26.11.2006

Noch mehr amerikanische Traditionen

Nachdem ich gestern die ganzen Thanksgivingleckereien verspeist hatte, musste ich heute extremere Maßnahmen ergreifen, um nicht etwa in Versuchung zu geraten, mein Körpergewicht in Pumpkin Pie zu essen. Das beste in solchen Situationen ist, sich so weit wie möglich vom Kühlschrank zu entfernen. Möglichst nicht hingucken.


Scheinbar sind vor mir schon andere Amis auf die gleiche Idee gekommen und haben deshalb den Beginn des Weihnachtsvorverkaufs auf den Freitag nach Thanksgiving gelegt. Ob die Tradition auch von den Pilgern stammt? Vielleicht haben die zuerst mit den Indianern Truthahn gegessen und danach Glöckchen gegen wertvolle Pelzmäntel für die Pilgerfrauen eingetauscht. Wer weiss.


Jedenfalls ist dieser Freitag auch unter dem Namen "Black Friday" bekannt. An dem Tag öffnen manche Geschäfte schon um fünf Uhr morgens und wenn man einer der ersten 500 Kunden ist, bekommt man eine Zuckerstange oder irgendein anderes ziemlich nutzloses Geschenk, für das es sich bestimmt nicht lohnt so früh aus den Federn zu weichen. Mein Shopping begann jedenfalls erst am Samstag und zwar um 1 Uhr nachmittags und selbst da waren die Geschäfte noch ziemlich voll.


Eigentlich habe ich noch gar keinen richtigen Plan, was ich wem zu Weihnachten schenken werde, aber auf Bitten eines Freundes bin ich dann doch mit ihm zur Mall gefahren. Und ich wollte ja auch ein wenig von dem Trubel mitbekommen. Ich bin schließlich auch hier, um die amerikanische Kultur kennen zu lernen und was könnte amerikanischer sein als Kapitalismus in Aktion zu erleben. Und so haben wir also heute unseren eigenen kleinen Beitrag geleistet, die amerikanische Marktwirtschaft anzukurbeln. Außerdem war es mal schön, ein wenig meinem Computer zu entfliehen und in Vorweihnachtsstimmung zu kommen.


Als ich wieder nach Hause kam, habe ich gleich die nächste amerikanische Tradition in Angriff genommen. Schließlich musste ich mich auch weiterhin vom Kühlschrank ablenken. Das Teil ist aber auch hinterhältig: Steht da so ganz mir nichts dir nichts in meinem Wohnzimmer rum und zieht immer wieder meine Blicke auf sich. Sowas! Da hilft nur eins: Weihnachtsbaum aufbauen. Ja, ihr habt richtig gehoert. Es ist noch nicht mal der 1. Advent und ich baue schon einen Weihnachtsbaum auf. Ist auch so `ne Tradition in Amerika, dass am Thanksgivingwochenende der Weihnachtsbaum aufgestellt wird. Finde ich eigentlich für die Kinder nicht so gut, aber für Nici find ich das ganz klasse.


Ich also den Weihnachtsbaum, den ich mal von einem anderen Freund bekommen habe (Danke Markus!) unter meinem Bett hervorgeholt. Keine Angst, ich verstaue keine braunen ausgetrockneten Fichten unter meinem Bett. Wir sprechen hier von einer "6 1/2 feet pre-lit Colorado Pine" (laut Karton). Echt Plastik. Okay, sie riecht nicht so gut wie eine echte Tanne, aber dafür bleiben die Lichterketten drin, d.h. das Teil wird nur aus dem Karton geholt, zusammen gesteckt, Kugeln dran und fertig ist der Christbaum. Und sieht echt echt aus!


Ich finde, so ein Baum ist eine geniale Erfindung. Da steht man nicht stundenlang und pfriermelt sich einen mit den Lichterketten ab bis man den ganzen Baum am Liebsten wieder dem Christkind hinterher werfen wollte. Ratzfatz steht das Teil und macht einen guten Eindruck. Keine Nadeln, keine kleinen Spinnen die 3 Tage später noch aus dem Baum gekrabbelt kommen, kein rumrödeln mit dem Baumständer, weil der Baum nicht gerade gewachsen ist. Das Teil ist Weihnachtsfreude pur und steht wie eine Eins. Und damit ihr auch was davon habt, kommt hier noch schnell ein Foto zum Sehen und Staunen.

Frohe Vor-Adventszeit!


2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi Nici,
auch aus dem Ruhrpott liebe und vorweihnachtliche Grüße.
Dein Baum sieht auf dem Foto wirklich sehr festlich aus. Wir werden unseren Weihnachtsbaum in diesem Jahr mal selber schlagen, da meine Eltern ja ins Sauerland gezogen sind und ihr Vermieter ein Weihnachtsbaum-Züchter (oder wie man jemanden, der mit dem Anbau von Tannen sein Geld verdient sonst nennen mag) ist.
Beneiden werden wir Dich spätestens, wenn es im neuen Jahr wieder ans Abbauen geht und die ganze Wohnung voller Nadeln ist.
Falls Kater Kitty den Baum bis dahin nicht schon längst wieder ruiniert hat (wie im letzten Jahr).
Kommst Du zum Weihnachtsfest wieder nach Deutschland? Dann könntest Du ja auch mal unseren Baum bewundern!
Liebe Grüße J&D

Nikki hat gesagt…

Na klar komm ich Weihnachten nach Hause. Und ich freue mich schon darauf, Euren Baum zu bewundern. Sagt dem Kater, er soll den Baum so lange noch leben lassen.