.000 Dollar.
Es war aber eine schöne Woche in Pennsylvanien. Nun ist das Brautpaar in Texas an irgendeiner Base, und meine Schwester sucht Arbeit als Lehrerin. Ich frage mich, wie lange das hält. Ist das zynisch? Männer denken ja anders als Frauen.
Es ist so heiß jetzt hier in Madison. Nici...ab ins Kino?

28.07.2007

VerwandtschaftsHopping

Heute nur ein kurzes Lebenszeichen von mir:

Ich weile immer noch auf der anderen Seite des Ozeans, sprich in Good Old Germany. Aber nicht mehr lange. Im Momen sitze ich nämlich zwischen halb gepackten Koffern, Büchern und vielen, vielen Tafeln guter deutscher Schokolade, die meine amerikanischen Freunde immer bei mir bestellen. Schokoladenmäßig ist Amerika nämlich doch noch ein Entwicklungsland. Die müssen noch sooooo viel von den lila Alpenkühen lernen!

Zurückblickend muss ich aber zugeben, dass es in Deutschland richtig schön war, obwohl die Zeit natürlich wieder viel zu schnell vergangen ist. Ich habe ganz viele Freunde besucht, mit meinen Patenkinder gespielt und bin mittlerweile sehr geübt im VerwandtschaftsHopping.

Wie? Ihr kennt diese äußerst beliebte Form der Freizeitgestaltung noch nicht?

Also, wenn man lange nicht zu Hause war, wollen einen natürlich alle Verwandten wieder sehen. Und natürlich immer alle auf einmal! Das hat zur Folge, dass man eine Methode entwickeln muss, um in kürzester Zeit möglichst viele Verwandte zu besuchen: Das VerwandtschaftHopping.

Wie manche Leute im Urlaub Inselhopping betreiben und mit einem kleinen Flugzeug von Insel zu Insel hüpfen, schwinge ich mich in das kleine Äuteken meiner Mutti und düse von Verwandten zu Verwandten. Es war richtig schön, alle zu besuchen und nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Da fällt der Abschied immer besonders schwer. Aber es muss sein.

Wenn Ihr morgen ein Flugzeug am Himmel seht, dann denkt doch bitte an mich. Vielleicht sitze ich ja drin und knabbere an den Erdnüssen, die mir ein fescher Steward zu meinem Drink serviert. Drückt mir bitte die Daumen - für den Flug, die Einreise und natürlich für den gut aussehenden Steward!

19.07.2007

Der Jagdinstikt des Mannes

Am Montagabend sind wir wieder aus Wien zurückgekehrt. Und was ich da vorgefunden habe, hat mich zu folgendem Beitrag inspiriert:

Zuvor aber eine kleine Anmerkung am Rande:
Im folgenden Beitrag steht der Begriff "Mann" für einen bestimmten Mann und muss sich nicht unbedingt auf alle Männer beziehen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Familienmitgliedern sind natürlich nicht unbeabsichtigt und auch kein reiner Zufall. Sollte sich irgendein männlicher Leser dadurch angesprochen fühlen, so möge dies bitte nicht unbeachtet bleiben.


Männer sind grundsätzlich von Frauen abhängig. Das war auch schon bei Adam und Eva so und wird es auch immer bleiben. Daher ergeben sich gewisse Probleme, sobald sich Frau auf die Reise zu einer Hochzeitsfeier begibt, aber der Mann beschließt, zu Hause zu bleiben.

Über die Defizite eines Mannes bewusst, bereitet Frau ihre Abreise gekonnt und gewissenhaft vor, und kocht schon mal für 3 Tage im Voraus. Mann soll ja nicht verhungern, während Frau sich den kulinarischen Hochgenüssen eines ausgiebigen Hochzeitsbuffets hingibt.

Leider hat Frau dabei nicht durchdacht, dass selbst vorgekochte Gerichte in einer Mikrowelle aufgewärmt werden müssen. Viele möchten meinen, dass ein technisches Gerät wie eine Mikrowelle kein Problem für einen erwachsenen Mann des 21. Jahrhunderts darstellt. Jedoch wurde dabei nicht bedacht, dass Terminologie wie "garen", "dünsten" oder "aufwärmen" nicht im Vokabular eines Mannes existieren. Mann entscheidet sich grundsätzlich für die höchstmögliche Wattzahl und gerät erst dann in leichte Panik, wenn die vorbereiteten Speisen der nächsten drei Tage explodierterweise von den Innenwänden der Mikrowelle tropfen.

Was tun? Von Hunger und Verzweiflung getrieben, besinnt sich Mann wieder auf seine Urinstinkte. Mann braucht Fleisch, blutiges Fleisch, am besten über offenem Feuer. Also wird der Grill herausgekramt.

Für Feuer ist gesorgt und Mann freut sich, dass er es wieder einmal geschafft hat, ein Naturelement zu bezwingen und zu seinem Nutzen zu machen. Jetzt fehlt nur noch das Fleisch. Säbelzahntiger und Mammuts sind ausgestorben. Vielleicht Nachbars Katze, die immer vor die Haustür pinkelt...? Nein! Nicht genug Fleisch dran und außerdem will man sich ja noch nächste Woche die Flex vom Nachbarn ausleihen. Trotzdem. Wenn der Jagdinstinkt erst einmal geweckt ist...

Statt auf einen Rennsaurier schwingt sich Mann in sein frisch gewaschenes Auto und düst zum Supermarkt. Dort erstarrt Mann erbarmungsvoll vor der Artenvielfalt seiner Beute. Es gibt tatsächlich mehr als die eine Sorte Bratwurst, die ihm in 30jähriger Ehe jeden Samstag von seiner Frau vorgesetzt wurde. Schnell wischt Mann sich eine kleine Freudenträne von der Wange, denn man darf als Mann keine Emotionen zeigen. Besonders nicht vor seiner Beute. Mann entscheidet sich für 2 Packungen von der Wurst mit den Petersilien- und Bärlauchstückchen, denn so kann Mann auf Anfrage der Frau später behaupten, nicht nur Fleisch, sondern auch etwas Grünes gegessen zu haben.

Mann ist mit seiner Beute zufrieden und begibt sich auf den Heimweg. Zu Hause angekommen wird die Beute sofort ins Feuer geworfen und nur wenige Minuten bzw. fünf Würstchen später sitzt Mann mit vollem Magen im Garten und blickt voller Stolz auf seine Selbständigkeit in die langsam verlöschende Glut seines Campinggrills.

Am nächsten Tag nähern sich die Fleischvorräte allerdings schon dem Ende. Außerdem ist Sonntag und die Kühltheke im Supermarkt somit unerreichbar. Was tun?

In seiner Verzweiflung wird der hungrige Mann von einem Nachbarn im Garten entdeckt und über den Zaun zum Mitgrillen eingeladen. Mann lässt sich nicht zwei Mal bitten und somit ist nicht nur der Fleischkonsum, sondern auch das Überleben für einen weiteren Tag gesichert.

Am dritten Tag kehrt dann auch endlich Frau von der Hochzeitsfeier zurück. Freudestrahlend empfängt sie Mann und erzählt mit stolz geschwellter Brust von seinem Überlebenskampf am Wochenende.

Frau blickt zuerst Mann in die Augen und analysiert dann die Lage: Die von explodierten Essensresten triefende Mikrowelle, das braun gewordene Obst in der Küche, den verwelkten Salat, den kaputten Rasenmäher im Garten, den Strafzettel, den Mann für zu schnelles Fahren zum Supermarkt bekommen hat und natürlich die eingegangenen Blumen, die Mann vergessen hatte, übers Wochenende zu gießen.

Die Augen der Frau werden immer größer, als sie von der männlichen Selbstversorgung hört, denn 10 Würstchen sind normalerweise die Ration, die Frau nicht wie Mann an einem Wochenende, sondern über mehrere Monate verteilt zu sich nimmt. Doch der Schaden am Mann, ausgelöst durch übermäßigen Fleischkonsum, scheint sich gering zu halten. Er lächelt Frau an und sagt:

"Schön, dass Du wieder da bist. Was gibt`s zu essen? Ich hab Hunger."

17.07.2007

Neue Kategorie

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es nun eine neue Kategorie in diesem Blog, nämlich Chökölätekäke und Bierwürst. In dieser Kategorie geht es (manchmal leider auch nur am Rande) um meine kulinarischen Abenteuer in Wisconsin bzw. was die Amis so mit ihrem Essen anstellen...

13.07.2007

Nici on Tour

Kleine Zwischenmeldung:
Ich bin immer noch auf der anderen Seite des Ozeans, sprich in Good Old Germany.

In den letzten Tagen habe ich ganz viele Freunde und Verwandte besucht und bin ein paar Mal in einem kleinen Äuteken quer durchs Ruhrgebiet geflitzt. Von Recklinghausen bis runter nach Aachen, wobei ich fast in Belgien gelandet wäre. Die deutschen Autobahnen sind aber auch kompliziert, wenn man sich erst mal an das Schachbrettmuster der amerikanischen Straßen gewöhnt hat! Und wieso ich auf dem Rückweg plötzlich in der Düsseldorfer Innenstadt stand, ist mir auch nicht ganz klar.

Naja, morgen wechsel ich mal das Fortbewegungsmittel und fliege nach Österreich zur Hochzeit meiner Cousine. Ich bin dann erst mal wieder weg. Tschüssikowski!

08.07.2007

Amerikanische Küche

Für aktuellere Beiträge, bitte zur Startseite gehen.

Nach fast 2 Wochen Deutschlandurlaub vermisse ich Amerika schon so sehr (hey, was macht denn mein amerikanischer Gastblogger eigentlich?), dass ich jetzt angefangen habe, meine Eltern amerikanisch zu bekochen. Wenn man von ein paar verbrannten Hähnchenkeulen und meiner verzweifelten Suche nach Raspberry Vinegarette in unserem deutschen Supermarkt mal absieht, hat bisher auch alles ganz gut geklappt. Beim Stöbern nach neuen amerikanischen Gaumenfreuden im Internet bin ich dann plötzlich über dieses Cooking Festival gestolpert.

Blog-Event XXV- American Cooking

... und schon musste ich loslegen. Um an dem Festival teilzunehmen muss man ein amerikanisches Rezept veröffentlichen. Da viele meiner Freunde in Deutschland mir nicht ganz glauben, dass sich die Amis auch von anderen Sachen als Hamburger und Cola ernähren, habe ich mich für ein etwas gesünderes Rezept entschieden. Und hier ist es:


Amerikanischer Brokkoli Salat
Dieser süß-salzige Rohkostsalat passt gut als Beilage zum Grillen, oder zu einem kalten Buffet. Da er vor dem Verzehr eine Weile durchziehen muss, schmeckt er besonders lecker, wenn man ihn am Abend vorher zubereitet.

Zutaten:
8-10 Scheiben Schinken
1 frischen Kopf Brokkoli (natürlich roh)
¼ cup = 4 EL rote Zwiebel, fein gehackt
½ cup = 8 EL Craisins/ so `ne Art Rosine aus Preiselbeeren gemacht
3 EL (weißen) Essig
2 EL Zucker
1 cup = ca. 16 EL Mayonnaise
ca. 8 EL Walnüsse oder Sonnenblumenkerne (nach Belieben mehr oder weniger)

Zubereitung:
Den Schinken scharf anbraten, abkühlen lassen und in kleine Stückchen schneiden.
Die Zwiebel fein hacken und den Brokkoli in sehr kleine Röschen teilen. Den rohen Brokkoli mit der Zwiebel und den Rosinen mischen.
In einer kleinen Schüssel den Essig, den Zucker und die Mayonnaise als Dressing anrühren.
Das Dressing über die Brokkoli-Zwiebel-Rosinen-Mischung gießen und den Salat mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
Vor dem Servieren die Sonnenblumenkerne und die Schinkenstückchen unter den Salat mischen.
Ergibt ca. 6 Portionen

Für mehr Beiträge darüber, was die Amis so mit ihrem Essen anstellen, findet Ihr hier: Chökölätekäke und Brätwürst


Falls Ihr auch ein Lieblingsrezept habt (muss auch nichts mit Amerika zu tun haben), lasst es mir bitte zukommen. Mir gehen nämlich so langsam die Ideen aus und ich freue mich immer wieder, etwas Neues auszuprobieren.

03.07.2007

Heute gibt's was auf die Ohren

Sooo, für alle die es schon vermisst haben, den süßen Lauten meiner deutschen Stimme zu lauschen :o), gibt es jetzt wieder eine neue Podcastfolge (in Folge 4 hört man eine Freundin von mir und Folge 5 spreche ich wieder selber).

Wie man merkt, hat "Max" diesmal herausgefunden, wie man so einen Podcast mit Sound Effects unterlegt und dies auch bis an seine äußersten Grenzen ausgetestet... Tststs! Trotzdem ganz lustig!



29.06.2007

Globalisierung im Supermarkt

Wie der liebe Gastblogger im letzten Beitrag schon erwähnt hat, befinde ich mich momentan in good old Germany. Ich musste dem ganzen Straßenbauzirkus in Madison mal entfliehen, um hier nicht nur ein wenig Ruhe für meine Dissertation zu finden, sondern auch meine Familie und Freunde zu besuchen. Muss schließlich auch mal sein.

Jedesmal, wenn ich wieder nach Deutschland komme, fallen mir die Sachen auf, die sich seit meinem letzten Besuch verändert haben. Heute war ich zum Beispiel mal wieder einkaufen. Ich kann mich noch gut erinnern, als sich früh immer ältere Leute darüber aufgeregt haben, wie viel Englisch gesprochen wird und dass immer mehr Produkte englische Namen bekommen haben:
Erdnüsse hießen auf einmal peanuts, die Vanillemilch wurde plötzlich zum vanilla milk shake und statt Hähnchenflügel gab es überall chicken wings.

Aber scheinbar waren sich die Leute damals noch nicht den Ausmaßen der EU bewusst. Wenn man heute in einen deutschen Supermarkt geht, dann findet man nicht nur Lebensmittel mit englischen Produktbezeichnungen, sondern man kann für ein paar Euros die ganze Vielfalt Europas mit nach Hause nehmen.

In den Konserven, in denen sich früher Chilibohnen befanden, sind heute Chili bonner drin (das o von bonner ist eigentlich quer durchgestrichen, aber Blogger will das einfach nicht so in dem Post drucken). Und anstelle der leckeren Vollkornnudeln mit Spargel, gibt es nur noch Fusilli Integrali und dazu Asperges zu kaufen. Meine Oma backt neuerdings ihre Mohnstriezel mit pavot bleu, kann sich dafür aber über die original österreichische Marillenmarmelade freuen, die früher aus Aprikosen gemacht wurde. Beim Käse habe ich die Auswahl zwischen Queso Manchego oder der leichteren Weight Watcher Variante die jetzt von Vikt Väktarna hergestellt wird. Die neuen Muntsnoepjes schmecken genauso wie die Pfefferminzbonbons, die es früher immer an der Kasse gab.

Richtig lustig wird es allerdings bei den Getränken. Zwar kann ich mir noch ungefähr denken, dass im finnischen (?) Hapankirsikkanektari wohl Kirschnektar/saft drin ist, jedoch wird es beim polnischen (?) brusinky Nápoj z ovocné št’avy doch etwas schwieriger, den Inhalt zu erraten. Zum Glück gibt es da noch das Bildchen und Logo, die mir verraten, dass ich damit wohl Preiselbeersaft von Ocean Spray kaufe.

So wird das Einkaufen zum Abenteuerurlaub und ich finde, dass es jetzt viiiiieeel mehr Spaß macht. Und die Amis, die früher Pauschalreisen unter dem Motto 1 Woche Europa = 10 Länder in 7 Tagen gebucht haben, können für wesentlich weniger Geld fast genauso viel Kultur an einem Nachmittag im Supermarkt erleben. Also, wenn das keine Globalisierung direkt vor der Haustür ist! :o)

24.06.2007

Sommer

Hallo! Ich bin hier als Gastschreiber, da Nici z.Z. nicht zur Verfügung steht. Sie ist plötzlich nach "Deutschland" abgeflogen, ohne Begründung. Als ob es etwas namens "Deutschland" gibt. Ich hab auf meine Landkarte geschaut und da steht nur "Germany", wo angeblich "Deutschland" stehen sollte. Naja. Vielleicht hat sie auch ihre Gründe, warum sie untertauchen musste.

Ich dachte, ich schreibe über den Sommer hier. Vielen ist es nicht bewusst, dass "Sommer" eigentlich nicht "Sommer" heißt, sondern "Straßenbauzeit". Es ist eine lange Tradition, die von den ursprünglichen deutschen Einwanderern stammt. Laut Legende haben die Indianer in dieser Gegend dieselbe Tradition gehabt. Jedes Jahr um diese Zeit fangen Männer mit orangefarbigen Helmen an, die Straßen auszureißen. Alle. Auf ein Mal. Der Busverkehr kommt zum Stillstand, Großmütter dürfen die Kreuzungen nicht mehr überqueren. Ein FDJler kann da auch nicht behilflich sein.

Hier ist aber eine Feier angesagt! Der Bürgermeister lässt eine große Tribüne aufrichten, worauf er jedes Jahr eine feierliche Rede zum Beginn der Straßenbauzeit hält. Es wird Cola getrunken; Feuerwerke werden von den Kleinen angezündet. Die summen über Lake Mendota ins Finsternis der ersten Nacht der Straßenbauzeit.

In der E. W. Avenue wechseln die Straßenbauarbeiter jeden Tag die Spuren, die offen zum Verkehr stehen. Wo im Winter sechs Fahrbahnen streckten, drei nach Westen und drei nach Osten, bleiben nur zwei übrig. Montags darf man nur auf der rechten Seite fahren. Dienstags, Mittwochs und Bastille-Tag ist das Fahren nur auf der linken Seite erlaubt. Das Tempo wird von 40 Stundenmeilen bis zu 15 Stundenmeilen gesenkt, damit all die Kinder, die die große Straße entlang tagtäglich stehen, ein bisschen mehr die Autoparade schätzen können. Kuck da! Ein Cabrio mit einem kahlen Mann am Steuer. Wo bleibt die Perücke? Vom Winde verweht! Und nun kommt ein alter Dodge, durchgerostet und offenbar ohne funtionierende Klima-Anlage. Die Fenster sind alle offen, und 15 schmutzige Kinder schauen von den Hinterfenstern starr aus. Die Kinder an den Straßenseiten lachen und jubeln. Vielleicht bekommen sie noch eine kleine Süßigkeit von dem Auto? Da ist leider nur den Stinkefinger zu sehen, und das schon zum dritten Mal. Die Kinder wollen was Neues!

Aber nicht nur die E. W. Avenue liegt in Trümmern, sondern auch die andere Hauptverkehrsader der Stadt. Und dieses Jahr wird Straßenbauzeit besonders schön gefeiert! Dort wird nämlich nicht nur die rechte Spur neu betoniert, sondern die zwei linken Spuren werden für jeglichen Verkehr völlig gesperrt, da ein neues Hochhaus schnell zusammengebastelt wird. Solche Baustellen hab ich seit Speer nicht mehr gesehen! Solcher Eifer! Und ein Block weiter, noch ein neues Gebäude, diesmal für die Business-School.

Der Bürgermeister freut sich außerordentlich über die diesjährige Straßenbauzeit. Ihm schwebe nämlich eine neue Straßenbahn vor. Aber will er sie dieses Jahr bauen, denn die Straßen werden sowieso neu gepflastert, und es würde die spätere Arbeit erleichtern, die Schienen diese Straßenbauzeit zu legen. Nein, meint er, wir müssen bis nächste Straßenbauzeit warten, damit wir dann richtig feiern können. Und die Kinder sind schon darauf begeistert.

Südländercharme

7 Stunden im Flughafen in Atlanta.

Die Leute im Süden sehen ganz anders aus als bei uns im hohen Norden in Wisconsin. Naja, ihr wisst schon. Besonders so im Gesicht. Wie nennt man das noch mal? Ach ja, LÄCHELN. Gibts in Wisconsin zwar auch ab und zu, aber nicht so oft und nicht so ohne Grund wie in Atlanta. Und die Deutschen lächeln ja nie ohne Grund. War fast ein wenig unheimlich. Hat mir aber gut gefallen.

In der Wartehalle habe ich mich direkt hinter 2 Südstaatler-Ladies gesetzt und ihnen bei der Unterhaltung zugehört. Macht man ja eigentlich nicht, aber ich hab eh nur die Hälfte verstanden und ich fand die Sprache so faszinierend. Da hätte ich noch tagelang zuhören können.

Soweit also meine ersten Erfahrungen mit den Südstaatlern. Ich glaub, ich komme wieder.